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Aufenthaltsbestimmungsrecht, Kind will aber zu mir

| 07.09.2015 14:07 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Hallo,
mein geschiedener Mann hat das Aufenthaltsbestimmungsrecht für unsere Tochter (wird im November 14) seit knapp 3 Jahren. Nun bin ich mit ihrem Bruder in einen Nachbarort (6 km entfernt)gezogen und meine Tochter will bei mir und ihrem Bruder bleiben. Mein Ex-Mann hatte sie jahrelang bearbeitet, wie schlecht es ihr bei uns gehen würde und sie mit Lügen über uns versucht, von uns fern zu halten. Aber sie ist nun in einem Alter in dem sie sich ihre eigene Meinung gebildet hat. Ihr wurde immer gesagt ich würde nichts arbeiten (habe 1 Vollzeit und einen Teilzeit-Job) und auch mein Sohn (17 Jahre) wäre faul (macht gerade eine Ausbildung, wir wären asozial, ich wäre Alkoholiker (ich trinke kaum etwas) und wäre nur auf Partys usw.
Meine Tochter hat sehr große Probleme mit der Partnerin meines Ex-Mannes und auch mit ihm, sie muss um 20 Uhr ins Bett, gekocht wird überhaupt nicht, es gibt nur am Wochenende Sonntags warm, wenn man IMMER Sonntags zur Oma geht, Sie darf kaum Besuch haben, bekommt kein Taschengeld, darf sich selbst nichts kochen (obwohl sie das in der Schule gelernt hat und sehr gut kann). Wenn sie traurig war wegen ihrem Bruder wurde ihr von der Partnerin meines Ex gesagt, er sei das nicht wert (obwohl sie ihn kaum kennt, und mich gar nicht). Sie muss "funktionieren", es wird überhaupt nicht auf sie eingegangen usw. Sie ist seit langem todunglücklich.
Nun hat sie seit fast einem Jahr immer wieder mit ihren Freunden besprochen, dass sie wieder zu uns ziehen will, sich aber nicht traut. In den Sommerferien durfte sie das erste Mal seit 3 Jahren zu mir, da hat sie ihre Chance ergriffen.

Mein Ex-Mann hat das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Nachdem sie ihm mitgeteilt hatte, das sie nicht mehr zurück kommen will, kam eine lange SMS wie enttäuscht sie alle von ihr wären, vor allem die Partnerin von ihm, dass es nun keinen Weg mehr zurück gäbe, dass er ihr keine Steine in den Weg legt und dass ich da 100%ige Sorgerecht für sie beantragen sollte. Wir hatten inzwischen den Antrag gestellt, das Urteil vorläufig auszusetzen und auch einen Antrag auf das alleinige Sorgerecht. Den Antrag zur Aussetzung habe ich inzwischen zurückgezogen, da er sich ja einverstanden zeigte. In einem Telefonat meinte er, er würde ihre Sachen packen und bringen, da müsste sie dann nicht mehr zu ihm kommen.
Nun scheint er aber wieder umzuschlagen. Vermutlich hat er mitbekommen, dass eine Abtretung des Sorgerechts ihn nicht von der Unterhaltspflicht befreit (er müsste ja jetzt für beide Kinder bezahlen, bisher hat sich der Unterhalt ausgeglichen).
Ich wollte meine Tochter heute ummelden und sie will unbedingt in die Schule hier am Ort gehen, (ihre Idee, ihre Entscheidung), aber nun weiss ich nicht, was ich tun soll und darf.
Wir haben Angst, dass sie wieder zurück muss weil doch das Bestimmungsrecht immer noch bei ihm ist (er hat am Sonntag ausdrücklich darauf hingewiesen). Was kann ich tun um das zu verhindern? Die Verhandlung ist am 29.9. Und kann ich sie in der neuen Schule anmelden? Sie ist total unglücklich, weil sie dort unbedingt hin möchte und weil es solche Schwierigkeiten gibt.
Sie hat auch keine Kleider, bis auf 1 lange Hose, ein paar T-Shirts und 1 Paar Schuhe mitbekommen, er gibt ihr keine Sachen, auch nicht ihren Schulranzen usw.
Leider geht es über meine finanziellen Möglichkeiten, sie komplett neu einzukleiden.

Kann sie nicht selbst soweit entscheiden ob sie bei mir und ihrem Bruder leben möchte bis zur Gerichtsverhandlung? Sie wird im November 14 Jahre alt.

Wie ist denn die rechtliche Grundlage? Ich will mein Kind behalten, sie weigert sich auch zurück zu gehen, und wir würden sie gerne bevor das neue Schuljahr anfängt (nächste Woche) in der Schule anmelden. Außerdem brauchen wir doch ihre Kleider. Was kann ich denn nun tun, da die Zeit ein wenig drängt? Für Hilfe wäre ich sehr dankbar. Leider kann ich mir - trotz 2 Jobs - keine hohen Gebühren leisten, die Kosten des Umzugs haben uns fast das Genick gebrochen.

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Das Aufenthaltsbestimmungsrecht ist Bestandteil des Sorgerechts.

Ausgereicht hätte, wenn Sie den Antrag gestellt hätten, dass das Aufenthaltsbestimmungsrecht auf Sie übertragen wird. Dass Sie den Antrag gestellt haben, Ihnen das alleinige Sorgerecht zu übertragen, ist aber kein Nachteil. Wenn Ihnen das alleinige Sorgerecht zugesprochen wird, haben Sie auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht.

Mit dem Antrag auf Übertragung des Sorgerechts haben Sie also bereits alles in die Wege geleitet, was rechtlich in einem solchen Fall zu tun ist.


2.

Aufgrund der Tatsache, dass Ihre Tochter bereits 14 Jahre alt ist, wird ihre Entscheidung, künftig bei Ihnen zu wohnen, zu respektieren sein.

Wenn der Vater der Übertragung des Sorgerechts auf Sie im Gerichtstermin zustimmt, bedarf es diesbezüglich keiner Anhörung Ihrer Tochter mehr.

Sollte sich der Vater dagegen zur Wehr setzen, dass Sie das alleinige Sorgerecht erhalten, könnte man den Antrag auch dahingehend reduzieren, Ihnen lediglich das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu übertragen.

Ihre Tochter würde dann vom Gericht gehört werden. Wenn Ihre Tochter gegenüber dem Gericht äußert, dass Sie künftig bei Ihnen wohnen wolle, wird das Gericht diesem Wunsch Ihrer Tochter folgen.


3.

Melden Sie also Ihre Tochter in der neuen Schule an.

Gleichzeitig stellt sich natürlich die Frage des Kindesunterhalts, den der Vater zu zahlen hat.

Ich hier müsste der Vater aufgefordert werden, Auskunft über seine Einkünfte der letzten zwölf Monate zu erteilen. Das ist die Grundlage, um den Kindesunterhalt berechnen.

Auf jeden Fall rate ich Ihnen, anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, damit die richtigen Maßnahmen ergriffen werden.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 07.09.2015 | 14:56

Vielen Dank. Kann ich meine Tochter auch einfach ummelden und sie an dem neuen Wohnort anmelden, obwohl sich der Vater evtl. dagegen sperrt?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.09.2015 | 15:02

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wir folgt Stellung:


Ich rate Ihnen sogar, Ihre Tochter umzumelden. Da gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass sie bei Ihnen wohnt.

Das Aufenthaltsbestimmungsrecht wird Ihnen, sollte sich der Vater dagegen wehren, zugesprochen werden, da das Gericht kaum gegen den Willen Ihrer Tochter entscheiden wird.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 07.09.2015 | 14:53

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 07.09.2015 5/5,0
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