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Aufenthalt eines Kindes (Rechte des Vaters)


| 07.07.2006 12:49 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Kurze Infos zur Situation. Eine Ehe wurde geschieden, das einzige Kind (12) lebt im Haushalt der Mutter, da der Vater voll berufstätig ist und es das beste für das Kind ist, der Vater wird Umgang mit dem Kind haben, es besteht gemeinsames Sorgerecht. Beide Parteien waren bei der Scheidung damit einverstanden.

Nun, 3,5 Jahre nach der Trennung, ein knappes Jahr nach der Scheidung treten Probleme mit dem Umgang auf. Der Sohn hat nach wie vor ein sehr gutes Verhältnis zum Vater (stand vor der Trennung dem Vater näher als der Mutter), die Mutter möchte die wenigen Tage, die er mit dem Vater hat reduzieren, was Ängste bei dem Kind auslöst, was die Mutter auf den Umgang mit dem Vater schiebt u.s.w. Das Jugendamt wurde inzwischen eingeschaltet, es beginnt zu eskalieren. Die Hoffnung des Vaters, sich wieder zu einigen haben sich völlig zerschlagen. Die Mutter arbeitet mit nicht ganz fairen Mitteln (den Vater schlecht machen duch nachweisliche Unwahrheiten), beeinflusst das Kind zu ihren Gunsten, was sie auch zugibt, hält sich nicht an Absprachen mit dem Jugendamt u.s.w. Das Kind leidet zunehmend. Der Vater verhielt sich bisher vorbildlich und fair, möchte das auch bleiben, sieht aber keine Lösung mehr, die vor allem dem Kind nicht schadet. Zurückziehen möchte er sich auch nicht, da er sich in der Verantwortung für das Kind sieht und diese auch übernehmen möchte.

Durch die jetzige Situation sieht er das Wohl seines Kindes stark gefährdet und dachte darüber nach, ob es bei weiterer Zuspitzung der Lage nicht besser wäre, wenn der Junge bei ihm wäre. Die Lebenssituation für ein Kind ist generell optimal, keine finanzielle Schwierigkeiten, gute Wohngegend, mit den Menschen in der Umgebung ist er vertraut und fühlt sich wohl. Der Vater ist wieder verheiratet und kann als Selbständiger seine Arbeitszeit ohne finanzielle Einbußen so legen, dass er, wenn der Junge zuhause ist, auch zuhause ist. Diese Rahmenbedingungen dürften dann denen der Mutter entsprechen, für ein Kind vielleicht sogar besser sein, da es in ländlicher Gegnd ist, während die Mutter in der Stadt wohnt (ca. 40 km Entfernung). Vielleicht könnte Ruhe in das Leben des Kindes kommen, auf jeden Fall würden Kontakte zum anderen Elternteil unterstützt werden. Auch versucht er das Kind nicht zu beeinflussen, sondern versucht auf dessen Wünsche einzugehen. Belastende Aussagen, die die Mutter dem Kind gegnüber tätigt, könnten reduziert werden u.s.w.

Nun zu meiner Frage, hätte der Vater überhaupt eine Chance, dass der Aufenthaltsort zu ihm verlegt wird und welche Bedingungen müssten evtl. zusätzlich erfüllt werden.

Dies sind bisher nur Überlegungen, er möchte ganz bestimmt nicht der Mutter das Kind nehmen, er weiss nur nicht, wie sich die Situation weiter verändert und wüsste gerne seine Rechte.

Herzlichen Dank im Voraus

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Der Vater müsste bei Gericht einen Antrag stellen, dass das Aufenthaltsbestimmungsrecht bezüglich seines Sohnes auf ihn übertragen werden soll. Dann kann der Vater den Sohn auch gegen den Willen der Mutter zu sich nehmen.

Voraussetzung für den Erfolg dieses Antrags ist, dass die Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts allein auf den Vater dem Wohl des Kindes am besten entspricht. Dies muss vom Vater substantiiert dargelegt werden können. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass es dem Kindeswohl am besten entspricht, wenn das Kind dort wohnen bleibt, wo es die letzten dreieinhalb Jahre gelebt hat, da es dort sicherlich starke emotionale Bindungen entwickelt hat und auch beispielsweise die Schule besucht. Wenn der Vater jedoch beweisen kann, dass die Mutter des Kindes ihren Erziehungsaufgaben nicht ordnungsgemäß nachkommt und zudem die Beziehung zwischen dem Jungen und dem Vater stört, was nicht zuletzt das Kind in Loyalitätskonflikte bringen kann, sieht die Sache anders aus. Starkes Gewicht wird auch dem Willen des Kindes selbst beigemessen werden. Wenn der Junge - und zwar nicht nur gegenüber dem Vater, sondern auch anderen Personen gegenüber - klar äußert, dass er bei seinem Vater leben wolle, sind die Erfolgsaussichten eines solchen Antrags sehr gut. Der Vater sollte sich bemühen, den Willen des Sohnes auszuloten, aber ohne ihn dabei irgendwie zu beeinflussen. Die materiellen Umstände scheinen in Ihrem Fall ohnehin ordnungsgemäß zu sein.

Der Vater muss also überprüfen, ob er seine Auffassung von der mangelnden Geeignetheit der Mutter als Person, bei der das Kind leben soll, durch Zeugen oder/und Schriftstücke belegen kann. Eventuell kann das Jugendamt, das in einem Gerichtsverfahren ohnehin beteiligt würde, ihm Hilfestellung bieten. Außerdem sollte ermittelt werden, welche Vorstellungen das Kind diesbezüglich hat.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen. Für eine Nachfrage wie auch für die weitere Vertretung stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)

Nachfrage vom Fragesteller 07.07.2006 | 14:22

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Grundsätzlich ist die Lage des Vaters also nicht aussichtslos. Trotzdem noch eine Nachfrage.

Was bedeutet, "ihren Erziehungsaufgaben nicht nachkommt"? Wenn der Konflikt zwischen den Eltern nicht wäre, würde sie diesen mit Sicherheit nachkommen, nur durch den Konflikt, den sie statt zu vermeiden versucht eher schürt, auch auf nicht mehr faire Art und Weise, leidet das Kind (Schlafstörungen, schlechte Träume, Weinkrämpfe u.s.w), auch wenn der Rest der Erziehung in Ordnung verläuft. Der Vater möchte aber die beste Entwicklung für sein Kind generell, die dann evtl. eher bei ihm stattfinden kann, da es möglicherweise trotz veränderter Situation unbeschwerter und ausgeglichener aufwachsen kann. Hat er dann eine Chance, auch wenn die Mutter sich keine weiteren Verfehlungen zuschulden kommen lässt.

Zu den Aussagen des Jungen, er frisst generell sehr viel in sich hinein, ich denke, der einzigen Person, der er es erzählen würde, wäre sein Vater und das nur im Vertrauen (das der Vater auch nie missbrauchen würde), er würde eine solche Aussage gegen seine Mutter nie vor anderen Menschen oder auch vor seiner Mutter tun. Was der Vater auch ganz bestimmt nicht möchte, da er das Verhältnis zwischen Mutter und Kind nicht weiter belasten und auch den Sohn nicht zuweit hineinziehen möchte.

Würde sich mit diesen Zusatzinformationen etwas verändern, oder hätte er nach wie vor eine reelle Chance...

Herzlichen Dank im Voraus

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.07.2006 | 14:35

Eine mangelhafte Erfüllung der Erziehungsaufgaben liegt auch dann vor, wenn das Kind durch die Betreuungsperson in eine Konfliktlage wie die von Ihnen beschriebene gebracht wird, insbesondere dann, wenn dies sich derart massiv auswirkt. Jedoch muss der Vater dies belegen können, die bloße Behauptung, dass das Kind derart massiv unter der jetzigen Situation leide, reicht nicht aus. Er sollte sich diesbezüglich unbedingt mit dem Jugendamt in Verbindung setzen und sondieren, wie man die Lage dort sieht. Das Jugendamt wird entscheidenden Anteil an dem Ausgang eines Gerichtsprozesses über das Aufenthaltsbestimmungsrecht haben, da es ein Gutachten erstellen wird.

Der Junge würde in einem Gerichtsverfahren vom Richter befragt werden, wo er denn lieber wohnen möchte und warum. Dies geschieht jedoch in einem kindgerechten Rahmen und die zuständigen Richter haben in aller Regel ein gutes Fingerspitzengefühl dabei. Es kommt dann darauf an, was der Richter für einen Eindruck über die Wünsche des Kindes gewinnt. Dies ist eine Unwägbarkeit des Verfahrens.

Wie bereits gesagt, der Vater sollte versuchen, mit dem Jugendamt über die Situation zu reden und nachzufragen, ob man es dort für sinnvoll hielte, wenn das Kind zu ihm ziehen würde. Außerdem soll er möglichst viele andere objektivierbare Belege dafür, dass die derzeitige Situation für das Kind nicht tragbar ist, sammeln. Dem Gericht muss ein möglichst "rundes" Gesamtbild präsentiert werden.

Mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)

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