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Aufgabenveränderung nach Elternzeit

20.11.2012 11:26 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Bin gerade in Elternzeit und habe mich mit meinem Arbeitgeber über die weitere Vorgehensweise unterhalten. Hatte bisher eine wichtige Führungsposition inne incl. Auto und gutem Stundenlohn. Mein Wunsch nach Teilzeit will der Arbeitgeber nachkommen aber nur unter der Prämisse, einen anderen Platz im Unternehmen einzunehmen, da mein vorher verantwortungsvoller Posten seiner Meinung nach nur in Vollzeit ausübbar sei.
Meine neue Aufgabe ist aber mit weniger Verantwortung verbunden, so dass er mir 20-40% weniger Lohn zahlen will und natürlich auch kein Geschäftsauto.
Meine Frage ist nun, ob das überhaupt zulässig ist oder ob ich nicht auch in Teilzeit ein Anrecht auf das vorige Gehalt habe? Was ist mit dem Auto, aktuell habe ich es der Firma zurückgegeben?

20.11.2012 | 12:11

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Sie haben nach der Elternzeit einen Anspruch darauf, zu den bisherigen Bedingungen Ihres Arbeitsvertrages wieder beschäftigt zu werden. Dies würde zunächst bedeuten, dass Sie in Vollzeit tätig werden können und müssen.

Einen Anspruch auf eine Teilzeitbeschäftigung nach dem Ende der Elternzeit haben Sie unter den Voraussetzungen des § 8 TzBfG: Zeitlich nicht begrenzte Verringerung der Arbeitszeit . Gem. Absatz 4 der Vorschrift hat "der Arbeitgeber der Verringerung der Arbeitszeit zuzustimmen und ihre Verteilung entsprechend den Wünschen des Arbeitnehmers festzulegen, soweit betriebliche Gründe nicht entgegenstehen. Ein betrieblicher Grund liegt insbesondere vor, wenn die Verringerung der Arbeitszeit die Organisation, den Arbeitsablauf oder die Sicherheit im Betrieb wesentlich beeinträchtigt oder unverhältnismäßige Kosten verursacht."

Nach Ihrer Schilderung hat der Arbeitgeber Ihrem Wunsch aus betrieblichen Gründen nicht zugestimmt und Ihnen stattdessen ein anderes Angebot auf Zuweisung der geringervergüteten Tätigkeit gemacht. Wenn Sie dieses Angebot annehmen, werden Sie zukünftig zu diesen Bedingungen beschäftigt; der Arbeitsvertrag wird dann einvernehmlich geändert. Lehnen Sie das Angebot ab, bleibt es bei Ihrem ursprünglichen Arbeitsvertrag in Vollzeit.

Die Ablehnung des Teilzeitwunsches zu den bisherigen Bedingungen durch den Arbeitgeber können Sie arbeitsgerichtlich überprüfen lassen. Ob eine derartige Überprüfung aber in Ihrem Sinne ausfallen wird, kann an dieser Stelle nicht ohne weitere Kenntnis des Arbeitsverhältnisses, des Aufgabenprofiles und der persönlichen Umstände beurteilt werden.

Sollten die betrieblichen Gründe des Arbeitgebers nicht ausreichend sein, haben Sie einen Anspruch auf seine Zustimmung zu der von Ihnen gewünschten Teilzeitarbeit mit den ursprünglichen (anteiligen) Bedingungen. Dann würden Sie auch in Teilzeit den vorherigen Stundenlohn erhalten. Falls die Gründe des Arbeitgebers hingegen ausreichend sind, müssen Sie entweder in Vollzeit arbeiten oder das schlechter bezahlte Angebot annehmen oder das Arbeitsverhältnis beenden.

Ebenso sieht es mit Firmenwagen aus, wenn dieser ursprünglich Bestandteil des Arbeitsvertrages war. Bei einer neuen Vereinbarung muss der Arbeitgeber nicht zwingend ein Auto anbieten. Wird hingegen der alte Arbeitsvertrag fortgeführt, können Sie nach den dortigen Absprachen verlangen, dass Ihnen ein Auto zur Verfügung gestellt wird.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten hilfreichen Überblick in der Sache verschafft zu haben. Ich weise darauf hin, dass die Beantwortung Ihrer Frage ausschließlich auf Grundlage Ihrer Schilderung erfolgt. Die Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Einschätzung, die eine persönliche und ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in den seltensten Fällen ersetzen kann. Das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben kann möglicherweise zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt


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