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Aufklärungspflicht des Zahnarztes

28.04.2020 11:28 |
Preis: 57,00 € |

Medizinrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Eine Patientin (60+) hat im Unterkiefer mittig nur noch 7 Zähne, sodass dringend eine Prothese erforderlich war. (Ein Implantat eines anderen Zahnarztes war wegen Unverträglichkeit wieder entfernt worden.) Zuvor hatte sie über 10 Jahre eine Klammerprothese eines anderen Zahnarzt getragen, mit der sie sehr zufrieden war.

Bei der Vorbesprechung äußerte der neue Zahnarzt, dass „wir Beide mit einer solchen Lösung nicht glücklich würden". Auf Nachfrage erklärte er es mit dem nötigen Halt.

Da die Patientin das Aussehen solcher Klammerprothesen kannte, eben mit diskret verlaufenden Klammern (wie dünne Drähte, jedoch starr) um die jeweils äußeren Zähne, hielt sie es nicht für nötig, um eine Abbildung zu bitten. Von sich aus hatte der Zahnarzt weder eine Abbildung noch ein Modell gezeigt. Wegen des besseren Haltes war besprochen worden, dass es an der Prothese Klammern geben sollte, die jeweils zwischen dem letzten und vorletzten Zahn heraus führen und diese umschlingen.

Bei der ersten Anpassung musste die Patientin dann feststellen, dass es keine diskreten Klammern waren sondern auffallende und entstellende breite Metallbänder die auf jeder Seite die zwei letzten Zähne umschlingen und die weit in den sichtbaren Frontzahnbereich hinein reichen!

Nach deutlich geäußertem Entsetzen und der nochmaligen Frage, was er genau mit seiner anfänglichen Äußerung „damit nicht glücklich werden" gemeint hatte, verwies er ausschließlich auf eventuell entstehende Probleme mit dem Halt. Ästhetische Probleme sprach er auch diesmal nicht an. Auf eine diesbezügliche Intervention meinte er lediglich, es würde beim Lachen bestimmt gar nicht so sehr auffallen.

Da die Patientin zur Corona-Risikogruppe gehört, war dieser letzte Termin Ende Februar. Einige Tage danach hatte sie der Angestellten telefonisch bereits mitgeteilt, dass sie die Prothese in dieser Form keinesfalls annehmen würde und es vom Zahntechniker nachgebessert werden müsse. Der Zahnarzt selbst hat sich zu keinem Zeitpunkt mit ihr in Verbindung gesetzt.

Vor einigen Tagen kam von der Praxis die telefonische Bitte um Vorstellung. Wegen der nicht auszuschließenden Ansteckungsgefahr, möchte die Patientin einen Praxisbesuch vermeiden und hat um telefonischen Rückruf gebeten.

Bei einem Anruf bei der Krankenkasse wurde nur mitgeteilt, man hätte das Recht auf eine gut sitzende Prothese. Die näheren Details konnte man sich dort offensichtlich nicht vorstellen.

Wie sieht die rechtliche Situation aus, wenn der Zahnarzt eine ästhetisch inakzeptable Lösung wählt, ohne in irgend einer Weise auf die Optik hinzuweisen? Inwieweit muss der Zahnarzt vorher darüber aufklären? Wie ist die Situation, wenn eine Nachbesserung zu keiner akzeptablen Lösung führen sollten?
28.04.2020 | 12:14

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Der Behandlungsvertrag zwischen dem Zahnarzt und dem Patienten wird grundsätzlich als Dienstvertrag höhererArt eingeordnet. Die Rechtsbeziehungen zwischen den Parteien bestimmen sich daher nach den §§ 611 ff. des BürgerlichenGesetzbuches (BGB). Danach verpflichtet sich der Zahnarzt, den Patienten unter Berücksichtigung des anerkannten Standards der medizinischen Wissenschaft und Technik zu behandeln, ohne für das Ergebnis seiner Behandlung ein Erfolgsversprechen abzugeben. Dies gilt nicht nur für die Behandlung, die sich auf konservierend-chirurgische, kieferorthopädische und ähnlicheVorgänge beschränkt, sondern auch in Bezug auf die zahnärztlich-prothetische Behandlung. Auch in diesem Fall wird nicht auf den Arbeitserfolg, sondern auf die Arbeitsleistung abgestellt.

Im Vorliegenden Fall ist das Ergebnis kann die fehlende Aufklärung über ein offensichtliches ästhetisches Problem als nebenvertragliche Pflichtverletzung eingestuft werden. Dieses müsste im Streitfall dargelegt und bewiesen werden.

Wenn eine Nachbesserung keinen Erfolg bringt, können Sie den Eingriff von einem anderen Zahnarzt durchführen lassen und die Kosten vom Anspuchsgegner herausverlangen. In der Durchsetzung kann dies jedoch über eine Klage gehen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
RA Richter


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