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Aufenthaltstitel ausländischer Ehefrau bei Umzug zwecks Arbeit in's Ausland

| 13.12.2017 14:46 |
Preis: 45,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Zusammenfassung: Möglichkeiten des längeren Auslandsaufenthalts eines Ausländers als Ehegatten eines deutschen Staatsbürgers ohne dass die Aufenthaltserlaubnis als Aufenthaltstitel erlischt

Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Frau (Thai) befindet sich seit letztem Jahr November 2016 in Deutschland. Vorher hatten wir uns während meiner Arbeitnehmerüberlassung auf der Arbeit in Thailand kennen gelernt und im Juni 2016 in Thailand mit deutscher Anerkennung geheiratet.

Nun wurde mir meine Arbeit von meinem Arbeitgeber wegen Insolvenz gekündigt und ich fange im April bei einem Arbeitgeber in Dubai eine neue Arbeit an. Dazu muss ich mich in Deutschland abmelden und meinen Wohnsitz nach Dubai verlegen.

Da meine Frau hier schon etliche Integrationsbemühungen (Sprachkurs bis B1 / Integrationskurs und weitere Sprachkurse) auf sich genommen und auch in Zukunft auf sich nehmen wird haben wir ein Interesse daran, dass meine Frau auch bei Wohnsitzwechsel ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht in Deutschland erhält und künftig dann in ca. zwei Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen kann.

Derweil besitzt sie einen Aufenthaltstitel noch für die nächsten drei Jahre - der aber bei Aufenthalten von länger als 6 Monaten im Ausland meines Wissens nach "verfällt".

Welche Möglichkeiten haben wir ? Bzw. wie müssen wir vorgehen, dass das Amt hier keine Probleme macht? Aus steuerlichen Gründen ist das führen von zwei Wohnsitzen eher suboptimal. Und wenn meine Frau nur bei meinen Eltern angemeldet ist so gehe ich derweil davon aus, dass das Finanzamt dies der Ausländerbehörde mitteilt und dort ggf. Zweifel bzgl. unserer Ehe aufkommen.

Ich hatte gehört, dass das Amt hier ggf. Ausnahmen gewähren und längere Auslandsaufenthalte erlauben kann.

Beste Grüße

Einsatz editiert am 13.12.2017 17:02:49

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ihr letzter Satz ist richtig, da nach dem Gesetz über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet (Aufenthaltsgesetz - AufenthG), § 51 Beendigung der Rechtmäßigkeit des Aufenthalts; Fortgeltung von Beschränkungen, gilt:

"(1) Der Aufenthaltstitel erlischt in folgenden Fällen:

[…]

6.
wenn der Ausländer aus einem seiner Natur nach nicht vorübergehenden Grunde ausreist,

7.
wenn der Ausländer ausgereist und nicht innerhalb von sechs Monaten oder einer von der Ausländerbehörde bestimmten längeren Frist wieder eingereist ist, […]."

Etwas anderes gilt allerdings bei Ehegatten von Deutschen, wenn Sie eine (unbefristete) Niederlassungserlaubnis besitzen. So wie ich Sie verstehe, liegt das hier aber noch nicht vor.
Nach Absatz 1 Nr. 7 wird in der Regel eine längere Frist bestimmt, wenn der Ausländer aus einem seiner Natur nach vorübergehenden Grunde ausreisen will und eine Niederlassungserlaubnis besitzt oder wenn der Aufenthalt außerhalb des Bundesgebiets Interessen der Bundesrepublik Deutschland dient.

Aber:
Dem ausländischen Ehegatten ist in der Regel eine Niederlassungserlaubnis nur dann zu erteilen, wenn er drei Jahre im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis ist, die familiäre Lebensgemeinschaft mit dem Deutschen im Bundesgebiet fortbesteht, kein Ausweisungsinteresse besteht und er über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügt.

Bei ausländischen Ehegatten mit einer Aufenthaltserlaubnis oder einer Nieder-
lassungserlaubnis kann jedoch in der Tat im Allgemeinen eine längere Frist bestimmt werden, wenn ihnen ein gesetzlicher Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis zusteht (hier ist dieses der Fall) oder wenn der Auslandsaufenthalt aus Gründen der Ausbildung oder Berufausübung oder dringenden
persönlichen Gründen erforderlich ist, sowie um älteren Ausländern zur Betreuung durch
ihre Familienangehörigen im Herkunftsland auch längerfristige Aufenthalte zu ermöglichen.

So so sieht es die Verwaltungsvorschrift für das Aufenthaltsgesetz vor.

Berufen Sie sich also darauf versuchen Sie das unbedingt vor der Abreise nach Dubai zu klären.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 14.12.2017 | 16:01

Danke für Ihre Antwort. Wir waren heute beim Amt und die Sachbearbeiterin und der Amtsleiter waren äußerst kooperativ!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.12.2017 | 08:45

Sehr geehrter Fragesteller,

das freut mich zu hören.

Ich wünsche Ihnen beiden alles Gute in ein frohes Fest und schöne Feiertage.

Mit freundlichen Grüßen Daniel Hesterberg Rechtsanwalt

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Bewertung des Fragestellers 17.12.2017 | 01:18

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