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Aufhebung der Bewährung


22.05.2006 23:38 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Meine Frage: Unser Sohn ist wegen sexueller Nötigung zu 4 Jahren Bewährung, mit Unterbringung in einem psychiatrischen Wohnheim, wo die Einnahme der Medikamente beaufsichtig wird, verurteilt worden. Die Bewährung läuft noch bis März 2007 (10 Monate). Er hatte die Einrichtung unerlaubt verlassen, ist freiwillig zurückgekehrt und ins Landeskrankenhaus in stationäre Behandlung gegangen. Er ist dort auch ein paar mal geflohen, aber immer freiwillig zurückgekommen. Jetzt will die Staatsanwaltschaft eine Aufhebung der Bewährung beim Gericht beantragen und eine forensische Unterbringung erwirken, bzw. eine Verlängerung der Bewährung erwirken. Unser Sohn hat sich aber nichts mehr zuschulden kommen lassen. Er ist aus Angstzuständen geflohen, die man medizinisch nicht in den Griff bekommen konnte. Wie kann man verhindern, das er nicht in die Forensikh bzw. keine Bewährungsverlängerung bekommt. Er hat jetzt keinen Ausgang mehr u. somit auch keine Gelegenheit mehr zu fliehen, und er auch nicht mehr fliehen will.
23.05.2006 | 00:20

Antwort

von


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Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre Frage!

Kurz und knapp:
Sie müssen die Staatsanwaltschaft und das Gericht davon überzeugen, daß von Ihrem Sohn keine Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht und daß Ihr Sohn rein aus unkontrollierbaren Angstzuständen geflohen ist, aber keinesfalls aus bösem Willen oder Disziplinlosigkeit.

Zur Erläuterung:
Die Bewährung wird eingesetzt, um den Verurteilten die Chance zu geben, ihre Besserung zu zeigen. Dabei werden oft Auflagen gemacht, die von dem Einzelfall abhängen. Wenn nun die Auflagen verletzt werden, so ist dies üblicherweise ein Zeichen, daß die Verurteilten sich eben nicht bessern wollen. In dem Fall kann die Bewährungszeit durchaus verlängert werden oder gleich die Vollstreckung der Strafe angesetzt werden.

Ihr Fall scheint etwas speziell und besonders zu sein, da hier psychische Probleme eine wesentliche Rolle spielen. Die Staatsanwaltschaft scheint dieses Problem erkannt zu haben und will nunmehr im Wege der forensischen Unterbringung (genauer: Unterbringung in einer forensischen Psychiatrie) herausbekommen, welche psychischen Probleme genau vorliegen, ob diese eine Gefahr für die Allgemeinheit sind und wie diesen am besten zu begegnen ist. Die Meinung der Ärzte ist hierbei von sehr entscheidender Bedeutung.

Da hier Landesrecht eine wesentliche Rolle spielt, wäre es von Vorteil, wenn Sie kurz mitteilen, in welchem Bundesland Ihr Sohn sich befindet.

Zur konkreten Vorgehensweise sei erläutert, daß die Verlängerung der Bewährungszeit und die Unterbringung in einer forensischen Psychiatrie vom Gericht in einem sogenannten Beschluß entschieden wird. Hierzu muß Ihr Sohn gehört werden. Dies ist dementsprechend die beste Gelegenheit, dem Gericht Gründe zu nennen, warum es in Sinne Ihres Sohnes entscheiden sollte. Wenn das Gericht dann anders entscheidet, kann Ihr Sohn binnen einer bestimmten Frist über diesen Beschluß eine sogenannte Beschwerde einreichen.

Ich muß ausdrücklich darauf hinweisen, daß es hier sehr extrem auf den Einzelfall ankommt, eine genaueste Kenntnis der Akte Ihres Sohnes ist unumgänglich. Ich muß daher anraten, einen Kollegen hinzuzuziehen. Ich kann von hier aus und in diesem Forum leider keine konkreteren Ratschläge geben.

Bitte benutzen Sie bei Bedarf (z.B. Nennung des Bundeslandes, Nachfragen, Verständnisfragen) die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen,

RA R. Weber


Nachfrage vom Fragesteller 24.05.2006 | 04:00

Vielen Dank für die aussagefähige Nachricht. Wir leben im Bundesland Niedersachsen. Unser Sohn will jetzt die Staatsanwaltschaft anschreiben und die Gründe seiner Flucht mitteilen und auch glaubhaft versichern, dass durch ihn zu keiner Zeit Gefahr für die Allgemeinheit bestand.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.05.2006 | 03:39

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für die Informationen!

Es kann auf keinen Fall schaden, die Staatsanwaltschaft anzuschreiben, jedoch kann ich nur weiterhin anraten, einen Strafverteidiger hinzuzuziehen.
Es wäre eine Überlegung wert, in dem Brief an die Staatsanwaltschaft auf eventuell günstige Passagen aus ärztlichen Gutachten oder Berichten einzugehen, um der Staatsanwaltschaft zu zeigen, daß der Brief ernst gemeint ist und keine "dahin-gekritzelte-Wir nerven-mal-die-Staatsanwaltschaft" Aktion darstellt.

Eine Kopie des Briefes sollte Ihr Sohn auf jeden Fall bei den eigenen Akten behalten.

Auf den nach Möglichkeit hinzuzuziehenden Strafverteidiger sei nochmals hingewiesen (Darauf kann man nicht oft genug hinweisen).

Viel Glück,
mit freundlichen Grüßen,

RA R. Weber

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