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Aufteilung Erbe

08.10.2013 21:56 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Eichhorn


Wir sind vier Geschwister. Jetzt ist unsere Mutter verstorben und hat in ihrem Testament meiner Schwester das Elternhaus vermacht. Wir anderen drei Geschwister werden nicht darin erwähnt.
Ferner wird aber in dem Testament erwähnt, dass, falls meine Schwester das Haus verkaufen sollte, der Erlös durch vier geteilt werden muss und wir je einen Teil davon erhalten sollen.

Barvermögen ist zudem auch noch vorhanden.

Meine Schwester will jetzt dieses Barvermögen nutzen, um das Haus zu sanieren, bzw. die laufenden Kosten damit decken. Einen Verkauf sieht sie vorerst nicht vor. Sie selbst spricht von "Jahren", bis sie es verkaufen würde.

Ich würde daher gerne wissen, da meine beiden anderen Geschwister und ich nicht im Testament erwähnt wurden sind, müsste uns doch zumindest ein Pflichtteil zustehen oder nicht? Darf meine Schwester daher einfach das Barvermögen einbehalten und für sich nutzen, obwohl dies ihr nicht im Testament vermacht wurden ist? Meine Schwester weigert sich außerdem, den Erbschein zu beantragen und hält uns förmlich hin.

Meine Schwester sieht sich im Recht. Ist dies wirklich so?

Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Fragen beantworte ich im Rahmen dieser Erst-Beratung wie folgt.

Wenn Sie enterbt wurden, dann steht Ihnen ein Pflichtteil zu (§ 2303 Abs. 1 S. 1 BGB). Dieser beträgt die Hälfte des "Wertes des gesetzlichen Erbteils" (§ 2303 Abs. 1 S. 2 BGB).

Ohne Testament würden die Geschwister zu je 1/4 erben, wenn es keinen Vater mehr gibt.

Der Pflichtteil beträgt damit 1/8 des Nachlasses. Er ist ein Anspruch in Geld, der in drei Jahren verjährt.

Diesen Anspruch müssen Sie geltend machen, notfalls einklagen.

Die Schwester darf als (Allein)Erbin über das Geld verfügen, haftet aber hinsichtlich der Pflichtteilsansprüche auch mit ihrem eigenen Vermögen.

Durch Auslegung des Testaments ist zu ermitteln, was Ihre Mutter wirklich wollte und ob mit der Einsetzung der Schwester, die anderen Kinder enterbt sein sollen oder ob lediglich eine Teilungsanordnung vorliegt.

§ 2087 Abs. 1 BGB stellt eine Vermutungsregel auf: "Hat der Erblasser sein Vermögen oder einen Bruchteil seines Vermögens dem Bedachten zugewendet, so ist die Verfügung als Erbeinsetzung anzusehen [...]." Das wird in der Regel bei der Zuwendung einer Immobilien der Fall sein.

Sie sollten daher das Testament von einem Rechtsanwalt für Erbrecht vor Ort prüfen lassen, damit der wahre Wille Ihrer Mutter bestimmt werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt

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