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Aufenthaltsbestimmungsrecht, wie stehen die Chancen?

| 12.06.2012 06:55 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Fallschilderung:


So wie es momentan aussieht, möchte sich meine Frau von mir trennen, ich nach wie vor eigentlich
nicht! Meine Bitte, zu einer Eheberatung ( Pro-Familia, Caritas, Diakonie ) zu gehen, hat sie abgelehnt.

Wir sind nun seit 8 Jahren zusammen, und seit 3 Jahren verheiratet. Sie brachte eine Tochter
( wird dieses Jahr 12 Jahre alt ) mit in die Beziehung, die somit ab einem Alter von ca.
3,5 Jahren unter mir aufwuchs. Im Jahre 2006 zogen dann beide zu mir in die Wohnung mit ein
( Wir wohnen zur Miete in einer separaten Wohnung im Hause meiner Eltern).
2008 habe ich dann ihre Tochter adoptiert, da sie die ganze Zeit über von mir eh schon wie
mein eigenes Kind behandelt worden ist. Anfang 2009 haben wir dann geheiratet
bevor kurz danach unser Sohn geboren wurde. Wir hatten damals miteinander
ausgemacht, dass meine Frau nach der Elternzeit gerne wieder ein bisschen nebenher arbeiten
gehen könne, aufgrund unserer Kinder aber nicht mehr als ca. 2-3 Tage die Woche, damit wir
noch genügend Zeit füreinander und vor allem für die Kinder übrig haben.

Nun eröffnete vor 2 Jahren ( unser Kleiner war da 1 Jahr alt ) in unserer unmittelbarer
Nachbarschaft ein Gastronomiebetrieb, und da meine Frau schon jahrelange Erfahrung in
diesem Bereich hatte, konnte sie dort anfangen zu Arbeiten.
Leider wurden dann aus anfänglich 2 Tagen arbeiten schnell 3 Tage und mehr,
hauptsächlich Spätschichten ( 16 Uhr bis ca. 2-3 Uhr morgens ),aber auch Frühschichten
( 10.30- 17.30 Uhr) und dies natürlich auch noch am Wochenende!
Meine Frau hat so seither, wenn überhaupt, nur 1 Wochenende im Monat frei…

Seit ca. 1 Jahr arbeitet sie nun als Restaurantleiterin mittlerweile 5 Tage die Woche und immer
noch hauptsächlich Abends und am Wochenende! Seit eben diesem 1 Jahr habe ich meine
Frau auch schon öfters auf ihre ungünstigen Arbeitszeiten angesprochen und ihr zu verstehen
gegeben, dass sie doch bitte ihre Arbeitstage reduzieren solle zum Wohle der gesamten Familie
und hauptsächlich der Kinder, geändert hat sich bis jetzt leider immer noch nichts…
In ihrer Position wird halt die Arbeit auch nicht automatisch weniger, ständig fällt jemand aus,
oder muss ersetzt werden, und wenn meine Frau kein Personal zusammenbekommt, muss sie
selbst an ihren freien Tagen kurzfristig einspringen, damit der Laden läuft…

Ich habe übrigens normale Arbeitszeiten ( Gleitzeit ) von Montags bis Freitags und bin jeden
Tag immer zwischen 15-16 Uhr zu Hause, bei Bedarf kann ich also auch kurzfristig später
anfangen oder früher Feierabend machen.
In diesen 2 Jahren, seit meine Frau dort tätig ist, bekommt sie seither immer jegliche
Unterstützung meinerseits und seitens meiner Eltern, damit sie diesen Job ausüben kann.
Jederzeit passen meine Eltern oder ich auf die Kinder auf, sowohl auf unsere große Tochter,
wenn sie von der Schule kommt, als auch auf unseren kleinen Sohn, der ja sowieso den
ganzen Tag zu Hause ist und noch Rundum-Betreuung benötigt.
Unser kleiner Sohn hängt stark an seinen Großeltern, auch weil mein Vater seit 2 Jahren
pensioniert ist und sich liebend gern und oft um seinen Enkel kümmert, was dieser auch sehr
gern für sich beansprucht. Er ist somit auch öfters tagsüber bei meinen Eltern in der Wohnung
mit seinen Spielsachen am Spielen oder auch zum Mittagsschlaf machen mit seinem Opa, auch
wenn meine Frau oder ich zu Hause sind.
Wenn ich von der Arbeit nach Hause komme und meine Frau arbeiten ist, kümmere ich mich
dann um die Kinder, schaue nach dem Abendessen und bringe sie ins Bett.
Unser Sohn ist somit natürlich besonders auf mich fixiert, da ich als Elternteil dann oft alleine
mit ihm bin und abends mit ihm zusammen ins Bett gehe. Das ist mittlerweile leider auch an
den wenigen Tagen der Fall, an denen meine Frau abends zu Hause ist, so dass er seine
Rituale pflegen und nur mit mir ins Bett gehen will….
Auch die Wochenenden sehen dann meistens so aus, das ich mit den Kindern alleine bin und
mich um die Gestaltung kümmere.
Selbst wenn meine Frau einmal ein Wochenende frei hat und wir etwas zusammen
unternehmen, ist es auch schon vorgekommen, dass sich dies mittlerweile am Verhalten
unseres Kleinen bemerkbar gemacht hat, indem er nur mir auf Schritt und Tritt folgen möchte,
obwohl seine Mutter mit dabei ist.
Unsere große Tochter ist hier natürlich schon ein bisschen selbstständiger und hat ihre Bezugsperson
stärker in der Mutter, seit sie in der Pubertät ist.

Da ich nach wie vor annehme, dass meine Frau auch nach über einem Jahr erfolgloser
Diskussionen über eine Verringerung ihrer Arbeitszeiten nicht auf ihren Posten als
Restaurantleiterin zu Gunsten der Familie verzichten möchte, ihr der Job somit wichtiger ist und sich
daher lieber von mir trennen möchte, hätte ich nun eine Frage:

Wenn sich nun meine Frau von mir trennen und aus der Wohnung ausziehen möchte, wie
stehen da die Chancen, dass die Kinder bei mir bleiben dürfen, vorausgesetzt sie möchten es?
( Im Falle unserer großen Tochter könnte ich diese ja nicht zwingen, wenn sie bei der Mutter
bleiben möchte). Aber gerade bei unserem kleinen Sohn mit seinen gerade 3 Jahren denke ich
wäre es doch wichtig, dass er nach wie vor nicht aus seinem gewohnten Umfeld
herausgerissen wird und bei seinen bisherigen Haupt-Bezugspersonen bleiben könnte.

Aber mir geht es hier nicht um das alleinige Sorgerecht, ich möchte eigentlich nach wie vor das
gemeinsame Sorgerecht für beide Elternteile zum Wohle der Kinder aufrecht erhalten, und meiner Frau
nach wie vor jederzeit ermöglichen, die Kinder zu sehen oder zu sich zu nehmen, wenn sie Zeit hat!

12.06.2012 | 08:59

Antwort

von


(265)
Am Wissenschaftspark 29
54296 Trier
Tel: 06514628376
Web: http://www.zimmlinghaus.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Sofern Sie sich mit Ihrer Frau bei einer zunächst juristisch formlosen Trennung problemlos einigen können, bei wem die Kinder wohnen sollen, können Sie als Paar grundsätzlich alles vereinbaren, womit beide einverstanden sind.

Auch bei einer Scheidung vor dem Familiengericht stünde Ihnen zunächst, sofern Sie nichts anderes vereinbaren, das gemeinsame Sorgerecht zu. Hierbei hätten Sie auch beide das Aufenthaltsbestimmungsrecht.

Das Aufenthaltsbestimmungsrecht kann allerdings auch vom gemeinsamen Sorgerecht abgekoppelt werden. Dies bedeutet also, dass beide Elternteile das Sorgerecht haben und somit gemeinsam über Fragen wie Schulwechsel, Auslandsaufenthalte, wichtige medizinische Entscheidungen usw. beraten und entscheiden müssten. Trotz dieses gemeinsamen Sorgerechts, was Sie ja auch anstreben, kann dann dennoch einem Elternteil das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen werden.

Sofern Sie also mit Ihrer Frau keinen Konsens in Sachen Aufenthaltsbestimmung erzielen können, sollten Sie vor dem zuständigen Familiengericht einen entsprechenden Antrag stellen. Das Familiengericht müsste dann hierüber entscheiden. Maßgebliche Entscheidungsgrundlage ist hierbei das Kindeswohl.

Selbstredend kann man Ihnen vorher nicht seriös vorhersagen, wie das Familiengericht über einen solchen Antrag entscheiden würde. Auf der Grundlage Ihrer Schilderung und vor dem Hintergrund der Priorität des Kindeswohls würde ich aber gerade, was Ihren dreijährigen Sohn angeht, durchaus davon ausgehen, dass hier für sie eine realistische Chance besteht, dass das Familiengericht Ihrem Antrag entspricht. Maßgebliche Punkte hierfür sind von Ihnen angesprochen worden. Für den Sohn sind Sie offenbar die vorrangige Bezugsperson. Er verbringt die meiste Zeit bei Ihnen und Ihren Eltern und hat hier ein stabiles, kindgemäßes Lebensumfeld. Ihre Eltern sind vor Ort und helfen bei der Betreuung, zudem sind Ihre Arbeitszeiten familienfreundlich und erlauben es Ihnen problemlos, sich um die Kinder zu kümmern. All dies ist offenbar bei der Kindesmutter nicht der Fall bzw sie scheint aktuell kein Interesse daran zu haben, die Situation zu verändern. Vor diesem Hintergrund dürfte davon auszugehen sein, dass gerade der Sohn bei Ihnen das stabilere lebensumfeld vorfindet. Ein Mädchen in der Pubertät kann vor dem Familiengericht Wünsche äußern und wird vermutlich nicht gegen seinen Willen beim Vater leben sollen, es sei denn, man müsste seitens der Mutter von einer Gefährdung des Kindeswohls ausgehen.

In Sachen Aufenthaltsbestimmungsrecht herrscht vor dem Familiengericht zwar kein Anwaltszwang. Sie sind aber dennoch gut beraten, sich anwaltlich bei der konkreten Antragstellung unterstützen zu lassen.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen alles Gute in dieser Angelegenheit.

Abschließend weise ich Sie darauf hin, dass im Rahmen dieser Plattform nur eine erste Einschätzung des Sachverhalts, basierend auf Ihren Angaben, möglich ist. Sollten hier wesentliche Informationen hinzugefügt oder weggelassen worden sein, kann die rechtliche Beurteilung auch völlig anders aussehen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Zimmlinghaus
Rechtsanwalt

www.zimmlinghaus.de
www.verkehrsrecht-zimmlinghaus.de


Bewertung des Fragestellers 14.06.2012 | 06:48

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