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Aufenthaltsbestimmungsrecht - Änderung

| 17.09.2021 10:15 |
Preis: 80,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


13:28

Guten Morgen,
ich bin seit 2016 getrennt von meinem Mann. Anfang 2017 wurde bei Gericht die "Vereinbarung" getroffen, dass die gemeinsamen Kinder(damals 15, 12 und 4 Jahre alt) bei ihrem Vater im gemeinsam erbauten Einfamilienhaus verbleiben. Dies wurde vom Jugendamt befürwortet, da ich mir (ich ging damals nicht in die Arbeit, war Hausfrau und Mutter) die Raten für das Darlehen (Eigenheim war/ist noch sehr verschuldet) nicht alleine leisten konnte, mein damaliger Mann aber schon, da er vollzeit beschäftigt war. Die Betreuung der Kinder war durch den Einzug seiner neuen Lebensgefährtin gewährleistet.
Es gab in den letzten Jahren immer wiederkehrende Probleme innerhalb der "neuen" Familie meines Ex-Mannes. Vorallem meine kleine Tochter kam/kommt mit der neuen Lebensgefährtin nicht klar bzw. nicht mit den "neuen" Regeln in der Patchworkfamilie (die Lebensgefährtin hat 2 Kinder mitgebracht).
Meine Tochter hat immer wieder deutlich gesagt, sie möge zu ihrer Mama und bei der Mama wohnen.
Gespräche bezüglich einer Klärung oder der Erweiterung des Umgangs sind auch mit Einbezug des Jugendamtes gescheitert. Immer wieder habe ich versucht, meiner Tochter zu helfen.
Anfang 2020 hat mich die Lehrerin von meiner Tochter angesprochen, sie würde im Unterricht oft weinen und sie sehr unglücklich sei, da sie nicht bei Ihrer Mama wohnen dürfe. Der Papa würde ihr nicht bei den Hausaufgaben helfen und auch sehr wenig Zeit haben. Nach einem langen Gespräch mit der Lehrerin und auch der Rektorin der Schule haben wir erst mal versucht, uns mit dem Kindsvater zu einigen, dass ich als Mutter die Hausaufgabenbetreuung übernehmen könnte, da ich ja auch nur halbtags arbeiten würde. Dies wurde aber seitens des Kindsvaters abgelehnt, mit den Worten, die Aussagen seiner Tochter würden nicht stimmen und die Lebensgefährtin würde die Hausaufgabenbetreuung übernehmen, ob es die Tochter so haben will oder nicht. Ich sei als Mutter zu inkonsiquent, und da ich der Tochter keine Regeln geben würde, er aber schon, sind dies wohl aus seiner Sicht die Gründe, dass die Tochter zur Mutter möchte. Es wurde nicht besser und die Lehrerin kam wieder auf mich zu. Nach diesem Gespräch war ich darin bestärkt, das Aufenthaltsrecht für meine Tochter zu beantragen.
Ich habe mir daraufhin eine Anwältin gesucht und den Antrag auf Aufenthaltsbestimmungsrecht gestellt. Alle Beteiligten hatten daraufhin Termine mit der Sachbearbeiterin vom Jugendamt und auch mit dem Verfahrensbeistand. Bei allen Gesprächen hat meine Tochter (mittlerweile 9 Jahre alt) klar und deutlich ausgesagt, sie komme bei Ihrem Papa nicht zurecht, er sei selten zu Hause, da er viel arbeite, und auch mit seiner Lebensgefährtin käme sie nicht zurecht, und möchte unbedingt bei der Mama wohnen. Was auch klar in den Stellungnahmen nach zu lesen wäre.
Anfang Januar diesen Jahres war dann die Gerichtsverhandlung. Der Richter hat mir meine Tochter soweit gehend zugesprochen. Da aber der Kindsvater bedenken hatte, ob es der Tochter wirklich ernst ist, und sie nicht doch wieder umschwenken könnte, sein Einverständnis dazu partou nicht geben wollte, wurde eine "Vereinbarung" getroffen, dass Emily, erstmals zur Probe bis Ende April, bei Ihrer Mama verbleiben darf und dem Vater ein 14 tägiges Umgangsrecht eingeräumt wird. Es wurde die Auflage erlegt, gemeinsam mit der Tochter vor Ablauf der Probefrist nochmals ein Gespräch mit dem Jugendamt zu führen. Dies ist auch geschehen und die Tochter blieb bei Ihrem Willen, bei mir wohnen zu wollen. Der Kindsvater hat bei dem Termin Mitte April dem Aufenthalt bei der Mutter zugestimmt, was auch in der Stellungnahme an das Familiengericht zu lesen wäre.
Alsdrauf kam ein Schreiben vom Familiengericht, welches das Einverständnis von beidem Elternteilen schriftlich einforderte.
Ich habe dies natürlich gegeben. Kurze Zeit später kam ein Einspruch seitens des Kindsvaters, der sein Einverständnis zurücknahm. Mit der Begründung, das Kindeswohl sei gefährdet, da die Kindsmutter Medikamentensüchtig sei. Es wurden auch die Medikamente, seitens meines Ex-Mannes aufgeführt. Darauf hin habe ich eine Bestätigung meines Hausarztes bekommen, dass ich eben diese Medikamente dringend aufgrund des schweren Autounfalls im März diesen Jahres benötigte. Und keine Medikamentensucht vorliegt. Was auch meine Anwältin ans das Familiengericht weitergeleitet hat. Aufgrund dieses Widerspruches seitens des Kindsvaters wurde meiner Tochter und mir ein Termin beim Verfahrensbeistand auferlegt. In dieser Stellungnahme ist auch zu lesen, dass sich der Wille meiner Tochter nur bestärkt hat und sie angibt, durch die ständigen Befragungen genervt zu sein. Sie wolle bei der Mama wohnen und nicht mehr beim Papa.
Kurz darauf kam ein Schreiben vom Familiengericht mit der "Anregung" der Kindsvater solle innerhalb von 14 Tagen sein Einverständnis in schriftlicher Form vorlegen.
Dies ist nicht geschehen und nach Ablauf der Frist kam ein Schreiben vom Familiengericht, dass ein Gerichtstermin festgesetzt wurde für den 16.7.21. Aufgrund von Urlaub des Verfahrensbeistandes, der Sachbearbeiterin vom Jugendamt, der RA, wurde der Termin bereits 4 mal verschoben. Neu angesetzter Termin ist nun der 28.09.21.
Es wurden in der Zwischenzeit vom Kindsvater und mir gemeinsam zwei Termine beim Jugendamt wahrgenommen, um die Kommunikation zwischen uns zu verbessern. Denn leider sind hier die Fronten ziemlich verhärtet. Die Sachbearbeiterin vom Jugendamt hat dem Kindsvater sehr nahegelegt, hier doch sein Einverständnis zu geben, da es hier um seine Tochter ginge, und er seine eigenen Bedürfnisse zurückstellen solle. Es wäre für alle bzw. für die Tochter besser, wenn wir hier zu einer außergerichtlichen Einigung kommen könnten. der Kindsvater verweigert aber weiterhin sein Einverständnis. Auch nach dem letzten Termin am 15.09.21 wo die Sachbearbeiterin des Jugendamtes ihm dies noch mals sehr nahe gelegt hat. Meinte der Kindsvater, er wäre sich sehr sicher, dass bei dem Gerichtstermin die Tochter wieder ihm zugesprochen werden würde, da Emily dem Richter sicherlich andere Antworten geben würde als dem Jugendamt oder dem Verfahrensbeistand.Und er daher zu keiner Einigung kommen möchte und den Gerichtstermin abwarten möchte.

Jetzt bin ich sehr verunsichert. Da meine Tochter jetzt ja schon fast ein dreiviertel Jahr bei mir wohnt, würde ich es für meine Tochter sehr schlimm sehen, wenn sie nun wieder aus dieser Gewohnheit herausgerissen werden würde und den Wohnort bzw. ihren Aufenthaltsort wieder wechseln müsste.
Ich bin froh, dass sich meine Tochter wieder attikuliert hat und in der Schule wieder besser geworden ist. Was auch die Klassenlehrerin bestätigen kann (hierfür liegt eine Stellungnahme vor).

Ich weiß, ich habe anwaltliche Unterstützung.
Dennoch wäre ich sehr dankbar und es wäre sehr hilfreich für mich, da ich momentan sehr verunsichert bin, durch die anscheinende Sicherheit meines Ex-Mannes, eine zweite, neutrale Meinung zu bekommen.

Ich bedanke mich jetzt schon für Ihre Zeit und Ihre Antwort.

LG

17.09.2021 | 11:13

Antwort

von


(413)
Stiller Winkel 3
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Tel: 038293/432783
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Nach Ihrer Schilderung sieht es durchaus weiterhin so aus, als dass das Aufenthaltsbestimmungsrecht auf Sie übertragen wird.
Dies würde dann bedeuten, dass die Tochter dauerhaft zu Ihnen kommt und dem Vater, sofern dies kindeswohldienlich ist, ein Umgangsrecht eingeräumt wird.
Hierauf deuten alle von Ihnen dargestellten Sachverhalte, insbesondere auch die Anregungen des Jugendamtes und des Verfahrensbeistandes, dass der Vater eine entsprechende Einigung vornimmt und sein Einverständnis erklärt.
Ob der Vater sich sicher wäre, dass bei dem Gerichtstermin die Tochter ihm zugesprochen werden würde, kann ich nicht nachvollziehen, wenn alle anderen Beteiligten, insbesondere auch das Gericht ihm das Gegenteil nahe gelegt haben.
Das Gericht hat die Möglichkeit einen Vergleich zu schließen, also eine Einigung zwischen den Parteien herbeizuführen, was es wohl nach ihrer Schilderung zunächst versucht hat. Scheitert dieser Versuch muss das Gericht in der Sache entscheiden, also Ihnen das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu sprechen oder auch nicht.
Auch dass die Tochter bereits ein dreiviertel Jahr bei Ihnen wohnt, hat hier sicherlich auch keine negativen Auswirkungen auf die Tochter, gegebenenfalls sogar positive Auswirkungen, zum Beispiel, dass sich die Verbesserung der schulischen Leistungen et cetera ergeben haben, spricht dafür, dass die Tochter auch zukünftig bei Ihnen bleibt.
Darüber hinaus spielt auch die Äußerung der Tochter, auch wenn sie erst neun Jahre ist, eine Rolle, dass Sie eben bei Ihnen bleiben möchte und auch die weiteren Dinge, dass die Auffälligkeiten in Bezug auf das Weinen und das nicht Wohlfühlen in der Familie des Vaters hier das Gericht durchaus auch mitbekommen hat.
Insofern sollten Sie positiv eingestellt sein, da ich davon ausgehe, dass die Entscheidung eher zu Gunsten des Verbleibs der Tochter bei Ihnen gefällt wird.
Sollten Sie sich unsicher sein, empfehle ich auch, dass Sie sich noch einmal mit Ihrer Rechtsanwältin zu einem abschließenden Gespräch vor dem Termin zusammensetzen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Christian Joachim
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Christian Joachim

Rückfrage vom Fragesteller 17.09.2021 | 12:12

Erstmal Vielen Dank für Uhre ausführliche Antwort.
Zum Verständnis.
Dann gehen sie auch davon aus, dass das Gericht zu gunsten der Tochter und den weiteren Verbleib bei mir als Mutter entscheidet. Und nicht, wovor ich Angst habe, darüber entscheidet, dass meine Tochter nach gut 8 Monaten, wieder in den Haushalt des Vaters zurückkehren muss.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 17.09.2021 | 13:28

Nach ihrer Schilderung ergibt sich kein Ansatz dafür, dass ihre Tochter wieder zurückkehren muss, da alles dafür spricht, dass sich Ihre Tochter bei Ihnen wohl fühlt, gut entwickelt und dies sodann auch kindeswohldienlich ist, wenn Sie gerade bei ihrem Vater Probleme hat.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und viel Kraft für den anstehenden Termin.

Bewertung des Fragestellers 17.09.2021 | 12:15

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