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Aufenthalt des australischen Sohnes in Deutschland

25.11.2010 12:23 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

folgend zu unserem Problem:
Ich bin deutscher Staatsbürger und habe einen 21-jährigen Sohn, der australischer Staatsbürger ist. Bisher hat er mich mit dem 3-monatigen Besuchsvisum und mit dem sog. work-and-travel-visum, das Australier nur einmalig für ein Jahr bekommen, besucht. Auch den sog. visa-run haben wir schon einmal hinter uns.
Unsere Frage lautet: Gibt es für ihn eine Möglichkeit, generell auch mal länger als diese 3 Monate in Deutschland zu bleiben (zu Besuchszwecken), Begründung über Familienangehörigkeit?

Hintergrund:
Er ist dieses Jahr über England im August eingereist (Stempel: ‚leave to enter for six month’), hat am 17.September über Italien den Schengen-Raum betreten (Stempel im Paß) und müßte somit ja eigentlich am 17.Dezember Deutschland wieder verlassen.
Da ich inzwischen hier eine Familie gegründet habe, hat er bereits einen Halbbruder hier und würde auch noch gerne die Geburt seiner Halbschwester im März hier miterleben. Ist das möglich mit Hilfe eines Vaterschaftsnachweises/-anerkennung zwischen mir und ihm sowie weil er hier (Halb-)Geschwister hat, mit einer doppelten Staatsbürgerschaft, einer einfachen ‚Aufenthaltskarte’ für Familienangehörige (Richtlinie 2004/38/EG?) oder auf irgendeinem anderen nachhaltigem Weg, der nicht einfach nur jedesmal wieder Ermessenssache der Ausländerbehörde ist?

Vielen Dank für die Bearbeitung unserer Frage und viele Grüße.

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

gerne beantworte ich Ihre Fragen auf Grundlage Ihrer Angaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt:

1.
Grundsätzlich gibt es für Ihren Sohn als australischer Staatsbürger keine Möglichkeit, sich länger als drei Monate in Deutschland für Besuchszwecke aufzuhalten, es sei denn, er ist im Besitz eines länger befristeten Aufenthaltstitels.

2.
Ihr Sohn kann leider auch kein Aufenthaltsrecht aus einer einfachen Aufenthaltskarte nach der Richtlinie 2004/38/EG oder Freizügigkeitsgesetz (FreizügG/EU) herleiten, da sich die Vorschriften nur auf Unionsbürger beziehen. Deutsche Staatsangehörige sind jedoch nicht als Unionsbürger anzusehen, wenn sie von ihrem Freizügigkeitsrecht noch keinen Gebrauch gemacht haben.

3.
Auch aus der Familienangehörigkeit lässt sich für Ihren Sohn kein längerfristiger Aufenthalt begründen. Die Beantragung eines Aufenthaltstitels wegen einer Familienzusammenführung nach § 28 Abs. 1 AufenthG scheitert bereits an der Volljährigkeit Ihres Sohnes. Da es sich auch um einen Besuchszweck handelt, ist eine dauerhafte Familienzusammenführung ohnehin nicht vorgesehen, so dass auch aus diesem Grund ein Aufenthaltstitel nach § 28 Abs. 1 AufenthG nicht erteilt wird.

4.
Letztendlich ist Ihr Sohn aber nach dem Abstammungsprinzip (ius Sanguinis) im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit gemäß § 3 StaG und § 4 Abs. 1 StaG, wenn Sie bei der Geburt Ihres Sohnes bereits die deutsche Staatsangehörigkeit hatten. § 4 Abs. 1 Satz 2 StaG führt hierzu weiter aus:

„Ist bei der Geburt des Kindes nur der Vater deutscher Staatsangehöriger und ist zur Begründung der Abstammung nach den deutschen Gesetzen die Anerkennung oder Feststellung der Vaterschaft erforderlich, so bedarf es zur Geltendmachung des Erwerbs einer nach den deutschen Gesetzen wirksamen Anerkennung oder Feststellung der Vaterschaft."

Damit Ihr Sohn also die deutsche Staatsangehörigkeit erwirbt bedarf es Ihrer Vaterschaftsanerkennung. Die Vaterschaftsanerkennung wird nach den §§ 1594 – 1597 BGB bestimmt.

Abschließend hoffe ich, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage vermittelt zu haben und bedanke mich für eine positive Bewertung.

Ergänzung vom Anwalt 25.11.2010 | 14:47

Der Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit wird Ihrem Sohn zu einem dauerhaften Verbleib in Deutschland verhelfen.

Aus deutscher Sicht war Ihr Sohn bei Vorliegen der in § 4 Abs. 1 StAG genannten Voraussetzungen von Geburt an deutscher Staatsangehöriger. In diesem Zusammenhang möchte ich noch ergänzen, dass die Anerkennungserklärung abgegeben werden muss, bevor Ihr Sohn das 23. Lebensjahr vollendet hat, vgl § 4 Abs. 1 am Ende AufenthG.

Es sollte aber unbedingt vorab geprüft werden, ob in diesem Falle Ihr Sohn nach australischem Recht die australische Staatsbürgerschaft verlieren könnte.

Mit freundlichen Grüßen
RA A.-K. Alakus

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