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Aufenthaltstitel Verlängerung

09.09.2019 20:23 |
Preis: 50,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Hallo,

zu mir: 28 Jahre alt, B1 Deutsch und seit 6 Jahren in Deutschland wohnhaft. Außerdem seit 6 Jahren verheiratet mit einem Deutschen (gleichgeschlechtliche Ehe).

Zur Sachlage: Nach knapp 6 Jahren Ehe haben mein Mann und ich beschlossen uns zu trennen. Seit ca. 6 Monaten leben wir daher nicht mehr unter einem Dach sondern an verschiedenen Adressen. Ich lebe nun mit meinem Freund zusammen. Da mein Diplom in Deutschland nicht anerkannt wurde, mache ich hier mein Fachabitur nach. Den Schulichenteil habe ich bereits absolviert. Zum berufsbezogenen Teil absolviere ich derzeit ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) bzw. den Bundesfreiwilligendienst. Dieser endet im November diesen Jahres. Ziel ist ein Studium an einer Fachhochschule zum Sommersemester nächsten Jahres (ca. ab April). Ein Studienplatz scheint mir sicher. Neben dem „Taschengeld" beim FSJ ist mein derzeitiger Lebensunterhalt durch das Arbeitsamt gesichert das auch über unsere Trennung informiert ist.

Zur Frage: Mein Aufenthaltstitel ist befristet auf März 2020. Nun weiß ich nicht welche Möglichkeiten es gibt um meinen Aufenthalt in Deutschland weiter zu Gewährleisten. Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen? Langt die Bestätigung über einen Studienplatz? Diese Info würde ich ca. im Januar erhalten. Auch habe ich die Information das ich mind. 850€ verdienen muss für meinen Aufenthaltstitel. Ist dies richtig? Und falls ja, auch im Falle eines Studiums?


Einsatz editiert am 10.09.2019 21:24:15

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Richtig, der Lebensunterhalt muss mit 850 € mindestens gesichert werden, wobei aber andere Voraussetzungen schon erfüllt sind - im Einzelnen:

Sie sind nämlich bereits durch folgende Vorschrift geschützt, vgl.
Gesetz über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet (Aufenthaltsgesetz - AufenthG)
§ 31 Eigenständiges Aufenthaltsrecht der Ehegatten
(1) Die Aufenthaltserlaubnis des Ehegatten (oder gleichgeschlechtlich) wird im Falle der Aufhebung der ehelichen Lebensgemeinschaft als eigenständiges, vom Zweck des Familiennachzugs unabhängiges Aufenthaltsrecht für ein Jahr verlängert, wenn

1.
die eheliche Lebensgemeinschaft seit mindestens drei Jahren rechtmäßig im Bundesgebiet bestanden hat [...].

Wenn der Lebensunterhalt des Ehegatten nach Aufhebung der ehelichen Lebensgemeinschaft durch Unterhaltsleistungen aus eigenen Mitteln des Ausländers gesichert ist und dieser eine Niederlassungserlaubnis oder eine Erlaubnis zum Daueraufenthalt – EU bis dahin besessen hatte, ist dem Ehegatten ebenfalls eine Niederlassungserlaubnis zu erteilen. [...]
Ansonsten kann die Aufenthaltserlaubnis verlängert werden, solange die Voraussetzungen für die Erteilung der Niederlassungserlaubnis oder Erlaubnis zum Daueraufenthalt – EU nicht vorliegen."

Der Aufenthaltstitel berechtigt zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit als auch einem Studium.

Auch die Inanspruchnahme von Leistungen nach dem Zweiten oder Zwölften Buch Sozialgesetzbuch steht der Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis nicht entgegen, solange nicht Sie nicht aus einem von Ihnen zu vertretenden Grund auf Leistungen nach dem Zweiten oder Zwölften Buch Sozialgesetzbuch angewiesen sind.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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