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Auffahrunfall mit fahrlässiger Körperverletzung


| 29.04.2006 21:43 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht



Sehr geehrter Ratgeber,

gegen 7:20 bei trockener Witterung befuhr ich eine vierspurige Hauptstraße innerhalb einer Ortschaft.

Bedingt durch den dichten Berufsverkehr hatten sich zwei Fahrzeugkolonnen gebildet. Ich befand mich in der linken Kolonne, fuhr mit angemessener Geschwindigkeit im Schritttempo.

Als ich zum Vordermann aufschließen wollte, merkte ich plötzlich, daß der Abstand zu knapp wurde. Selbst eine Vollbremsung konnte das Fahrzeug nicht zum Stillstand bringen und es kam leider zum Zusammenstoß mit dem Vordermann.

Ich kann mir selbst nicht erklären, warum ich nicht rechtzeitig bremsen konnte. Eventuell trug mein Schuhwerk (Sandalen) zur Verzögerung des Reaktionsweges bei.

Zum Zeitpunkt des Unfalls saßen mein 14jähriger Sohn als Beifahrer sowie ein 15jähriger Schulfreund angegurtet im Fahrzeug. Beide blieben unverletzt.

Nach dem Zusammenstoß stieg ich unverzüglich aus dem Auto und erkundigte mich nach dem Zustand des Vordermannes.
Die Fahrerin faßte sich am Hinterkopf, war in Tränen ausgebrochen, erschien mir erschrocken aber unverletzt und beruhigte sich schnell.Durch den Zusammenprall war sie leicht auf die Anhängerkupplung Ihres Vordermannes aufgefahren.

Es enstand Sachschaden an meinem Fahrzeug sowie am PKW des Unfallgegners. Der Vordermann des Unfallgegners erklärte den Stoß auf die Anhängerkupplung als nicht nennenswert.

Der Unfallgegner klagte über Schmerzen im Rückenbereich, war aber voll gehfähig und lief mehrmals zur nahegelegenen Telefonzelle, um Ihre Dienststelle zu benachrichtigen.

Die Polizei nahm den Unfall auf. Der Unfallgegner erklärte auf eine Frage des Polizeibeamten, keine Strafanzeige gegen mich erstatten zu wollen.

Ich habe einen Anhörungsbogen als Beschuldigter mit dem Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung zugestellt bekommen und möchte folgende Fragen an Sie richten:

1- Ich bin bereit die Straftat zuzugeben und mein Bedauern auszudrücken, da ich den Unfall verursacht habe.
Ist die Begründung Unachtsamkeit ausreichend?
Könnte eventuell mein Schuhwerk erheblich strafverstärkend wirken?

2- Soll mein Sohn den Anhörbogen abgeben oder soll er von seinem Verweigerungsrecht Gebrauch machen?

3- Wäre es zu meinem Vorteil, wenn der Schulfreund den Anhörbogen abgibt ?

4- Mit welchen strafrechtlichen Folgen muß ich rechnen, unter Berücksichtigung, daß ich nie verkehrswidrig gehandelt habe und bisher unfallfrei gefahren bin.

Ich bedanke mich im voraus für eine schnellstmögliche Antwort.

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

I. Es steht Ihnen frei, im Rahmen des strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens Angaben zur Sache zu machen. Sie können auch von Ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen, was ich Ihnen hiermit auch prinzipiell empfehlen würde. Mit der Begründung „Unachtsamkeit“ würden Sie den Fahrlässigkeitsschuldvorwurf mehr oder minder einräumen.
Dass Sie Sandalen getragen haben, kann Ihnen nicht zum Nachteil gereichen, es sei denn, dass Sie mit diesen nicht vernünftig Auto fahren konnten. (Was ich nicht weiß.) Da Sie erwähnt haben, dass „eventuell“ die Sandalen eine „mangelnde Beherrschung des Fahrzeugs“ bedingt haben, würde ich diesen Umstand nicht anführen. Ich vermute, dass weder den anderen Unfallbeteiligten noch der Polizei aufgefallen ist, dass Sie solche trugen.
Ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung wird grds. nur nach einem Strafantrag der geschädigten Person eingeleitet. Mich wundert die Einleitung des Verfahrens, da der Unfallgegner am Unfallort erklärt hat, er wolle keinen Strafantrag stellen. (Ein Strafantrag ist zu unterscheiden von der Strafanzeige. Die Anzeige bedeutet, dass den Strafverfolgungsbehörden Mitteilung von einer begangenen Straftat gemacht wird. Ein Strafantrag dagegen ist der Antrag des Verletzten.)

II. Ihr Sohn sollte von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen.

III. Der Schulfreund ist (ebenfalls) Zeuge und hat kein Zeugnisverweigerungsrecht. Spätestens einer staatsanwaltschaftlichen Ladung zur Vernehmung müsste er Folge leisten.

IV. Die strafrechtlichen Folgen wären schlimmstenfalls eine Geldstrafe. Allerdings ist eine Einstellung des Verfahrens wahrscheinlicher, da es sich um einen typischen Verkehrsunfall/Auffahrunfall gehandelt hat. In Betracht kommt möglicherweise. sogar eine Einstellung nach § 153 StPO. (Einstellung ohne eine (Geld-)Auflage.)
Falls Sie Bedarf sehen, sich anwaltlich vertreten zu lassen, so suchen Sie am besten einen Verteidiger vor Ort auf.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 30.04.2006 | 15:02

Sehr geehrter Ratgeber,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Folgende Anschlußfragen möchte ich noch an Sie richten:

1- Sie empfehlen mir von meinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch zu machen.

Wäre es nicht ratsam, jetzt Stellung zu nehmen und die Tat zuzugeben, welche sich ohnenhin nicht leugnen läßt, um z. B. eine spätere mündliche Vernehmung zu umgehen und eine Strafmilderung zu begünstigen?

In der Belehrung vom Anhörbogen Beschuldigte steht:

"Sofern bis zum ...... keine Nachricht von Ihnen eingeht, wird angenommen, dass Sie von Ihrem Recht, zu der Beschuldigung Stellung zu nehmen, keinen Gebrauch machen wollen.
Sie werden jedoch darauf hingewiesen, dass Ihnen die Gelegenheit zur Stellungnahme nur einmal gewährt wird und daß Ihnen kein Anspruch darauf zusteht, von einem Staatsanwalt oder Richter vernommen zu werden".

Gehe ich Recht in der Annahme, daß ein Gerichtsurteil ohne mündliche Verhandlung gefällt wird?

2- Muß der Zeuge mit weiteren Befragungen rechnen, wenn er jetzt den Anhörbogen ausgefüllt abgibt?

Vielen Dank im voraus.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.05.2006 | 11:23

Sehr geehrter Fragestellerin,

Ihre Nachfragen möchte ich wie folgt beantworten:

zu 1: Wenn Sie beabsichtigen, keinen Verteidiger hinzuzuziehen, dann ist die Strategie, mit offenen Karten zu spielen, sicher nicht die schlechteste. Die „Tat als solche“ lässt sich wohl nicht leugnen; dennoch würden Sie mit der Beiziehung eines Verteidigers die Chancen wesentlich erhöhen, dass das Verfahren eingestellt wird. Es ist jedoch auch nicht ausgeschlossen, dass das Verfahren ohne die Beiziehung eines Verteidigers eingestellt wird, da der Verstoß nicht sonderlich schwerwiegend ist und Sie keinerlei Vorstrafen, etc. haben.

Es ist möglich, dass Sie im schlechten Fall per Strafbefehl (schriftliches Verfahren) verurteilt werden. Genau kann dies aber nicht vorhergesagt werden.

Zu 2: Der Zeuge würde in einer mündlichen Verhandlung befragt werden, unabhängig davon, ob er jetzt einen Anhörungsbogen abgibt oder nicht. Ansonsten würde der Zeuge im Ermittlungsverfahren kaum nochmals vernommen werden, es sei denn, es bestünden erhebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Aussage.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt

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