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Auffahrunfall mit Rennrad auf PKW-Schuldfrage?


| 05.02.2007 18:59 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas M. Boukai



Folgender Sachverhalt: Ich (Rennradfahrer) fahre auf einen abrupt abbremsenden PKW auf.
Verkehrslage: innerstädtisch, ruhige Verkehrslage, Zeit: Sonntag ca.14 Uhr, ca.8-10 °C, trocken, gute Sicht.
Der PKW fahrt mit einer Geschwindigkeit von ca. 40 Km/h auf einer Vorfahrtsstrasse. Ich fahre etwa die selbe Geschwindigkeit (es geht leicht bergab), mein Abstand beträgt etwa 10-12 Meter. Der PKW bremst abrupt und stark (Vollbremsung) und kommt vollständig zum Stehen. Ich pralle mit ca. 20-25 Km/h ins Heck des Wagens. Scheinbarer Grund der Vollbremsung: Aus einer Nebenstrasse (rechts der Vorfahrtssstrasse, gepflastert, erhöhter Bordstein) zeigt sich ein Fahrzeug, wobei dieses nicht in die Vorfahrtsstraße einfährt bzw. anstalten hierzu macht sondern klar in der Nebenstrasse bleibt. Der von rechts kommmende PKW ging aus meiner Sicht auch nicht sonderlich schnell bzw. hektisch oder abrupt zu Werke.
Zeugenlage: 2 Leute im Unfall-PKW, 2 Leute im PKW von rechts, die meine Aussage stützen.
Soll ich rechtliche Schritte einlegen, da die Fahrer des vorrausfahrenden PKWs die Schuld bei mir sehen? Ich sehe nur eine Teilschuld bei mir, da ich absolut keine Notwendigkeit für eine Vollbremsung sehe.
Schaden etwa 2000 Euro am Rennrad, ca 1500 Euro am Auto.

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Sehr geehrte(r) Fragensteller(in).

Aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes beantworte ich Ihre Frage wie folgt.

Grundsätzlich haben Sie im Straßenverkehr einen ausreichenden Abstand zu halten, um im Bedarfsfall bremsen zu können. Der auffahrende hat in aller Regel die Schuld. Dies jedoch nicht, sofern der Vorausfahrende unvermittelt stark und unbegründet abbremst. Dies könnte hier nach Ihren Schilderungen der Fall sein.
Zudem haben Sie auf Ihrer Seite zwei Zeugen.
Fraglich ist natürlich, was diese Zeugen genau im Streitfall vortragen werden. Sicherlich werden sie auf keinen Fall einräumen, dass der vorausfahrende unter Umständen durch ihr Verhalten zu einer Bremsung gezwungen war. Insofern sind diese Zeugen mit Vorsicht zu genießen.
Andererseits sind auch die Zeugen des vorausfahrenden KFZ nicht ganz unparteiisch.
Daher ist eine präzise Vorhersage Ihrer Möglichkeiten nicht seriös abzugeben.
Sofern die Polizei den Unfall aufgenommen hat, wäre es zunächst notwendig Akteneinsicht zu nehmen. Auch könnte die Einholung schriftlicher Aussagen der Zeugen von Vorteil sein.
Sie sollten mitsamt der Rechnungen (Reparatur Fahrrad, etc.) einen Kollegen vor Ort aufsuchen und mit der weiteren Bearbeitung betrauen.

Ich hoffe Ihre Fragen zufrieden stellend beantwortet zu haben.
Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bitte beachten Sie, dass die Antwort auf Ihren Angaben beruht und sich die rechtliche Beurteilung des Sachverhaltes nur bei Kenntnis aller Details der Sache vollumfänglich und sicher treffen lässt.

Mit freundlichen Grüßen,

Andreas M. Boukai
- Rechtsanwalt -

Nachfrage vom Fragesteller 05.02.2007 | 19:55

Hallo Herr Boukai,

vielen Dank für die Antwort. Eine Ihrer Aussagen verstehe ich nicht:
"Fraglich ist natürlich, was diese Zeugen genau im Streitfall vortragen werden. Sicherlich werden sie auf keinen Fall einräumen, dass der vorausfahrende unter Umständen durch ihr Verhalten zu einer Bremsung gezwungen war. Insofern sind diese Zeugen mit Vorsicht zu genießen"

Meine Meinung: Genau das sehe ich aber als meinen Vorteil. Die Leute im PKW von rechts werden sagen, dass Sie dem vorbeifahrenden PKW auf der Vorfahrtsstraße keinen Grund gaben zu Bremsen. Er tat es aber dennoch. Das schlägt sich ja dann zu meinen Gunsten nieder. Mehr zu meinen Gunsten hab ich nicht, da die Polizei den Unfall nicht aufgenommen hat.

Lohnt aus Ihrer Sicht der Gang zum Anwalt (rein montär). Wenn der Vorausfahrende eine Teilschuld bekommt (vielleicht 30-40 %) und man die ganzen Anwaltskosten und den Zeitaufwand gegenrechnet?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.02.2007 | 12:02

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in).

Die Zeugen werden kein Interesse daran haben sich selbst ein Verschulden anzulasten. Dies wird im Streitfall bei der Gewichtung der Zeugenaussagen vom Gericht berücksichtigt werden.

Grundsätzlich würde ich bei den von Ihnen angegebenen Schadenssummen versuchen mich mit dem Unfallbeteiligten darauf zu einigen, dass jeder seinen Schaden selbst trägt.

Die Haftungsquoten sind nicht gesetzlich festgelegt. Es kommt stets auf den Einzelfall an.
Bei Auffahrunfällen spricht der Beweis des ersten Anscheins dafür, dass der Auffahrende die im Verkehr erforderliche Sorgfalt nicht beachtet hat, weil er entweder zu dicht aufgefahren ist oder seine Fahrgeschwindigkeit nicht der Verkehrslage angepasst hat oder weil er es an der erforderlichen Aufmerksamkeit hat fehlen lassen. Dieser gegen den Auffahrenden sprechende Anscheinsbeweis wird nur entkräftet, wenn die ernsthafte Möglichkeit eines atypischen, nicht für ein Verschulden des Auffahrenden sprechenden Geschehensablaufes vorliegt. Letzteres muss der Auffahrende darlegen und ggf. beweisen.
Hier kämen dann Ihre Zeugenaussagen ins Spiel. Jedoch gilt, auch bei unverhofft starkem Bremsen des Vorausfahrenden ohne zwingenden Grund ist vielmehr in der Regel von einem überwiegenden Verursachungsbeitrag des Auffahrenden auszugehen (so u.a. das OLG Köln, MDR 1995, 577;). Gemäß § 4 Abs. 1 S. 1 StVO ist der nachfolgende Fahrer verpflichtet, einen so großen Abstand zu halten, dass er auch dann hinter dem Vorausfahrenden halten kann, wenn dieser plötzlich bremst.

Hier dürfte nach erster Einschätzung eine Haftungsquote von etwa 75/25 zu Ihren Lasten gegeben sein, wenn nicht andere Umstände, wie etwa ein absichtliches Ausbremsen durch den Vordermann gegeben sind.

Mit freundlichen Grüßen,

Andreas M. Boukai
- Rechtsanwalt -

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