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Auflösung einer Beteiligung / F.I.P. Rentenplan

| 16.06.2011 08:13 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Sehr geehrte Damen und Herren,
seit 2003 besitze ich eine sogenannte Beteiligung im Rahmen eines Pensionsplanes der Fa. F.I.P. Finanz AG, zu deren Abschluss mein Versicherungsberater mir seinerzeit geraten hatte. Die Beteiligung liegt insgesamt bei 18.000 Euro, monatlich zahlbar in 100 Euro Sparraten. Angespart sind mittlerweile 9.700 €.
Aufgrund einer Notlage bin ich gezwungen, diese Beteiligung aufzulösen und wollte meinen Anteil zurück kaufen. Die Gesellschaft teilt mir jedoch mit, dass ich selbst sowieso nicht kündigen kann, sondern nur umgekehrt - die Gesellschaft mir, und dass ich aufgrund falscher Anlagenstrategien in Britische Lebensversicherungen nur mit einer Auszahlung von insgesamt 560 € rechnen kann.
Meine Frage:Habe ich irgend eine reele Chance, dagegen vorzugehen, oder ist dieses Geld wirklich verloren? Ist die Anlagestrategie überhaupt nachprüfbar und gibt es evtl. schon eine Sammelklage von anderen Geschädigten?
Vielen Dank.

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ich möchte diese anhand des geschilderten Sachverhaltes im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

Zunächst ist es nicht richtig, soweit die Gesellschaft behauptet, dass Sie selbst die Beteiligung nicht auflösen bzw. kündigen können. Es kommt hier zwar auch auf den genauen Inhalt des Beteiligungsvertrages an, allerdings sollte dies grundsätzlich möglich sein. Denn bei der von Ihnen erwähnten Beteiligung bei der Firma F.I.P. Finanz AG handelt es sich in der Regel rechtlich gesehen um eine treuhänderische Kommanditisteneinlage. Dies bedeutet, dass sich die Anleger als Kommanditisten an der Gesellschaft mit Ihrer jeweiligen Einlage beteiligen. Eine solche Kommanditisteneinlage ist gesetzlich aber eben grundsätzlich auf den Schluss eines Geschäftsjahres unter Einhaltung einer Frist von mindestens sechs Monaten kündbar, so dass Sie diese Beteiligung auch entsprechend einfach mittels Kündigung auflösen könnten. Der jeweilige Beteiligungsvertrag kann zwar eine abweichende Regelung hiervon vorsehen, auch einen zeitweiligen Ausschluss des Kündigungsrechtes. Allerdings ist ein solcher Ausschluss des Kündigungsrechts nach der Rechtsprechung grundsätzlich nur eingeschränkt möglich, insbesondere dann, wenn im Übrigen eine längere Vertragslaufzeit für die Beteiligung vereinbart ist. Normalerweise sehen aber auch die Beteiligungsverträge der F.I.P. Finanz AG selbst eine entsprechende Kündigungsmöglichkeit in der Regel mit einer Frist von jeweils 3 Monaten zum 30.06. oder 31.12. eines Jahres vor. Eine abschließende Beurteilung Ihrer Möglichkeiten zur Auflösung der Beteiligung kann daher erst nach vollständiger Überprüfung aller bei Ihnen vorhandenen Vertragsunterlagen erfolgen, wofür ich Ihnen gern meine Hilfe im Rahmen eines Mandats anbieten kann. Bei Bedarf können Sie sich insoweit jederzeit unter Übersendung Ihrer Unterlagen ergänzend an meine Kanzlei wenden.

Geht man davon aus, dass eine Kündigung bzw. ggf. anderweitige Auflösung Ihrer Beteiligung entsprechend den voraufgezeigten Grundsätzen möglich ist, bedeutet dies aber leider noch nicht, dass Sie Ihre Einlage vollständig zurückerhalten bzw. mit einer höheren Auszahlung rechnen können. Denn eine Beteiligung als Kommanditist ist grundsätzlich unternehmerischer Natur, so dass Sie sowohl an dem Gewinn als auch dem Verlust der Gesellschaft und damit Ihrer Einlage beteiligt sind. Insoweit kann sich grundsätzlich nach einer Auflösung der Beteiligung und der dann vorzunehmenden Abrechnung auch ein kompletter Verlust ergeben.

Wenn sich ein solcher Verlust tatsächlich herausstellen sollte, gibt es aber durchaus noch weitere Möglichkeiten, dennoch an Ihre verlorenen Einlagen bzw. für die Beteiligung eingezahlten Gelder zu gelangen. Denn insoweit könnten die Grundsätze der Haftung für eine fehlerhafte Anlageberatung oder auch einer Prospekthaftung greifen, sofern Sie bei Vertragsschluss nicht ausreichend über die mit Ihrer Beteiligung einhergehenden, voraufgezeigten Risiken, insbesondere das Risiko eines Totalverlustes, aufgeklärt worden sind. Derartigen Beratungs- und Aufklärungsfehler bei Abschluss der Anlage könnten dann entsprechende Schadensersatzansprüche für Sie als Anleger sowohl gegen die Gesellschaft als auch den damaligern Berater begründen, welche rein praktisch dann zumindest zu einer Rückzahlung Ihrer geleisteten Einlagen führen würden. Ob insoweit bereits entsprechende Klagen gegen die Gesellschaft oder andere Beteiligte geführt werden, ist derzeit noch nicht bekannt. Auch derartige Schadensersatzansprüche lassen sich abschließend jedenfalls erst nach Überprüfung aller vorhandenen Unterlagen, z.B: seinerzeit bei Vertragsabschluss ggf. übergebene Prospekte, vorhandene Beratungsprotokolle, Festlegungen zur Anlagestrategie etc. klären, auch insoweit stehe ich Ihnen gern ergänzend im Rahmen eines Mandates bei Bedarf zur Verfügung.

Es ist Ihnen daher im Ergebnis anzuraten, sich diesbezüglich weiterer anwaltlicher Hilfe zunächst einmal zwecks genauer Überprüfung Ihrer Verträge und weiteren Unterlagen zu bedienen. Gerne bin ich wie gesagt auch bereit, Ihre Interessen im Rahmen eines ordentlichen Mandatsverhältnisses weiter zu vertreten, wobei die hier gezahlte Erstberatungsgebühr selbstverständlich angerechnet werden würde. Bis dahin hoffe ich, Ihnen zunächst einmal einen entsprechenden Einblick in die Rechtslage verschafft haben zu können und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen


Thomas Joschko
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 16.06.2011 | 16:04

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