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Auffahrunfall-Mandat niedergelegt, wie geht es weiter

25.05.2016 10:25 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Tag,
es ist folgende Situation bei uns entstanden:

Fast vor 1,5 Jahren, im September 2014, kurz vor unserem Urlaub, ist uns ein Fahrzeug frech ins Heck unseres Wagens reingefahren. Die gegnerische Versicherung haben wir über den Unfall informiert.

Nach dem längeren Urlaub haben wir in unserem Briefkasten verschieden Briefe von der Polizei vorgefunden, in denen es darum ging, das wir eine Bußgeld zahlen müssten, da nach Aussage der gegnerischen Seite, wir an dem Unfall schuld seien, und alles sah so aus, als ob wir den Verkehrsunfall verursacht haben.

Uns blieb nicht viel übrig als unsere Richtigkeit und Rechtlichkeit mit der Hilfe eines Rechtsanwaltes zu beweisen.

Die gegnerische Seite bestreitet ihre Schuld und die Höhe unseren Ansprüchen.
Unser Rechtsanwalt hat „wahrscheinlich" die richtigen Schritte vorgenommen, aber leider nicht erklärt, was diese Schritte für uns bedeuten können.

Auf unsere Fragen haben wir von unserem Rechtsanwalt meistens keine Reaktion bekommen oder diese wurden schlicht ignoriert und dabei sah er keine Veranlassung für einen Termin mit uns.

Die Situation ist jetzt so weit gekommen, dass nach der gerichtlicher mündlicher Verhandlung, wurde ein „öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Fahrzeugschäden" bestellt, der unseren Wagen nochmals begutachten soll, obwohl wir bereits vorher ein Gutachten erstellen lasen haben.

Die Kosten für diesen vereidigten Sachverständiger sind 3-3,5 mal höher als die bestrittene Summe unsere Ansprüchen, und laut unseren Rechtsanwalt werden die Kosten für diesen Sachverständiger von unserer Rechtsschutzversicherung getragen.
Die Kosten sollten zwischen 1500 Euro und 1800 Euro betragen.

In dieser Situation sind wir Opfer und dabei müssen wir mit viel höheren Kosten unsere Sachschadenskosten rechtfertigen. Es ist für uns nicht akzeptabel, wir möchten für unsere Rechtsschutzversicherung keine zusätzlichen Kosten verursachen.

Nun haben wir uns überlegt, dass wir den vereidigten Sachverständiger ablehnen möchten.

Da unser Rechtsanwalt das Mandat mit der Begründung: „auf Rückrufbitten wurde wieder nicht reagiert" niedergelegt hat (was auch stimmt nicht), wissen wir jetzt nicht:

1) ob wir das Amtsgericht selbst anschreiben können, mit der Mitteilung, dass wir den vereidigten Sachverständiger wegen zu hoher Kosten nicht annehmen möchten und dabei verzichten auf die bestrittene Summe unserer Ansprüchen?

2) und ob wir uns in diesem Fall selbst vertreten können und dabei von unserem Rechtsanwalt alle nötige Papiere anfordern/verlangen dürfen? Streitwert ist zurzeit 1321 Euro mit einem Schadensbetrag von 1087 Euro, wenn wir auf die bestrittene Summe 480 Euro verzichten, wird dann der Streitwert entsprechend niedriger sein.

3) ob wir einen anderen Rechtsanwalt uns suchen müssen?

Unser Anwalt vor der Mandatsniederlegung hat uns zwingend „empfohlen" einen Vergleichsvorschlag der gegnerischen Seite mit der Kostenquote 56% für den Gegner und 44% zu unseren Lasten anzunehmen.
4) Wenn wir solchen Vergleich annehmen würden, bedeutet dies für uns, dass wir bei unserer Autohaftpflichtversicherung in eine niedrigere Schadenfreiheitsklasse mit höheren % des Beitragssatzes zurückgestuft werden? Weil wir mit dem Vergleich schon 44% unsere Mietschuld anerkennen würden.

Vielen Dank für Ihre Antworten im Voraus

25.05.2016 | 11:17

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Fragen beantworte ich – ohne Kenntnis der Schriftsätze und des Inhalts der mündlichen Verhandlung – wie folgt.

Sie haben eine Rechtsschutzversicherung, die die Kosten des Rechtsstreits bezahlt.
In dem Verhältnis, in dem Sie das Verfahren gegen den Unfallverursacher gewinnen, hat die Gegenseite die Kosten zu tragen, d.h. Ihre Rechtsschutzversicherung bekommt insoweit die verauslagten Kosten erstattet.

Sie müssen nicht auf die Rechtsschutzversicherung Rücksicht nehmen. Das Schadensfall ist ja bereits mit Klageerhebung eingetreten.
Es ist das Berufsrisiko einer Rechtsschutzversicherung Kosten des Rechtsstreits zu übernehmen. Es geht um die Durchsetzung Ihrer Ansprüche. Dafür haben sie die Versicherung.
Ihr Ansinnen, die Versicherung zu „schonen", würde bei eine Gebäudeversicherung darauf hinauslaufen, dass nach abgebrannten Einfamilienhaus, die Versicherungsnehmer nur einen Wohncontainer als neues Zuhause hinstellen, damit der Versicherung keine (hohen) Kosten entstehen. Das ist absurd. Sie haben einen Anspruch auf Wiederherstellung.
Oder Sie nehmen sich einen Mietwagen und fahren damit nicht, um das Fahrzeug nicht abzunutzen und der Mietwagenfirma keine Umstände zu machen.

Ihr Gutachten ist Privatgutachten, dass die Gegenseite nicht anerkennt. Das Gutachten des gerichtlich bestellten Sachverständigen muss auch die Gegenseite gegen sich gelten lassen.

1.
Sie können auf die Einholung eines Sachverständigen verzichten und Verzichten damit auf einen Teil des Ihnen entstandenen Schadens, was dazu führt, dass Sie zu einem bestimmten Teil (dem der strittig ist) unterliegen und Ihre Rechtsschutzversicherung einen höheren Teil an Anwaltskosten der Gegenseite zahlen muss.

Eine solche Vorgehensweise ist nicht anzuraten.

2./3.
Sie können sich selbst vertreten. Vor dem Amtsgericht besteht kein Anwaltszwang. Sie müssen sich keinen neuen Anwalt suchen.
Es ist aber ratsam, wenn die Gegenseite anwaltlich vertreten ist. Wenden Sie sich an Ihre Versicherung und spreche Sie noch mal mit dem Anwalt.

Sie können von Ihrem Anwalt erforderliche Unterlagen herausverlangen. Die wesentlichen sollten Sie aber in Kopie schon während des Mandatsverhältnisses erhalten haben.

Durch Ihren Verzicht wird der Streitwert nicht geringer, jedenfalls nicht bezüglich der Kosten. Vielmehr unterliegen Sie dann fast zu 50 %.

Das ist für S i e wahrscheinlich wirtschaftlich nicht sinnvoll (es geht um I h r e n Schaden, nicht um den Aufwand der Rechtsschutzversicherung), wenn Ihnen durch das Gutachten ein höher Betrag als der unstrittige zugesprochen wird.

Wenn der Sachverständige den tatsächlichen Reparaturaufwand bestätigt, hat die Gegenseite Ihnen bzw. der Versicherung alle Kosten zu erstatten.

4.
Ein Vergleich führt nicht automatisch dazu, dass Sie mehr Kfz-Versicherungsbeiträge bezahlen, denn Sie machen ja einen Anspruch gegen den Unfallverursacher bzw. seine Versicherung geltend.

Leider kann ich Ihrer Schilderung nicht entnehmen, ob die Gegenseite die Haftung an sich bestreitet (ist wohl ausgeschlossen bei einem Auffahrunfall) oder nur die Höhe der erforderlichen Reparaturkosten.

Im zweiten Fall steigen Ihre Beiträge nicht, weil darin keine Anerkenntnis Ihrer Mitschuld zu sehen ist.
Im ersten Fall könnte die Gegenseite auf die Idee kommen, Ansprüche an Ihre Kfz-Versicherung zu stellen. Dann droht eine Höherstufung.

Ob ein solcher Vergleich sinnvoll ist, kann anhand der Aktenlage geprüft werden. Meist macht auch das Gericht einen Vorschlag.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt


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