Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Aufenthalterlaubnis für US Amerikanerin

01.01.2011 10:27 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ernesto Grueneberg, LL.M.


Folgender Fall:

US-Amerikanerin, 29 Jahre, verheiratet mit US-Amerikaner (Militär) möchte für mindestens 1 Jahr nach Deutschland zurück kommen, um bei ihrer Familie zu leben während der Mann im Ausland stationiert ist, da sie nicht alleine in USA bleiben möchte (sie hatte eigentlich immer Heimweh und blieb nur wegen ihres Filialleiter-Jobs bei einer Juwelierkette in den USA). Wie es danach weiter geht hängt von der weiteren Stationierung des Ehemannes ab.

Ihre Familie lebt seit über 20 Jahren in Deutschland und alle verfügen über eine Niederlassungserlaubnis. Die Großmutter, bei der sie leben, und um die sie sich auch kümmern wird, ist Deutsche.

Die US-Amerikanerin hat selbst 9 Jahre (1990-1999) in D gelebt, hier die Schule besucht und eine Lehre begonnen, die sie aber abgebrochen hat als sie 1999 nach USA ging.

Erhält sie ohne Probleme wieder einen Aufenthaltstitel und beinhaltet der die Arbeitserlaubnis?

Wie muss bei der Ausländerbehörde korrekt argumentiert werden um Probleme von vorneherein zu vermeiden?

Vielen Dank.

Sehr geehrter Fragesteller:

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ich möchte anhand des geschilderten Sachverhaltes im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworten:

Meiner Kenntnis fallen ex-US-Militär nicht unter ein Status of Forces Agreement (SOFA).

Dies bedeutet, wenn Sie sich in Deutschland aufhalten möchten, müssen Sie einen Aufenthaltstitel beantragen.

Weder die Tatsache, dass Sie vor Jahren in Deutschland gelebt haben noch dass Sie Familie in Deutschland haben, begründen ein Recht auf Aufenthaltserlaubnis.

Sie deuteten an, Sie möchten sich um Ihre Großmutter kümmern. Dies könnte ein Grund für die Erteilung eines Aufenthaltstitels sein.

Das Aufenthaltsgesetz beschränkt jedoch den Familiennachzug auf die "Kernfamilie", also Ehegatten, minderjährige Kinder und Ihre Eltern.

Ehegattennachzug kommt vorliegend nicht in Frage, denn der Ehemann sich nicht in D aufhält.

Dies ist in § 36 Abs. 2 AufenthG geregelt (Nachzug der Eltern und sonstiger Familienangehöriger).

Nach Abs. 2 kann der Nachzug nach Ermessen zugelassen werden, wenn es zur Vermeidung einer außergewöhnlichen Härte erforderlich ist.
Eine außergewöhnliche Härte ist nur dann anzunehmen, wenn im konkreten Einzelfall gewichtige Umstände vorliegen, die unter Berücksichtigung des Schutzgebots des Art. 6 Abs. 1 und 2 GG und im Vergleich zu den übrigen geregelten Fällen des Familiennachzugs ausnahmsweise die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis gebieten. Die mit der Versagung der Aufenthaltserlaubnis eintretenden Schwierigkeiten für den Erhalt der Familiengemeinschaft müssen nach ihrer Art und Schwere so ungewöhnlich und groß sein, dass die Versagung der Aufenthaltserlaubnis als schlechthin unvertretbar anzusehen ist.

Ohne Kenntnis der genaueren Umständen lässt sich keine Prognose aussprechen. In der Regel werden aber nur ausnahmsweise diese Art von Aufenthaltstitel gewährt.

Sie müssen diesen Aufenthaltstitel schon vor Einreise beim Konsulat beantragen.

Sonst können Sie sich zu Besuch nur 90 Tage in D aufhalten.

Ich bedaure, Ihnen keine positivere Antwort geben zu können, hoffe jedoch, Ihnen mit den obigen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben.
Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 01.01.2011 | 11:19

Wenn die Familie für die US-Amerikanerin eine Unterhaltsverpflichtung abgibt erhält sie dann zumindestohne Probleme eine Aufenthaltserlaubnis (zur Not ohne Arbeitserlaubnis)?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.01.2011 | 11:33

Sie sprechen die sog. Verpflichtungserklärung an. Diese ist Voraussetzung für die Erteilung von Visa zu Besuchszwecken für Bürger von Ländern, die keine visafreie Einreisebestimmung in D genießen. In Ihrem Fall nicht notwendig, da Sie sich als US-Bürger ohne Visum für 90 Tage hier aufhalten können.

Eine solche Erklärung ersetzt einen Aufenthaltstitel nicht. Auch können Sie nur aufgrund dieser Erklärung keinen Aufenthaltstitel erlangen.

Sie sehen, es ist leider es nicht so einfach, sich in Deutschland für mehr als 90 Tage zu bleiben.

Ich hoffe damit, Ihre Nachfrage beantwortet zu haben.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70937 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Restlos geklärt. Vielen Dank für die schnelle Hilfe. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnell und kompetent! Vielen Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
deutliche, klare Stellungnahme. Hilft mich im Rechtsurwald besser auszukennen. Empfehlenswert. ...
FRAGESTELLER