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Auflösung GmbH + GmbH & Co. KG

| 08.12.2010 17:02 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla


Ich habe eine Einmann- GmbH sowie eine GmbH & Co. KG, wo die GmbH Komplementärin ist und ich einziger Kommanditist.

Zum Jahreswechsel möchte ich nur noch eine Gesellschaft haben, und Firma und Geschäftszweck ändern. Die Alternative ist: Entweder löse ich beide Gesellschaften auf und gründe eine neue GmbH, oder ich behalte die alte GmbH mit der bestehenden HR-Nummer.

Fragen:

1. Wenn ich die alte GmbH weiterführe mit neuem Namen, neuem Alleingesellschafter (engl. Ltd), neuem Sitz und neuem Geschäftszweck, haftet die GmbH trotzdem für alte Forderungen gegen die GmbH & Co. KG aus dem ehem. Komplementärverhältnis?

2. Wenn ich eine neue GmbH gründe mit nur einem Gesellschafter (engl. Ltd), reicht es wenn ich zum Start eine Einlage von 12.500 Euro bringe, oder muss ich die vollen 25.000 sofort bringen?

Sehr geehrter Ratsuchender ,


vielen Dank für Ihre Anfrage .
Diese möchte ich sehr gerne wie folgt beantworten:

Zu 1. Wenn ich die alte GmbH weiterführe mit neuem Namen, neuem Alleingesellschafter (engl. Ltd), neuem Sitz und neuem Geschäftszweck, haftet die GmbH trotzdem für alte Forderungen gegen die GmbH & Co. KG aus dem ehem. Komplementärverhältnis?

Ja, dieses ist zu befürchten. Nach dem Gesetz und zwar nach § 160 Abs. 1 HGB besteht für den ausscheidenden Komplementär unter Umständen eine so genannte Nachaftung für Verbindlichkeiten, die bereits vor seinem Austritt aus der Gesellschaft begründet gewesen sind.

Die entsprechende Vorschrift lautet wie folgt:

„Scheidet ein Gesellschafter aus der Gesellschaft aus, so haftet er für ihre bis dahin begründeten Verbindlichkeiten, wenn sie vor Ablauf von fünf Jahren nach dem Ausscheiden fällig und daraus Ansprüche gegen ihn in einer in § 197 Abs. 1 Nr. 3 bis 5 des Bürgerlichen Gesetzbuchs bezeichneten Art festgestellt sind oder eine gerichtliche oder behördliche Vollstreckungshandlung vorgenommen oder beantragt wird; bei öffentlich-rechtlichen Verbindlichkeiten genügt der Erlass eines Verwaltungsakts.„

Anknüpfungspunkt für diese Haftung ist, ob der Komplementär weiterbesteht, also ob die GmbH als solche bestehen bleibt. Dieses ist nach ihrer Schilderung der Fall, da sie beabsichtigen die alte GmbH weiterzuführen und lediglich Änderungen im personellen Bereich sowie im Hinblick auf den Namen vorzunehmen.

Zu 2. Wenn ich eine neue GmbH gründe mit nur einem Gesellschafter (engl. Ltd), reicht es wenn ich zum Start eine Einlage von 12.500 Euro bringe, oder muss ich die vollen 25.000 sofort bringen?

Bei einer englischen Limited ist überhaupt kein Stammkapital in Höhe von 12.500 € beziehungsweise 25.000 € erforderlich. Hier beträgt das Stammkapital mindestens ein Pfund.

Bei einer „echten" GmbH muss mindestens ein Stammkapital in Höhe von 25.000 € vorhanden sein. Dieses muss nicht unbedingt in bar nachgewiesen werden, also in Geld, es können auch Sacheinlagen, wie etwa Maschinen Pkw oder dergleichen erbracht werden.

Sofern sie nicht über die vollen 25.000.- € verfügen, weder als Sacheinlage noch als Geldeinlage, würde sich in ihrem Fall die Unternehmergesellschaft „UG" ( umgangssprachlich auch als „Mini GmbH" bezeichnet) gem. § 5a GmbhG empfehlen. Diese kann mit einem Stammkapital von einem Euro gegründet werden.

Von den Gewinnen der Gesellschaft müssen dann mindestens 25 % in das Stammkapital zugeführt werden, um das Stammkapital langfristig auf den Stand einer normalen GmbH zu erhöhen.


Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!

Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können natürlich gerne über meine E-Mail-Adresse oder die Nachfrageoption mit mir Verbindung aufnehmen.

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Mittwochnachmittag.

Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Stresemannstr. 46
27570 Bremerhaven
kanzlei.newerla@web.de
Fax.0471/140244


Nachfrage vom Fragesteller 08.12.2010 | 17:43

Guten Tag,

danke, aber die Frage ist nur zum Teil beantwortet (und nach der Gründung einer Ltd oder UG hatte ich nicht gefragt).

Hier ist ein Auszug aus einer IHK-Info über GmbH-Gründung: "Bei Geldeinlagen darf die Anmeldung erst erfolgen, wenn von jeder Einlage 1/4, insgesamt aber mindestens 12.500 Euro eingezahlt sind. Bei der Ein-Mann-GmbH muss der Gesellschafter darüber hinaus für den zunächst nicht eingezahlten Teil der Geldeinlage eine Sicherung bestellen."

Die Frage ist also: Wenn nur ein Gesellschafter vorhanden ist (in diesem Fall die engl. Ltd), reicht es für die HR-Anmeldung aus, wenn ich z.B. einen PKW mit Wertgutachten über 12.500 als Sacheinlage einbringe, oder muß ich gleich die gesamten 25.000 Euro aufbringen für die HR-ANMELDUNG aufbringen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.12.2010 | 12:17

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich Ihnen sehr gerne wie folgt beantworten möchte:

Vorab möchte ich kurz anmerken, dass ich die Gründung einer Limited beziehungsweise einer Unternehmergesellschaft ( sozusagen als Zusatzinformation) deshalb angesprochen habe, weil Sie auch zumindest theoretisch angedacht haben eine neue Gesellschaft ( in Ihrem Fall eine GmbH) zu gründen.

Nun möchte ich aber gerne auf Ihre konkrete Nachfrage eingehen.

Die Ausführungen der IHK sind insoweit korrekt.

In der Tat besteht war einer Gründung einer GmbH durch nur einen Gesellschafter eine Besonderheit.

Hier reicht es zwar grundsätzlich aus, wenn auch zunächst 12.500 € eingezahlt werden,jedoch muss für den übrigen Betrag ( also in ihrem Beispiel für die übrigen noch nicht geleisteten 12.500 €) eine Sicherheit, etwa in Form einer Bankbürgschaft oder durch einen ähnlich werthaltigen Gegenstand, geleistet werden.

Sie können den Betrag in Höhe von 12.500 € auch durch eine Sacheinlage ( ein Wertgutachten ist vorausgesetzt) erbringen, müssen aber darüber hinaus eine Sicherheit in der eben beschriebenen Form, also beispielsweise durch eine Bankbürgschaft, nachweisen.

Im Ergebnis genügt es also leider nicht, wenn Sie lediglich den Pkw als Sacheinlage einbringen. Darüber hinaus ist die Sicherheit zwingend erforderlich.


Ich hoffe Ihre Nachfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch einen angenehmen Donnerstagnachmittag und alles Gute!

Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Stresemannstr. 46
27570 Bremerhaven
kanzlei.newerla@web.de
Fax.0471/140244

Bewertung des Fragestellers 09.12.2010 | 09:49

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