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Audi/Unfall durch abgefahrene Bremsen/trotz neuem TÜV

21.04.2010 02:49 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

am 15.12.2009 habe ich mir ein Fahrzeug Audi A 3 EZ. 05/2005 (Kilometerstand 76.407) für Gesamt: 11.589 € über die Santander Bank in einem Autohaus finanziert.

Ich wurde meiner Meinung nach sehr kompetent und nett beraten. Leider hatte ich niemanden der viel Ahnung von Fahrzeugen hat während dem Gespräch bei mir und habe mich daher für dieses Auto entschieden und mich voll und ganz auf den Fahrzeughändler verlassen.

TÜV & HU wurden lt. Untersuchungsbericht am 14.12.2009 neu durchgeführt (keine Mängel). Auch auf einem gelben Serviceplan (GW) i.O., alles ohne Mängel (habe Orginalbericht schriftlich vorliegen)

2 – 3 Tage schon nach Zulassung des Fahrzeuges bemerkte ich schon, dass meine Airbaglampe hin und wieder zu verschiedenen Situationen auf und abblinkt. Auch während dem Bremsen kamen ganz merkwürdige und laute Geräusche, ich bin davon ausgegangen dass es am Wetter also am Schnee liegt.

Am 28.12 also ein paar Tage nach dem ich dieses Fahrzeug erst erhalten habe, ist mir mein vorderer neue Winterreifen geplatzt und ich musste diesen für 80 € erneuern., die Bremsen waren schlecht und ich die natürlich nicht viel Ahnung von Autos hat und weiß das dieses Fahrzeug neuen TÜV usw. erhalten hat, dachte wirklich auch das schlechte Bremsen kommt so wegen Schnee und regen.

Ich bin beruflich viel beschäftigt und fahre viel Auto.Arbeite 6 Tage die Woche in verschiedenen Mobilfunkshops im ganz Rhein-Main Gebiet und fahre daher hauptsächlich Autobahn.

Mir war ein stabiles Auto was man für diesen Preis auch wohl erwarten kann gold Wert. Wenn ich ein „neues Fahrzeug“ finanziere, gehe ich davon aus,dass ich mich voll und ganz nach neuem TÜV besonders auf das wichtigste, also BREMSEN verlassen kann.

Ich habe daher im Autohaus angerufen, weil ich skeptisch war, So wirklich konnte mir Anfangs keiner eine klare Aussage geben wie wir fortfahren. Mit einer Dame aus dem Autohaus habe ich dann einen festen Termin ausgemacht, bei dem ich auch ein Ersatzwagen zur Verfügung gestellt bekommen hätte.Über die Weihnachtszeit hatten wir bis einschließlich 07.01.2010 dann eine Urlaubssperre und weil ich an diesem Tag noch Urlaub hatte,passte der Termin gut.

Mein Berater rief mich an und sagte mir den Termin dann kurzfristig ab, bat mich an einem anderen unverbindlichen Tag bei ihm in Darmstadt vorbei zuschauen??? Leider konnte dies sehr schwer einhalten,weil ich gerade im Weihnachtsgeschäft 100 % da sein muss.

Das habe ich meinem Berater/Fahrzeugvermittler auch gesagt!!!

Da ich nur eine Teilkaskoversicherung abgeschlossen habe, bat ich meinen Berater auch mich auf Vollkasko umzustellen, das könne er nicht und sollte mich laut Aussage daher bei der Versicherung melden. Das Umstellen hat leider nicht funktioniert, weil mir einer der Versicherungsangestellten mitgeteilt hat, das es nur über das Autohaus und Santander Bank umzustellen geht. So irgendwie konnte ich auch da nichts wirklich erreichen.

Nach Feierabend vor einigen Wochen bin ich auf dem Weg nach Hause,bei Schnee und glätte...das Fahrzeug vor mir geriet ins Schleudern und meine Bremsen versagten, obwohl ich genügend Abstand gehalten habe bremste das Auto einfach nicht und ich hatte Angst irgendwelche Menschen damit zu verletzten, also zog ich das Lenkrad nach links und fuhr in den Graben. Ich war unter Schock, mein Handyakku war leer und ich hatte noch das Glück das der Herr vor mir angehalten hatte, um mir mit dem Seil aus dem Graben zu helfen.

Am nächsten Morgen war ich in einer Audi Werkstatt und der Mechaniker teilte mir mit, das sich dieser Schaden auf über 10.000 € beläuft.

Als ich dann bei ATU zur Untersuchung war, habe ich mir meine Achstmantschete/Reifen erneuert und die Spur einstellen lassen. Was die Mechaniker entdeckt haben ist einfach nur noch ohne Worte. Meine Bremsscheiben und Klötze sind komplett abgefahren, lt. Aussage konnte es unmöglich sein, das dieses Fahrzeug durch den TÜV gegangen ist, es ist in allen Hinsichten nicht Fahrbereit gewesen.

Ich trage heute Ängste mit mir dieses Fahrzeug zu fahren,leide an Depressionen, das Fahrzeug ist seitens Fahrer total beschädigt, Airbaglampe leuchtet immer noch, meine Bremsen sind mittlerweile am quitschen,sind total abgefahren!!!

Ich habe alles von TÜV Unterlagen bis schriftliche Bestätigungen, dass meine Bremsen vollkommen abgefahren waren, schon vor dem Kauf. Ich gehe auch irgendwo davon aus, das dieses Fahrzeug schon einen Unfall hatte,obwohl er mir als Unfallfrei verkauft wurde.

Abgesehen von den Kosten, hat hier jemanden mit einem Menschenleben gespielt und das kann man meiner Meinung nach nicht bezahlen, richtig?

Ich fasse nochmals zusammen.

Fahrzeug im Dezember gekauft

TÜV /ASU/Serviceplan (alles ohne Mängel) im Dezember (also 2 Tage vor Kauf neu)

Paar Tage schon nach Kauf (vor Unfall):

1.Airbaglampe blinkt ständig ein und aus
2.Bremsen vollkommen abgefahren
3.Reifen war defekt (wurde erneuert)
4.Rückfahrlicht defekt
5.Rauschende Innenboxen (Musik)
6.Fahrzeug zieht sich während den fahren etwas nach links
7.Auf meinem Orginal Audi eingebauten Radio erscheint (Phone) mittlerweile kann ich also noch nicht einmal mehr Musik hören

Jetzt nachdem Unfall kommt hinzu:

1.Meine linke Seite von Fahrzeug ist komplett durch den beschriebenen Unfall beschädigt
2.Fahrzeug zieht trotz Spureinstellung manchmal nach links & dann mal rechts
3.ständig funktioniert mal etwas nicht, wie Scheibenwischer oder keine Ahnung.

Das Auto hat keinen Wert mehr.Ich möchte ein neues Fahrzeug oder von Vertrag zurück treten.

Ich bitte Sie sehr mir zu helfen und mir helfen vor zu gehen. Bitte senden Sie mir die Antworten mit §, damit ich dieses zusätzlich mit rein schreiben kann.

Viele Nette Grüße

21.04.2010 | 11:47

Antwort

von


(4)
Viktoriastr. 28
68165 Mannheim
Tel: 0621/7773540
Web: http://www.mannheim-recht.de
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

zunächst darf ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform eine ausführliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann. Ausschließlich wird das Ziel verfolgt, eine erste rechtliche Einschätzung des von Ihnen geschilderten Rechtsproblems aufgrund der Ihrerseits mitgeteilten Informationen zu geben. Ihre Anfrage darf ich unter Berücksichtigung der mitgeteilten Angaben und Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

Grundsätzlich muss der Verkäufer mindestens ein Jahr lang die Gewährleistung für das Fahrzeug übernehmen.
Das bedeutet, dass der Verkäufer ein Jahr lang dafür einzustehen hat, dass der Kaufgegenstand bei Übergabe frei von Sachmängeln war. Tritt innerhalb dieses Jahres ein Mangel auf, ist dieser nur dann maßgeblich, wenn dieser bereits bei Übergabe vorhanden war und sich erst später gezeigt hat.
Hier sieht das Gesetz vor, dass bei Mängeln, die sich innerhalb der ersten sechs Monate nach Übergabe zeigen, grundsätzlich vermutet wird, dass diese auch schon bei Übergabe vorhanden waren, § 476 BGB .

In diesem Fall müsste der Verkäufer das Gegenteil unter Beweis stellen. Es ist jedoch zu beachten, dass zunächst der Verbraucher beweisen muss, dass überhaupt ein Mangel vorhanden ist. Hierbei ist der Vergleichsmaßstab entscheidend und in Abhängigkeit von Alter und Laufleistung des PKW`s Einschränkungen hinzunehmen.

Die Frage, ob ein Mangel eine Abweichung vom Zustand vergleichbarer Gebrauchtwagen darstellt, kann jedoch nur von einem Sachverständigen getroffen werden und in diesem Rahmen nicht abschließend beantwortet werden. Welche Beschaffenheit üblich ist, hängt im Übrigen von den Umständen des Einzelfalls ab, wie beispielsweise dem Alter und der Laufleistung des Fahrzeugs, der Anzahl der Vorbesitzer und der Art der Vorbenutzung; für das, was der Käufer erwarten darf, kann ferner der Kaufpreis oder der dem Käufer erkennbare Pflegezustand des Fahrzeugs von Bedeutung sein (OLG Düsseldorf, SP 2007, 32). In vielen Fällen handelt es sich nämlich um übliche Verschleißerscheinungen und nicht um einen Sachmangel. Der übliche Verschleiß ist bei einem Gebrauchtwagenkauf hinzunehmen.

Gelingt dem Käufer mit Hilfe eines Gutachtens der Nachweis des Sachmangels, besteht die Möglichkeit, die Gewährleistungsrechte, wie etwa Nachbesserung, Rückabwicklung des Kaufvertrags etc. geltend zu machen.
Die Frage ist somit, ob das Fahrzeug mängelbehaftet war. Bei einem KFZ liegt grundsätzlich nur dann kein Sachmangel vor, wenn keine technischen Mängel vorhanden sind, die die Zulassung hindern und die Gebrauchsfähigkeit aufheben oder mindern. Die abgefahrenen Bremsklötze begründen jedoch nicht automatisch einen Sachmangel, vor allem dann nicht, wenn ein vorausgegangener Prüfbericht in ausreichendem Umfang bescheinigt, dass die beklagten Defekte zum Zeitpunkt der Fahrzeugübergabe nicht vorgelegen haben (vgl. Urteil des LG Kassel, Az.: 1 S 2/05 ). Auch ein geplatzter Reifen wird seitens der Rechtsprechung überwiegend nicht als Sachmangel angesehen, ebenso verhält es sich mit defekten Lichtern oder einer falsch eingestellten Spur.
Eine abschließende Aufklärung hinsichtlich der Qualität der Ihrerseits mitgeteilten Fehler an dem Fahrzeug wird jedoch nur durch ein Sachverständigengutachten möglich sein.

Handelt es sich tatsächlich wie von Ihnen vermutet um ein Unfallfahrzeug, weist der Gebrauchtwagen keine Beschaffenheit auf, die üblich ist und die Sie als Käufer erwarten konnten.

Der BGH (Az.: VIII ZR 330/06 ) hat entschieden, dass es bei Beschädigungen bzw. Unfällen eines PKW für die Unterscheidung, ob es sich um einen nicht unüblichen und hinzunehmenden Bagatellschaden nicht zu erwartenden Fahrzeugmangel handelt, auf die Art des Schadens und die Höhe der Reparaturkosten ankommt. Hierbei könne
Gemäß der Rechtsprechung des BGH muss der Verkäufer eines Gebrauchtwagens einen Schaden oder Unfall, der ihm bekannt ist oder mit dessen Vorhandensein er rechnet, grundsätzlich auch ungefragt dem Käufer mitteilen. Anderenfalls könne ihm der Vorwurf arglistigen Verschweigens gemacht werdenl, es sei denn, der Schaden oder Unfall war so geringfügig, dass er bei vernünftiger Betrachtungsweise den Kaufentschluss nicht beeinflussen kann. Hat der PKW einen erheblichen Schaden erlitten, stellt dies einen Sachmangel i.S. des § 434 I 2 Nr. 2 BGB dar. Auch beim Kauf eines gebrauchten Kraftfahrzeugs kann der Käufer, wenn keine besonderen Umstände vorliegen, erwarten, dass das Fahrzeug keinen Unfall erlitten hat, bei dem es zu mehr als „Bagatellschäden“ gekommen ist.

Ob es sich vorliegend um ein Unfallfahrzeug und infolgedessen tatsächlich um einen Sachmangel und keinen Bagatellschaden handelt, müsste ggf. auch seitens eines Sachverständigen beurteilt werden.

Gemäß §§ 437 Nr. 2 , 323 Abs. 1 , 346 BGB können Sie im Falle des Vorliegen eines Mangels als Käufer vom Kaufvertrag zurücktreten, wenn Sie dem Verkäufer erfolglos eine Frist zur Nacherfüllung gesetzt haben oder diese fehlgeschlagen ist. Es müsste daher zunächst dem Verkäufer eine angemessene Frist zur Nachbesserung der Schäden an dem Gebrauchtwagen gesetzt werden. Erst dann könnten Sie nach fruchtlosem Ablauf gemäß § 323 vom Vertrag zurücktreten.

Ich hoffe, dass ich Ihnen eine erste rechtliche Orientierung geben konnte und stehe Ihnen auch gerne für eine weitere rechtliche Vertretung zur Verfügung. Eine E-Mail genügt.





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