Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Aufenthaltserlaubnis nach §§ 27ff Aufnthg

03.02.2017 11:18 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Evgen Stadnik


Sehr geehrte Rechtsanwälte,

Kann die Ausländerbehörde von mir eine Bestätigung der Mutter der gemeinsam Tochter einzuholen, und davon die Erteilung einer Aufenthaltsgenehmigung abhängig machen, obwohl wir nachweislich gemeinsames Sorgerecht haben und ich nachweislich Unterhalt zahle?
Ich komme aus dem Iran, war knapp fünf Jahre mit einer Deutschen verheiratet. Wir sind mittlerweile geschieden, seit September 2016 rechtskräftig. Wir haben eine gemeinsame Tochter, 5 Jahre. Das Gericht hat das Gemeinsame Sorgerecht entschieden. Ich kümmere mich um mein Kind, zahle Unterhalt, meine Tochter ist nachweislich jedes Wochenende bei mir, das Jugendamt ist über alles unterrichtet, ich Pflege auch korrektes Verhältnis zu der Mutter des Kindes, meiner Ex-Ehefrau.

Nun ist mein Aufenthaltstitel abgelaufen. Ich wollte neues beantragen. Lt. der ersten Aussage der Beamtin, ist es überhaupt fraglich, ob ich überhaupt ein Recht darauf habe, den Titel zu verlängern, da ich bereits geschieden bin (4 Jahre und 9 Monate verheiratet). Daraufhin sagte ich: " ich habe doch ein Kind! ich muss hier bleiben!" Dies war nicht bekannt. Nun zwingt mich die Behörde eine schriftliche Bestätigung von der Mutter des Kindes einzuholen. Dies wäre nämlich notwendig um das gute Verhältnis zu meiner Tochter nachzuweisen. Muss ich das tun? Ist das wirklich notwendig? Wir sind geschieden und ich möchte sie um nichts bitten müssen. Es gibt genügend andere Beweise dafür dass ich ein guter Vater bin! Das Gericht hat sich fürs gemeinsame Sorgerecht entschieden! ist das nicht ausreichende Beweis dafür, dass ich ein guter Vater bin? Das unabhängige Gericht vertraut mir und mein Schicksal ist von der Aussage meiner Ex Frau, die nun mal nicht unbedingt objektiv sein muss abhängig??
Was können die Behörde von mir auser dem Nachweis dafür, dass ich gemeinsames Sorgerecht für meine Tochter habe, Unterhalt zahle und einen unbefristeten Arbeitsvertrag habe noch verlangen?
Wie kann ich mich dagegen währen, wie soll ich argumentieren? Es ist mein normales Recht bei meinem Kind zu bleiben!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Bereits dass Sie einen unbefristeten Arbeitsvertrag haben und die Ehe insgesamt über drei Jahre bestand reicht aus, um einen Aufenthaltstitel gem. § 31 AufenthG zu bekommen. Sie zahlen auch Unterhalt weshalb ich davon ausgehe, dass Sie Ihren eigenen Unterhalt ohne Beanspruchung von Sozialleisttungen bestreiten.

Das Vorgehen der Behörde stellt sich gegenwärtig als reine Schikane dar. Sie benötigen keinerlei Nachweis für irgendetwas. Wie Sie bereits zutreffend geschildert haben, haben Sie mit Ihrer Ex-Frau das gemeinsame Sorgerecht, dazu gibt es auch ein Urteil. Damit ist alles gesagt.
Sollte die Behörde Ihnen auf Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhalts die Aufenthaltsgenehmigung versagen, so begibt sie sich auf einen ganz dünnen Eis.

Abschließend möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 03.02.2017 | 14:51

Vielen Dank für die Antwort.

Ich habe noch eine Kurze Frage. Wir haben uns nach 2,5 Jahren Ehe getrennt, die Ehe wurde jedoch erst nach weitern 2,5 Jahren geschieden. Zählt die Trännungszeit noch als Ehe-Zeit? Wir waren schlieslich immer noch rechtskräftig verheiratet und die Ehe besteht so lange sie nicht rechtskräftig geschieden wird, oder?
Ich verstehe die Gesetzgebung aber die Beamten haben leider mein Schicksal in den Händen, deswegen tue ich was sie von mir verlangen, aus Angst, dass ich abgeschoben werde.
Vielleicht hätte ich erwähnen sollen, dass ich den Termin verpasst habe und mein Aufenhaltstitet abgelaufen ist, bevor ich die Verlängerung beantragen konnte.

Danke!

Nachfrage vom Fragesteller 03.02.2017 | 14:51

Vielen Dank für die Antwort.

Ich habe noch eine Kurze Frage. Wir haben uns nach 2,5 Jahren Ehe getrennt, die Ehe wurde jedoch erst nach weitern 2,5 Jahren geschieden. Zählt die Trännungszeit noch als Ehe-Zeit? Wir waren schlieslich immer noch rechtskräftig verheiratet und die Ehe besteht so lange sie nicht rechtskräftig geschieden wird, oder?
Ich verstehe die Gesetzgebung aber die Beamten haben leider mein Schicksal in den Händen, deswegen tue ich was sie von mir verlangen, aus Angst, dass ich abgeschoben werde.
Vielleicht hätte ich erwähnen sollen, dass ich den Termin verpasst habe und mein Aufenhaltstitet abgelaufen ist, bevor ich die Verlängerung beantragen konnte.

Danke!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.02.2017 | 17:47

Sehr geehrter Fragesteller,

die Trennungszeit zählt leider nicht mit rein. Im Gesetz heißt es, die eheliche Lebensgemeinschaft muss 3 Jahre bestanden haben. Nichtsdestotrotz sind Sie wieterhin im Bundesgebiet geblieben, weshalb eine Ausweisung von Ihnen zum gegebenen Zeitpunkt sich als schwierig gestalten dürfte.

Gegenwärtig kommt für Sie ein Aufenthaltstitel gem. § 28 Abs. 1 Nr. 3 AufenthG. Da Sie für das Kind sorgeberechtigt sind, handelt es sich um eine sog. Ist-Vorschrift. D.h. die Behörde hat keinen Ermessensspielraum im Hinblick auf die Entscheidung ob Ihnen ein Aufenthaltstitel erteilt wird.
Da Sie eine Auseinandersetzung mit der Behörde vermeiden wollen, schlage ich Ihnen vor, dass Sie die Behörde an das Jugendamt verweisen. Dieser soll Stellungnahme dazu beziehen, wobei meines Erachtens ein solches nicht erforderlich ist.
Das Ihr früherer Aufetnhaltstitel abgelaufen ist, ist zwar nicht schön, hat aber nicht dermaßen negative Auswirkungen, dass Sie des Landes verwiesen werden könnten. Zur Zeit gehe ich davon aus, dass Sie im Besitz einer Fiktionsbescheinigung sind bis über den Antrag entschieden wird.

Sollte die Behörde dennoch Probleme machen, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben.

Viele Grüße
RA Stadnik

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 71519 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Hat super geantwortet es blieben keine fragen offen. Danke sehr ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Schnelle und hilfreiche Antwort, danke auch für die beiden Tipps! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle und detaillierte Antwort ...
FRAGESTELLER