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Aufnahme eines weiteren Gesellschafters

17.03.2008 17:45 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von


Ich bin geschäftsführender Gesellschafter einer GmbH, 100% Anteil. Privat werde ich in den nächsten Wochen Regelinsolvenz beantragen müssen.

Um den Eingriff des Insolvenzverwalters auf meine Gesellschaftsanteile zu vermeiden möchte ich vor Beantragung meine Frau als Gesellschafter 5-10% in die GmbH aufnehmen.

Laut Gesellschaftsvertrag gehen dann die Gesellschaftsanteile durch Einziehung auf den anderen Gesellschafter über, wenn in die Gesellschaftsanteile eines Gesellschafters die Vollstreckung läuft oder ein Insolvenzverfahren eröffnet wird.

Fragen:

1. Kann die Aufnahme eines weiteren Gesellschafters angefochten werden?

2. Wenn ja gibt es Fristen

3. Ist die Aufnahme beurkundungspflichtig

Herzlichen Dank im voraus.

-- Einsatz geändert am 18.03.2008 09:24:29

18.03.2008 | 12:47

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

1. Nicht die Aufnahme eines Gesellschafters, aber die notarielle (entgeltliche) Übertragung eines Teiles der Gesellschafteranteile kann durch den Insolvenzverwalter/Treuhänder angefochten werden.

In Betracht kommt hier § 134 InsO: Unentgeltliche Leistung . Danach ist eine unentgeltliche Leistung (Übertragung) des Schuldners anfechtbar, wenn sie nicht vier Jahre vor dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens vorgenommen wurde.

Weiterhin kommt eine Anfechtung nach § 133 InsO: Vorsätzliche Benachteiligung , § 138 InsO: Nahestehende Personen in Betracht, wenn Ihre Frau Kenntnis davon hatte, dass eine Gläubigerbenachteiligung vorliegt. Eine solche Rechtshandlung ist in den letzten zehn Jahren vor dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens anfechtbar.

Bei nahestehenden Person ist auch ein entgeltlicher Vertrag für die letzten 2 Jahre vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens anfechtbar, wenn die Insolvenzgläubiger benachteiligt wurden.

3. Die Fristen für eine Anfechtung betragen nach 134 InsO 4 Jahre, nach § 133 InsO: Vorsätzliche Benachteiligung 10 Jahre und nach § 133 InsO: Vorsätzliche Benachteiligung 2 Jahre.

3. Die Übertragung von Gesellschafteranteilen bedarf der notariellen Beurkundung.

Als Alternative wäre für Sie bzw. Ihre Frau denkbar, dass sie die GmbH Anteile von dem Insolvenzverwalter aus der Insolvenz komplett erwirbt, da der Verwalter sicherlich für die Einziehung der restlichen Anteile gem. der Satzung eine Abfindung von Ihrer Frau verlangen wird.

Ich hoffe Ihnen einen hilfreichen Überblick verschafft zu haben. Sollten sich noch eine Nachfrage ergeben, stehe ich Ihnen gerne im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt & Immobilienökonom


Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA

Rückfrage vom Fragesteller 18.03.2008 | 13:29

Herzlichen Dank Herr Schröter, dann verursacht eine Übertragung wohl nur Kosten. Wir kann der Wert der Anteile bemessen werden. Die Nenneinlage von € 25000,00 kann wohl keine Basis sein. Der Ertrag der GmbH beschränkt sich auf wenige hundert €/ monatlich.
Der größte Teil der Gewinne werden über das Gf- Gehalt abgeschöpft. Kann es auch sein das der Insolvenzverwalter die Anteile frei gibt? Eine Verwertung der Anteile und damit die Zerschlagung würde keinen Sinn machen, ich wäre dann ohne Arbeit. Könnte durch einen Mitgesellschafter (meine Frau) die Befungnise und Zerschlagung der Firma verhindert werden? Könnte ich oder (besser) meine Frau ggf. als Einzelfirma weitermachen?

Für Ihre Bemühungen bedanke ich mich herzlich im voraus.

Ergänzung vom Anwalt 19.03.2008 | 00:01

Sehr geehrter Ratsuchender,

der Wert einer Gesellschaft/der Gesellschafteranteile ist sicherlich nicht einfach zu bestimmen. Eine (von vielen) Methoden wäre hier den Ertrag des Unternehmens entsprechend der Aktualität gewichtet mit einem Multiplikator versehen. D.h. z.B.

Gewinn 2007 mal 3+
Gewinn 2006 mal 2+
Gewinn 2005 mal 1
geteilt durch 6. Das Ergebnis wird dann mit dem für die Branche üblichen Faktor mulitipliziert. Allerdings bitte ich zu beachten, daß dies nur eine von vielen Bewertungsmehtoden ist, um einen Unternehmenswert zu ermitteln. Erste Ansprechperson für eine Unternehmensbewertung ist sicherlich der Steuerberater.

Da die GmbH Ihr maßgebliches Einkommen gewährleistet, wäre durch den Treuhänder/Insolvenzverwalter eine Freigabe nach § 35 InsO: Begriff der Insolvenzmasse zu prüfen. Danach hätten Sie die monatlichen Einkommen, um im Rahmen einer zu treffenden Abtretungsvereinbarung einen bestimmten Teil Ihres Einkommens an den Treuhänder abtreten zu können, um die Gläubiger zu befriedigen.

Allerdings liegt dies im Ermessen des Treuhänders.

Soweit der Wert der unternehmischen Tätigkeit durch Sie maßgeblich bestimmt wird, wäre eine Freigabe des Unternehmens mit einer entsprechenden Abtretungsvereinbarung auch für die Insolvenzgläubiger sicherlich vorteilhafter als ein ungewisser Erlös aus einer einmaligen Verwertung der Gesellschaft.

Jedoch besteht im Falle der Verwertung der Gesellschaft für Ihre Frau dann noch die Möglichkeit das Unternehmen zu erwerben

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt & Immobilienökonom

ANTWORT VON

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