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Aufkauf von Unternehmensanteilen oder Neugründung eines Unternehmens?


17.12.2013 14:50 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht



Vor einigen Jahren haben zwei Geschäftspartner A, B im Rahmen der Entwicklung und Vermarktung eines Software-Produktes eine Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt), kurz UG, gegründet.

Beide Unternehmer sind zu gleichen Teilen als Gesellschafter beteiligt (50%:50%). Gesellschafter A ist zum alleinigen Geschäftsführer der UG bestellt worden.
Im Laufe der Zeit wurde das Stammkapital der UG auf 15 T€ erhöht.
Das Stammkapital ist heute fast vollständig verbraucht, im Wesentlichen für die Software-Entwicklung durch eine externe Agentur.
Bis dato wurden keine Einnahmen erzielt.
Die Gesellschaft ruht, da das Produkt nach übereinstimmender Ansicht beider Gesellschafter A, B nicht marktfähig ist.

Der Gesellschafter B plant unabhängig von der eingangs erwähnten Unternehmung die Einführung einer neuen Dienstleistung. Dafür wird eine neue unternehmerische Geschäftsform gesucht. B soll alleiniger Eigentümer der neuen Unternehmung werden.
Zum Start der neuen Unternehmung werden 10 T€ benötigt (Budget Vertrieb, Marketing), über die B verfügt.
Aufgrund eines Anstellungsvertrages ist B die Geschäftsführung in einem anderen Unternehmen untersagt. Daher soll ein Fremdgeschäftsführer während der Einführungszeit in der neuen Unternehmung eingesetzt werden, der nur geringfügig beschäftigt / entlohnt wird, da auch mit Anlaufverlusten zu rechnen ist.

Es erscheint also sinnvoll, die eingangs erwähnte Unternehmung in diese Überlegungen mit einzubeziehen.

Welchen Weg sollte B einschlagen, unter der Annahme das A und B eine kooperative, professionelle Beziehung pflegen, alternativ aber auch eine Person C ebenfalls als Fremdgeschäftsführer übergangsweise zur Verfügung stünde:

- Es bestünde die Möglichkeit, dass Gesellschafter B die Geschäftsanteile der eingangs beschriebenen UG von Gesellschafter A erwirbt, der Geschäftszweck / der Unternehmensname geändert wird und A weiterhin als Geschäftsführer beschäftigt wird. Dabei würde das GF-Gehalt (teilweise) auf den Kaufpreis der Unternehmensanteile angerechnet werden.

- Ferner könnte B eine neue Unternehmung gründen (UG) und A hier als Fremd-Geschäftsführer einstellen.

-Gibt es noch andere Alternativen, z.B. den Erwerb einer "Vorrats-GmbH inkl. Fremdgeschäftsführer"?


Es ist offensichtlich, dass die speziellen Marktaspekte der neuen Unternehmung eine Rolle spielen und eine pauschale Aussage ohne erweiterten Kontext schwierig ist.

Gesucht ist insofern ein einzelnes, gewichtiges Argument, dass entweder für den einen oder gegen die anderen Wege sprechen könnte...

Vielen Dank!
Sehr geehrte Fragestellerin,
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Einstellung Ihrer Frage.

Ihre Fragen beantworte ich aufgrund der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt. Ich bitte Sie zu beachten, dass eine ausführliche Rechtsberatung in einem solchen Rahmen nicht stattfinden kann.
Eine pauschale Beantwortung Ihrer Antwort ist nicht möglich. Auch spielt hier das Steuerrecht eine wichtige Rolle, da ggf. sich Steuern sparen lassen.

Grundsätzlich ist es sinnvoller, die Anteile an der bestehenden UG an B zu übertragen und ggf. den Gesellschaftszweck, falls dies notwendig ist, zu ändern. Dies hat den Vorteil, das gegenüber Dritten sich die rechtliche Situation (Anstellungsvertrag) formell nicht wesentlich verändert. Auch hätte dies ggf. den Vorteil, dass A unproblematisch aus der UG aussteigen kann. Wird das Stammkapital durch die weitere Einlage von B erhöht, so kann die UG bei Erreichen von € 25.000,00 Stammkapital in eine GmbH umgewandelt werden. Auch fallen keine weiteren Kosten (Geschäftsführergehalt, Buchführung usw.) für die nicht benötige UG mehr an. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Geschäftsführervertrag von A weiterhin gilt. Auch können ggf. die Verluste steuerrechtlich übernommen werden. Dadurch könnte sich die Steuerlast in der Zukunft für die UG verringern. Hierzu sollten Sie einen Steuerberater kontaktieren.

Der Kauf einer fremden Mantel – GmbH ist stets problematisch. Zwar ist diese Gesellschaft in der Regel stillgelegt, allerdings können hier nicht unerhebliche Altschulden gegeben sein. Dazu können auch Geschäftsführerverträge gehören. Ist ein solcher Vertrag gegeben, so kann es sein, dass Sie mit dem Geschäftsführer ein kostenintensiven Auflösungsvertrag schließen müssen. Auch kann der Ruf einer solchen Gesellschaft negativ behaftet sein und der Gesellschaftszweck nicht zu Ihrem Unternehmensziel passen. Bei dem Kauf einer Mantelgesellschaft müssen Sie zudem die Satzung zunächst mit übernehmen und diese ggf. später anpassen. Hierdurch können erhebliche Kosten entstehen. Da hier Ihnen bereits eine eigene Gesellschaft zur Verfügung steht, sollten Sie daher diese nutzen.


Die Neugründung einer UG ist im Vergleich zur Umwandlung Ihrer jetzigen UG wahrscheinlich aufwendiger. Die Übernahme von Steuerverlusten ist hierbei ausgeschlossen. Sowohl bei dem Kauf einer weiteren Gesellschaft, wie auch der Gründung einer weiteren Gesellschaft kann hierbei ein Konzern nach §§ 15ff., 291ff AktG. Hierdurch können besondere Pflichten des B entstehen. Daher rate ich Ihnen ohne die Kenntnis Ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse und der steuerrechtlichen Problematik dazu, die Anteile der UG aufzukaufen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Diplom - Jurist, LL.M. Sebastian Scharrer, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 18.12.2013 | 09:54

Sehr geehrte Herr Scharrer,
vielen Dank für die ausführlichen Erläuterungen, damit ist uns schon sehr geholfen.

Bitte erlauben Sie noch eine kurze Nachfrage ohne aber ein vollständig neues Thema beginnen zu wollen...

Bisher ist A als geschäftsführender Gesellschafter mit einer 50% Beteiligung an der UG von Sozialabgaben befreit. Sollte B nun 100% der Geschäftsanteile erwerben, wäre A als geringfügig beschäftigter Fremdgeschäftsführer aber in einer abhängigen Position und damit versicherungspflichtig, oder?

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.12.2013 | 12:13

Zunächst möchte ich hier klar stellen, dass diese Frage eigentlich nicht als Nachfrage nach den AGB von frag-einen-anwalt zugelassen ist. Dennoch möchte ich Ihnen kurz weiter helfen:

Hier kommt es auf die Höhe der Vergütung an. Bis zu 450 Euro in Monat kann A sich von der Sozialversicherungspflicht (Rentenversicherung, Krankenversicherung) befreien lassen. Ist A bereits Pflichtmitglied, so kommt es darauf an, ob die Befreiungsgrenze erreicht wird. Weitere Informationen können Sie auf folgender Seite finden. Bitte beachten Sie, dass ich für den Inhalt dieser Seite nicht hafte. http://www.lohn-gehaltsabrechnung.com/impressum/

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