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Aufenthaltsrecht Student

28.06.2019 01:03 |
Preis: 40,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gero Geißlreiter


Zusammenfassung: Während des Studiums soll einem Ausländer in der Regel eine Aufenthaltserlaubnis zu einem anderen Aufenthaltszweck nur erteilt oder verlängert werden, sofern ein gesetzlicher Anspruch besteht. Das ist etwa bei der Blauen Karte EU nach § 19a AufenthG der Fall.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich bin ein ausländischer Student, der seit ca. 8 Jahren in Deutschland wohnt und studiert. Ich habe meinen Bachelor in Deutschland abgeschlossen und bin jetzt am Ende meines Masterstudiums (schreibe gerade an meiner Masterarbeit). Nun ist es so, dass ich seit Anfang des Jahres einen Vollzeitjob ausübe und aufgrund technischer Probleme (Daten zur empirischen Studien liegen noch nicht vor) zieht sich die Masterarbeit bis (spätestens) Ende des Jahres.

Mit meinem Aufenthaltstitel als Student darf ich jedoch nur 120 Tage arbeiten. Sie werden voraussichtlich schon im August verbraucht sein. Ich will jedoch nicht meinen Job kündigen.
Was kann ich tun bzw. welchen Aufenthaltstitel kann oder soll ich beantragen?
Ich habe wie bereits erwähnt vor 2 Jahren mein Bachelorstudium in Deutschland abgeschlossen und bin aus dem Grund ein "Bildungsinländer".
Kann ich schon einen Aufenthaltstitel zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beantragen, basiert auf meinem Bachelorzeugnis? Das Masterzeugnis werde ich erst Ende des Jahres bekommen.
Dazu muss noch gesagt werden, dass meine Arbeitstätigkeit perfekt zu meinem Studium (Bachelor & Master) passt und das Gehalt mit ca. 50 TEUR marktüblich ist.

Es wäre prima, wenn Sie mir auch die Rechtsgrundlage Ihrer Argumentation nennen könnten.

Das Thema ist mir persönlich sehr wichtig, da es um meine unmittelbare Zukunft geht!

Vielen Dank!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Das Studium ist nicht beendet, wenn Sie nach Erreichen des Bachelors noch ein Masterstudium anhängen. Es kommt damit auf § 16 Abs. 4 Satz 3 des Aufenthaltsgesetzes (AufenthG) an, der folgenden Wortlaut hat:

Während des Studiums soll in der Regel eine Aufenthaltserlaubnis zu einem anderen Aufenthaltszweck als dem in Absatz 1 genannten Aufenthaltszweck nur erteilt oder verlängert werden, sofern ein gesetzlicher Anspruch besteht.

Ein solcher Anspruch auf einen Aufenthaltstitel zum Zwecke der Erwerbstätigkeit ist die Blaue Karte EU nach § 19a AufenthG . Dazu muss die Beschäftigung Ihrer Qualifikation angemessen sein: Das betrifft den Tätigkeitsbereich als auch die entsprechende Entlohnung. Da Sie mindestens 35.733,34 Euro brutto verdienen, bedarf es auch nicht der Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit. Ihre Angaben deuten darauf hin, dass gute Aussichten auf die Blaue Karte EU bestehen und ein Zweckwechsel zulässig ist. Mit der Blauen Karte EU können Sie dann Ihr Masterstudium - sozusagen nebenbei - in aller Ruhe beenden.

Ich empfehle, einen entsprechenden Antrag zu stellen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben, und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 28.06.2019 | 02:01

Sehr geehrter Herr Geißlreiter,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort!
Nach meinem Wissenstand muss für die Blaue Karte EU das Bruttogehalt mindestens 53.600 EUR betragen. Das ist bei mir wie bereits erwähnt nicht der Fall. (Beruf: Unternehmensberater; Bruttogehalt: ca. 50.000 EUR).
Welche Alternativen gibt es wenn ich aus dem obengenannten Grund nicht die Voraussetzungen für die Blaue Karte EU erfülle?

Außerdem reden Sie von einem "Anspruch". Habe ich einen Anspruch darauf oder kann ich den Anrag stellen und hoffen, dass der Mitarbeiter der Ausländerbehörde das genehmigt?

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.06.2019 | 02:17

Sehr geehrter Fragesteller,

das von mir benannte Bruttojahreseinkommen resultiert aus § 2 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a der Beschäftigungsverordnung (BeschV), nämlich 2/3 der Beitragsbemessungsgrenze 2019, was die Tätigkeit zustimmungsfrei macht (§ 19a Abs. 1 Nr. 2) und zugleich das Mindesteinkommen (§ 19a Abs. 2 AufenthG ) überschreitet.

§ 16 Abs. 4 Satz 3 AufenthG ist eine Soll-Bestimmung. Das bedeutet, dass Sie einen Anspruch auf den Zweckwechsel haben, wenn kein Ausnahmetatbestand vorliegt. Im letzteren Fall müsste und dürfte die Ausländerbehörde nach Ermessen entscheiden.

Beste Grüße von Gero Geißlreiter, Rechtsanwalt

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