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Auffahrunfall an roter Ampel

26.10.2011 21:31 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Ich: Fahrer und Nutzer des Pkw
Meine Schwiegermutter: Halter und Versicherungsnehmerin


Ende Juni 2011, gegen 21:30 Uhr kam es in Hamburg zu einem Auffahrunfall an einer roten Ampel, wobei mir ein pkw eines Pizzalieferservices hinten auffuhr.

Der Unfall wurde durch die Hamburger Polizei aufgenommen. Der Fahrer des Fahrzeugs vom Pizzalieferservice wurde durch die Hamburger Polizei als Unfallverursacher festgestellt.

Der Pizzalieferant hatte es nach eigenen Angaben sehr eilig eine Pizza fristgerecht auszuliefern. Im Anschluss an den Unfall lag das Hauptaugenmerk des Betreibers des Pizzaservices darauf, dafür zu sorgen, dass die Pizza dennoch ausgeliefert wird. Das Wohlbefinden der am Unfall Beteiligten erschien eher nebensächlich. Ein anderer Fahrer des Pizza Lieferunternehmens kam vorbei, um die im verunfallten Fahrzeug transportierte Pizza aufzunehmen, um diese dann auszuliefern.

Der Halter des Unfallverursachenden Fahrzeugs hatte es trotz schriftlicher Aufforderung seiner Versicherung, ca. einen Monat nicht für nötig empfunden, den Unfall seiner Versicherung zu melden.

Im September, erhielt ich dann einen Brief der Versicherung des Unfallverursachers.

In dem Schreiben heißt es wörtlich:

„Nach der Schilderung unseres Versicherten hatten Sie unmittelbar vor der Ampel die Spur gewechselt und abgebremmst. Zur Prüfung haben wir die Polizeiakte angefordert."

Anmerkung: Ich hatte der Versicherung bereits einen Tag nach dem Unfall das polizeiliche Aktenzeichen der Hamburger Polizei mitgeteilt. Warum erst über einen Monat später die Polizeiakte angefordert wurde ist unverständlich. Es steht zu vermuten, dass das späte anfordern der Polizeiakte auf die vorsätzlich verzögerte Kontaktaufnahme des Unfallverursachers mit seiner Versicherung zurückzuführen ist.

Auf telefonische Nachfrage von mir teilte eine Mitarbeiterin der gegnerischen Versicherung
mit, dass die Polizeiakte zum Unfall aufgrund der Aussage ihres Versicherungsnehmers eingefordert wurde. Sollten sich die Angaben ihres Versicherungsnehmers bewahrheiten, stellt dies einen Haftungsausschluss dar. Der Fahrer des aufgefahrenen Fahrzeugs hätte keine Schuld und seine Versicherung würde somit nicht für den entstandenen Schaden aufkommen.

Auf Nachfrage, ob die -zu diesem Zeitpunkt bereit angefallenen- Reperaturkosten in Höhe von 4.000 Euro bereits von der Versicherung beglichen wurden und ob sie den erlittenen Wertverlust sowie die zustehende Tagespauschale für die Zeit in der sich das Fahrzeug in der Werkstatt befand erstatten, wurde mir erklärt, dass die Versicherung vor Abschluss der Prüfung bzw. des Rechtsstreits keinerlei Zahlungen veranlasst.

Auf meinen Einwand, dass die Schilderungen des Unfallverursachers so nicht korrekt sind, wurde mir gesagt, dass dann mein Wort gegen das Wort des Unfallverursachers stehen würde und in dem Fall eine gerichtliche Entscheidung herbeigeführt werden muss.

Auf ein erneutes Schreiben der gegenerischen Versicherung mitte Oktober, indem mir mitgeteilt wurde, dass diese den Schaden aus zuvor genannten Gründen nicht begleichen würde, habe ich mich an die Versicherung für mein genutztes und beschädigtes Fahrzeug gewandt.

Diese teilte mir nun telefonisch mit, dass die Vertragswerkstatt von Renault, bei der ich das Fahrzeug hab reparieren lassen, nicht bei ihnen als authorisierte Werkstatt gelistet sei und ich daher trotz Vollkasko 15 % der Schadenssumme selber begleichen müsse. Zudem würde meine Schwiegermutter als Versicherungsnehmerin prozentual hochgestuft werden. Ein Rechtsstreit seitens der Versicherung mit der gegnerischen Versicherung werde zudem auch nicht angestrebt.

Gegendarstellung:

Es stimmt, dass ich vor der Ampel die Spur gewechselt habe, denn ich wollte links abbiegen. Der Spurwechsel geschah regelkonform, ohne Hast und keineswegs unmittelbar vor der Ampel.
Da die Ampel für die Linksabbieger bereits auf gelb gesprungen war und ich es nach meiner Einschätzung nicht mehr geschafft hätte, vor der Rotlichtphase über die Kreuzung zu gelangen, bremste ich das Fahrzeug in vernünftiger Art und Weise ab und kam an der dafür vorgesehenen Haltelinie zum stehen (alle vier Räder standen still). Die Ampel war bereits auf rot umgesprungen. Ich erwartete die Grünphase als ein Ruck das Fahrzeug in dem ich und meine Beifahrerin saßen, nach vorne in den Kreuzungsbereich beförderte. Als das Fahrzeug zum stehen kam und ich meine Beifahrerin nach ihrem Wohlbefinden befragt hatte, stieg ich aus und stellte fest, dass o.g. Fahrzeug auf unser Fahrzeug aufgefahren war.
Ich fragte den Fahrer dieses Fahrzeugs ob mit ihm alles in Ordnung sei, worauf dieser Antwortete, dass es ihm Leid täte und er dachte, dass ich noch rüber fahren würde.

Die vom Fahrer des aufgefahrenen Fahrzeugs getroffene Äußerung impliziert, dass er die Verkehrssituation kurz vor dem Unfall anders eingeschätzt hat als ich und dementsprechend auch anders gehandelt hat. Anstatt seine Geschwindigkeit aufgrund der Gelbphase und einem vorausfahrenden Fahrzeugs vorausschauend zu verlangsamen, erhöhte er möglicherweise sogar seine Geschwindigkeit in der Hoffnung noch nach mir links abbiegen zu können. Als er bemerkte, dass ich nicht -wie von ihm vermutet- im letzten Moment die Kreuzung nahm, sondern stattdessen langsamer wurde und zum stehen kam, war es zu spät um selbst rechtzeitig zum stehen zu kommen. Es kam zum oben beschriebenen Auffahrunfall.

Anmerkung: Es hatte bereits den ganzen Abend geregnet und regnete auch zum Zeitpunkt des eben geschilderten Auffahrunfalls. Die Fahrbahn war Regennass.


Frage:
1. Wie kann es sein, dass ich, nachdem ich als Geschädigter durch die Polizei festgestellt wurde, nur weil die gegnerische Versicherung die Schadensbegleichung ablehnt, plötzlich keine freie Werkstattwahl mehr habe? Zumal ich zum Zeitpunkt der Reperatur von der Entscheidung der gegnerischen Versicherung noch gar nichts wusste.

2. Kann ich als Nutzer des Fahrzeugs mir selbst einen Anwalt über meine Rechtschutzversicherung nehmen oder muss dies durch die Rechtschutz des Halters (meine Schwiegrmutter) erfolgen? Ich würde als Fahrer und Unfallbeteiligter gerne alles über meine Rechtschutz laufen lassen.

3. für eine kurze rechtliche Bewertung des Sachverhafalls und die Erfolgsaussichteneiner Klage meinerseits wäre ich auch sehr dankbar.


Vielen vielen Dank für jeden der mir Antwortet!!!
26.10.2011 | 22:27

Antwort

von


(265)
Am Wissenschaftspark 29
54296 Trier
Tel: 06514628376
Web: http://www.zimmlinghaus.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Zu Ihren Fragen:

1. Wie kann es sein, dass ich, nachdem ich als Geschädigter durch die Polizei festgestellt wurde, nur weil die gegnerische Versicherung die Schadensbegleichung ablehnt, plötzlich keine freie Werkstattwahl mehr habe? Zumal ich zum Zeitpunkt der Reperatur von der Entscheidung der gegnerischen Versicherung noch gar nichts wusste.


Dies ist damit zu erklären, dass es sich im Falle der Raparaturkostenübernahme durch die gegnerische Haftpflichtversicherung um eine Haftpflicht-Schadensbegleichung gehandelt hätte. Dabei hätte Ihnen quasi der gegnerische Unfallverursacher den vollen Schaden ersetzt. Gemäß der einschlägigen obergerichtlichen Entscheidungen zur Reparaturkostenübernahme im Haftpflichtfall besteht freie Werkstattwahl auf Seiten des Geschädigten. Wenn die gegnerische Haftpflichtversicherung jedoch die Schadensregulierung ablehnt, und Sie Ihren Schaden über Ihre eigene Vollkaskoversicherung abrechnen, ist ausschließlich das Vertragsverhältnis zwischen dem Fahrzeughalter und der eigenen Versicherungsgesellschaft maßgebend. Sollte sich aus den Vollkaskobedingungen nun ergeben, dass eine eingeschränkte Werkstattwahl besteht, so wäre die beschränkte Kostenübernahme rechtmäßig. Bei der Haftpflichtabrechnung gelten schlichtweg andere Regeln als bei der Vollkasko-Abrechnung. Die Tatsache, dass Sie im Zeitpunkt der Reparatur noch keine Kenntnis von der Regulierungsverweigerung der gegnerischen Haftpflichtversicherung hatten, vermag daran nichts zu ändern.


2. Kann ich als Nutzer des Fahrzeugs mir selbst einen Anwalt über meine Rechtschutzversicherung nehmen oder muss dies durch die Rechtschutz des Halters (meine Schwiegrmutter) erfolgen? Ich würde als Fahrer und Unfallbeteiligter gerne alles über meine Rechtschutz laufen lassen.


Sie sollten dies zuvor mit Ihrer eigenen Rechtschutzversicherung klären. Normalerweise werden derartige Fälle so reguliert, dass der Halter und Eigentümer des beschädigten Fahrzeugs seinen Schaden gegenüber der gegnerischen Haftpflichtversicherung geltend macht und gegebenenfalls einklagt. Ihre (eigene) Rechtsschutzversicherung könnte einwenden, dass sie nicht für Rechtsverfolgungskosten einstehen will, um den Schaden einer dritten Person zu regulieren. Schließlich ist Ihre Schwiegermutter als Halterin bzw. Eigentümerin des Fahrzeugs die Geschädigte, da ihr der Schaden wirtschaftlich zuzurechnen ist. Demzufolge würde ich Ihnen raten, dass Ihre Mutter über ihre Rechtsschutzversicherung tätig wird. Sollten Sie dies nicht wünschen, müssen Sie dies unbedingt zuvor mit Ihrer eigenen Rechtsschutzversicherung absprechen.


3. für eine kurze rechtliche Bewertung des Sachverhalts und die Erfolgsaussichten einer Klage meinerseits wäre ich auch sehr dankbar.


Eine verbindliche Einschätzung der Erfolgsaussicht ist selbstverständlich nur nach Akteneinsicht möglich. Denn nur aus der polizeilichen Akte kann entnommen werden, wie die Polizei den Unfall aufgenommen hat, was Zeugen aussagen und ob beziehungsweise welche Beweismittel es sonst noch gibt. So wie Sie den Sachverhalt schildern, ist von einer weitaus überwiegenden Schuld des Gegners auszugehen. Danach könnte Ihnen allenfalls eine geringe Teilschuld angelastet werden. Jedoch hängen die Erfolgsaussichten maßgeblich davon ab, welcher Unfallhergang sich vor Gericht beweisen lässt. Dies kann, wie gesagt, nur nach Akteneinsicht seriös beurteilt werden.

Ich rate Ihnen dringend, dass sich Ihre Schwiegermutter als Geschädigte anwaltlich vertreten lässt und zunächst die polizeiliche Akte zur Einsicht anfordern lässt. Nach Akteneinsicht kann der entsprechende Kollege das weitere Vorgehen mit Ihnen respektive Ihrer Schwiegermutter absprechen.

Meine auf Verkehrsrecht ausgerichtete Kanzlei kann die weitere Bearbeitung für Sie bzw. Ihre Schwiegermutter übernehmen. Eine Zusammenarbeit mit einer Rechtsschutzversicherung stellt kein Problem dar. In diesem Fall kontaktieren Sie mich bitte per Email.


Abschließend weise ich Sie darauf hin, dass im Rahmen dieser Plattform nur eine erste Einschätzung des Sachverhalts, basierend auf Ihren Angaben, möglich ist. Sollten hier wichtige Angaben hinzugefügt, unklar dargestellt oder weggelassen worden sein, kann die rechtliche Beurteilung völlig anders aussehen. Diese Plattform kann und will den Gang zu einem Berufskollegen nicht ersetzen. Bei eventuellen Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Ich wünsche Ihnen alles Gute in dieser Angelegenheit!

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Zimmlinghaus
Rechtsanwalt

Besuchen Sie auch meine Website www.verkehrsrecht-zimmlinghaus.de


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