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Aufstockungsunterhalt - Wieviele Bewerbungen muss ich monatlich schreiben?

| 18.05.2009 10:03 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Guten Tag,
mein Mann hat nach fast 25-jähriger Ehe die Scheidung eingereicht. Ich habe nach Einschulung unserer beiden Söhne eine Teilzeitstelle von 20 Wochenstunden angenommen, die ich bis heute noch habe. Ich möchte bei der Scheidung von meinem Mann Aufstockungsunterhalt verlangen, da es mir bisher nicht gelungen ist mit meinen 52 Jahren eine Vollzeitstelle zu bekommen. Dazu folgende Fragen: 1. Lohnt es sich nach dem neuen Gesetz einen Antrag auf Ehegattenunterhalt, in meinem Falle Aufstockungsunterhalt, zu stellen? 2. Wieviele Bewerbungen muss ich monatlich schreiben? Ein Anwalt sagte mir ca. 10-13 Stück monatlich reichen aus, eine anderer Anwalt sagte es müssten mindestens 15 Stück monatlich sein, was stimmt? 3. Ich habe ein Vorstellungsgespräch abgelehnt, weil die Stelle die mir angeboten wurde zwar eine Vollzeitstelle war, aber befristet auf ein Jahr ohne Ausssicht auf Übernahme. Ich denke, es wäre sehr unklug eine unbefristete Stelle, wenn auch nur Teilzeit, aufzugeben für eine befristete Stelle. Sollte ich dieses abgelehnte Vorstellungsgespräch bei meinen Aufzeichnungen über meine Bewerbungsbemühungen, welche ich bei Gericht vorlege, erwähnen oder lieber weglassen? Mit bestem Dank

18.05.2009 | 11:43

Antwort

von


(207)
Am Kabutzenhof 22
18055 Rostock
Tel: 0381 25296970
Web: http://www.mv-recht.de
E-Mail:



Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie des Einsatzes wie folgt:

Ob sich der Antrag auf Aufstockungsunterhalt gem. § 1573 II BGB lohnt kann nie mit abschließender Sicherheit vorausgesagt werden.


Zumindest steht Ihnen auch nach den neuen Regelungen, die die „verstärkte Eigenverantwortung“ betonen wollen, der Unterhaltsanspruch zu, wenn Sie den Nachweis erbringen, dass Sie keine „angemessene“ Erwerbstätigkeit gefunden haben, mit der ein ausreichendes Einkommen erzielt werden kann.

Zunächst ist hierbei auf das Wort „angemessen“ zu achten. Denn sie müssen nur Arbeiten annehmen, die Ihrer beruflichen Ausbildung, die Ihren Fähigkeiten, Ihres Gesundheitszustandes, Ihres Alters und Ihrer früher ausgeübten Tätigkeit entspricht.

Daneben muss eine reale Beschäftigungsmöglichkeit gegeben sein.
Dabei ist es bereits anerkannt, dass die Beschäftigungschancen ab einem Alter von 50 Jahren sinken.
Auch ist zu berücksichtigen, in was für einer Gegend Sie wohnen. Besteht in Ihrem Gebiet erhöhte Arbeitslosigkeit, so sinkt damit auch die Chance auf eine Anstellung.
Allerdings – so weit geht die Rechtsprechung – müsste im Notfall auch ein Umzug in Betracht gezogen werden. Diese Anforderung kann aber zum Wohle der Kinder auch wieder verschwinden.
Was die Anzahl der Bewerbungen angeht, so gibt es hierfür keine festgesetzten Anzahlen.
Dies wird (leider) von Gericht zu Gericht und von Fall zu Fall anders gehandhabt.
Meines Erachtens würden auch 13 Bewerbungen ausreichen. Dies kommt eben auch immer darauf an, wie es um das Jobangebot in Ihrer Region bestellt ist.
Tatsächlich wurde vom bereits entschieden, dass ein Aufstockungsunterhaltsgläubiger (Sie) sich auf „alle“ in Tageszeitungen erscheinenden Jobangebote, die ansonsten angemessen für Sie sind, bewerben soll. (vgl. Münch FamRZ 2006, 1164)



In jedem Fall obliegt Ihnen die Beweislast dafür, dass Sie sich angemessen um eine Anstellung bemüht haben.
Dass Sie eine befristete Vollzeitstelle nicht angenommen haben würde ich nicht zuvorderst offenbaren.
Zwar wäre Ihre Argumentation sicher nachvollziehbar, dass Sie lieber eine unbefristete Halbtagsstelle behalten als eine befristete Ganztagsstelle annehmen.
Einige Gerichte könnten dies jedoch anders sehen. Zudem wäre dem Gesetzeszweck nach einer erhöhten Eigenverantwortung bei der einjährigen Ganztagsstelle sehr gedient.

Wenn Sie jedoch genügend andere Jobbemühungen vorweisen können, sollte das „verschweigen“ dieses Ganztagsangebotes keinerlei Nachteile für Sie bringen.
Nur könnte Ihr Mann mit de Vorzeigen eines solchen Jobangebotes Ihren Nachweis nach genügenden Bemühungen erschüttern.
Hier also auf jeden Fall nichts von der Stelle dem Gericht vorzeigen.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Beantwortung weiterhelfen.

An dieser Stelle sei der Hinweis erlaubt, dass diese Internetplattform eine eingehende, rechtliche Beratung nicht ersetzen kann, sondern vielmehr der ersten rechtlichen Orientierung dienen soll.
Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann das Ergebnis der juristischen Bewertung beeinflussen und sogar zu einem völlig gegensätzlichen Ergebnis führen.

Gern können Sie mich bei Rückfragen oder einer gewünschten Interessenvertretung kontaktieren.


Mit freundlichen Grüßen



Mathias Drewelow
Rechtsanwalt



Am Kabutzenhof 22
18057 Rostock

fon : 0381-25296970
fax : 0381-25296971
mail: drewelow@mv-recht.de
web: www.mv-recht.de


Rechtsanwalt Mathias Drewelow
Fachanwalt für Medizinrecht

Bewertung des Fragestellers 29.05.2009 | 10:11

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Am Kabutzenhof 22
18055 Rostock
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