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Auflösung einer GmbH; Vermögensverteilung

20.08.2012 12:42 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Frage bezieht sich auf den Ablauf der Auflösung und Lösung einer GmbH.

Sachverhalt:

Durch Gesellschafterbeschluss am 15.4.2011 wird beschlossen, die "A-GmbH" aufzulösen. Auflösungszeitpunkt ist damit grds. der 15.4.2011.

1. Frage: Kann ausn. im Beschluss auch festgelegt werden, dass hiervon abweichend der 1.1.2011 Auflösungstermin bzw. Beginn des Liquidationszeitraums ist?

2. Frage: Muss handelsrechtlich eine Liquidationseröffnungsbilanz erstellt werden (vgl. § 71 GmbHG ) oder kann hierauf verzichtet werden (v.a. aus Sicht einer möglichen Offenlegung, da z.B. kein Pflichtbestandteil der externen Rechnungslegung)?

Sachverhalt (Fortsetzung):

Das sog. Sperrjahr läuft damit in 2012 ab (1.1.2011 bzw. 15.4.2011 + 1 Jahr).

Nach §§ 72-74 GmbHG kann nach Ablauf des Sperrjahrs mit der Verteilung des verwertbaren Vermögens begonnen werden.

Danach ist eine Schlussrechnung zu legen und die Löschung im Handelsregister anzumelden.

Frage: Wie vollzieht sich die Abwicklung der Gesellschaft aus praktischer Sicht?

Ist zunächst eine Verteilung des Vermögens vorzunehmen und mittels Liquidationsraten an die Gesellschafter auszukehren?

oder

Ist zunächst eine Schlussbilanz aufzustellen, dann Grundlage für die Löschung und Offenlegung ist?

Aus meiner Sicht würde ich eine Liquidationsschlussbilanz für den gesamten Liquidationszeitraum z.B. vom 1.1.2010 bis zum 31.8.2012 auf den 31.8.2012 erstellen.
Hierin würde ich die KSt-/GewSt-Schulden für den gesamten Liquidationszeitraum aufnehmen und im Übrigen das Vermögen zum Verkehrswert bewerten (hier nur Bankguthaben, daher Nominalwerte).
Diese Schlussbilanz würde ich dann offenlegen und auf dieser Grundlage im Anschluss das Vermögen per Liquidationsschlussraten auskehren?!

Die Frage ist also wie vorzugehen ist?

Vielen Dank!

20.08.2012 | 23:50

Antwort

von


(1412)
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61231 Bad Nauheim
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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

1. Frage: Kann ausn. im Beschluss auch festgelegt werden, dass hiervon abweichend der 1.1.2011 Auflösungstermin bzw. Beginn des Liquidationszeitraums ist?
Der Beschluss über die Liquidation kann sicherlich auf den 01.01.2012 festgesetzt werden. Insoweit ersparen Sie sich eine Zwischenbilanz, müssen aber auf Grundlage der Bilanz zum 31.12.2011 eine Eröffnungsbilanz zum 01.01.2012 erstellen.


2. Frage: Muss handelsrechtlich eine Liquidationseröffnungsbilanz erstellt werden (vgl. § 71 GmbHG ) oder kann hierauf verzichtet werden (v.a. aus Sicht einer möglichen Offenlegung, da z.B. kein Pflichtbestandteil der externen Rechnungslegung)?

Eine Liquidationseröffnungsbilanz ist zu erstellen, damit der Liquidator einen Überblick über das vorhandenen Vermögen erhält, da aufgrund der Liquidation möglicherweise anders bewertet werden muss. Ein Lagebericht kann aber entfallen, sollte aber im Rahmen des Liquidationsbeschlusses beschlossen werden.

3. Das sog. Sperrjahr läuft damit in 2012 ab (1.1.2011 bzw. 15.4.2011 + 1 Jahr).
Das Sperrjahr beginnt mit Eintragung der Liquidation im Handelsregister und dreimaligen Gläubigeraufruf.


4. Nach §§ 72-74 GmbHG kann nach Ablauf des Sperrjahrs mit der Verteilung des verwertbaren Vermögens begonnen werden.

Danach ist eine Schlussrechnung zu legen und die Löschung im Handelsregister anzumelden.

Frage: Wie vollzieht sich die Abwicklung der Gesellschaft aus praktischer Sicht?

Ist zunächst eine Verteilung des Vermögens vorzunehmen und mittels Liquidationsraten an die Gesellschafter auszukehren?

oder

Ist zunächst eine Schlussbilanz aufzustellen, dann Grundlage für die Löschung und Offenlegung ist?

Aus meiner Sicht würde ich eine Liquidationsschlussbilanz für den gesamten Liquidationszeitraum z.B. vom 1.1.2010 bis zum 31.8.2012 auf den 31.8.2012 erstellen.
Hierin würde ich die KSt-/GewSt-Schulden für den gesamten Liquidationszeitraum aufnehmen und im Übrigen das Vermögen zum Verkehrswert bewerten (hier nur Bankguthaben, daher Nominalwerte).
Diese Schlussbilanz würde ich dann offenlegen und auf dieser Grundlage im Anschluss das Vermögen per Liquidationsschlussraten auskehren?!

Für das Jahr 2012 ist eine Liquidationsschlussbilanz zum 31.12.2012 zu erstellen. Im Rahmen der Liquidation sind die Verbindlichkeiten zu regulieren. In der letzten Liquidationsschlussbilanz in 2013 hat dann im Idealfall dem noch vorhandenen Eigenkapital ein entsprechendes Kontoguthaben gegenüberzustehen.

Mit dieser letzten Bilanz wird dann auch die letzte Steuererklärung erfolgen, was dem Finanzamt mitzuteilen ist. Soweit die sich hieraus ergebenden Abgaben ermittelt werden, erfolgt die Schlussrechnung mit dem Ausgleich oder der Vereinnahmung von Guthaben des Finanzamtes.
Über den Notar ist das Ende Liquidation mitzuteilen, so dass die Gesellschaft nach Bestätigung durch das Finanzamt endgültig gelöscht werden kann. In der Schlussrechnung sind dann noch die Notar- und Registerkosten auszugleichen. Der verbleibende Restbetrag ist dann an die Gesellschafter – und nicht früher – auszukehren.

Insoweit erfolgt eine Liquidationsschlussbilanz. Da hiernach noch kleinere Kosten anfallen und möglicherweise das Finanzamt ausgeglichen wird, erfolgt die abschließende Verteilung anhand einer Schlussrechnung, die nicht die Anforderung einer Schlussbilanz erfüllen muss.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen und stehe Ihnen für eine weitergehende Beratung gerne zur Verfügung.

Mit besten Grüßen


Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA

Rückfrage vom Fragesteller 21.08.2012 | 08:39

Vielen Dank für die ausführliche Antwort:

Frage 2 ist aus meiner Sicht leider noch nicht abschließend geklärt:

"2. Frage: Muss handelsrechtlich eine Liquidationseröffnungsbilanz erstellt werden (vgl. § 71 GmbHG ) oder kann hierauf verzichtet werden (v.a. aus Sicht einer möglichen Offenlegung, da z.B. kein Pflichtbestandteil der externen Rechnungslegung)?"

"Ihre Antwort: Eine Liquidationseröffnungsbilanz ist zu erstellen, damit der Liquidator einen Überblick über das vorhandenen Vermögen erhält, da aufgrund der Liquidation möglicherweise anders bewertet werden muss. Ein Lagebericht kann aber entfallen, sollte aber im Rahmen des Liquidationsbeschlusses beschlossen werden."

Nachfrage: Ist die Eröffnungsbilanz zum 1.1.2011 mit der letzten Steuerbilanz zum 31.12.2010 identisch (Bewertung) und v.a. ist diese Eröffnungsbilanz in diesem Zusammenhang offenlegungspflichtig?

Vielen Dank!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 21.08.2012 | 09:14

Vielen Dank für die Nachfrage:

In der Regel ist die Eröffnungsbilanz vom 01.01.2011 mit der letzten Schlussbilanz vom 31.12.2010 identisch. Durch die Liquidation können sich auf der Aktivseite Änderung ergeben, wenn das Vermögen nach Liquidationswerten geriner ausfällt als nach den Fortführungswerten. Ist hier kein Bewertungsabschlag vorzunehmen, ist die Eröffnungsbilanz identisch mit der Schlussbilanz und auch im elektronischen Bundesanzeiger zu veröffentlichen. Ansonsten droht hier ein Bussgeld im Falle der Nichtveröffentlichung.

Ich hoffe ich konnte Ihre Nachfrage beantworten und stehe Ihnen auch weiterhin zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

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