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Außerordentliche Kündigung von Mieterseite

17.05.2011 12:30 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann


Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben folgendes Problem. Nachdem wir vor über einem halben Jahr in eine neue Wohnung gezogen sind (Vermieter hat diese vor uns selbst bewohnt, vor ihm wiederum der mit der Vermietung betraute Makler), stellten wir durch Zufall (Versicherung wollte qm wissen) fest, dass die im Exposé angegebenen qm (104qm) im Mietvertrag nicht mehr erwähnt wurden. Nachdem wir uns ohnehin mit den Vermietern wegen eines anderen Problems (feuchter Keller) umgehend in Verbindung setzen mussten, baten wir den Vermieter um einen Nachtrag gemäß (von ihm bzw. seinem Makler erstellten) Exposés. Dies verweigerte er ohne Angabe von Gründen und begann uns wüst zu beschimpfen. Wir brachen das Gespräch damals ab, da die Situation zu eskalieren drohte.

Da wir lediglich in Ruhe wohnen wollten und jeglichen Streit vermeiden, haben wir von Mietminderungen (verschwiegener feuchter Keller, extreme Hellhörigkeit) abgesehen und gehofft, dass wir uns irgendwie mit allem arrangieren können. Die Hellhörigkeit treibt uns allerdings beinahe in den Wahnsinn (Mieter über uns arbeiten in der Gastronomie, sind während der ganzen Nacht wach und man hört jede Regung, teilweise auch Gespräche)

Als dann der mitgemietete Kühlschrank defekt war, mussten wir 5 Wochen ohne Gerät auskommen, obwohl wir den Vermieter umgehend informiert hatten. Nachträglich erfuhren wir vom Elektriker, dass ein kostenloses Ersatzgerät für die Wartezeit angeboten worden war, dies aber vom Vermieter in unserem Namen abgelehnt wurde. Solche Schikanen wollen wir uns einfach nicht mehr bieten lassen.

Ich betone, dass wir uns nie etwas zu schulden kommen ließen, im Gegenteil, trotz aller Mängel und Unverschämtheiten des Vermieters immer pünktlich und in voller Höhe die Miete überwiesen haben.

Nachdem wir nun aber die NK-Abrechnung erhalten haben und daraus hervor geht, dass die tatsächliche Größe der Wohnung gravierend (über 10 %, bei Balkonanrechnung mit 25%) von der angegebenen Größe des Exposés abweicht, möchten wir die Wohnung gerne außerordentlich kündigen. Der Vermieter hat offensichtlich, weil ihm jetzt bewusst wurde, dass bei der NK-Abrechnung sein Schwindel auffliegt, die umlegbare Grundsteuer herausgelassen, so dass wir statt einer Nachzahlung, eine kleine Erstattung bekamen. Wir möchten uns aber nach all den Vorkommnissen nicht mit so etwas zufrieden geben. Schließlich zahlen wir jeden Monat nach wie vor eine Wohnung mit 104 qm, statt mit tatsächlichen 92.

Uns ist bekannt, dass bei 10% Abweichung dieses Recht besteht, allerdings hat der Vermieter die Größe offensichtlich bewusst aus dem Mietvertrag heraus gelassen. Wir können allerdings umgekehrt auch nachweisen (Emailverkehr + 1 Zeuge (allerdings verwandt mit uns)), dass wir bereits 3-4 Wochen nach Einzug auf dieses Fehlen gestoßen sind und um Nachtrag gebeten haben.

Sehen Sie eine realistische Möglichkeit in diesem Fall vorzeitig aus dem Vertrag heraus zu kommen ohne langwierigen und im Ausgang unklaren Prozess.

Vielen Dank vorab!

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne beantworten darf.

Eine fristlose Kündigung dürfte vorliegend nicht möglich sein, da dies eine erhebliche Vertragsverletzung der anderen Vertragspartei voraussetzt, aufgrund derer Ihnen ein Abwarten der ordentlichen Kündigungsfrist nicht zugemutet werden kann.

Eine solche Vertragsverletzung liegt aber nicht vor, denn die Wohnfläche wurde nach Ihrer Schilderung gerade nicht im Mietvertrag vereinbart.

Der Mietvertrag wurde ohne rechtlich verbindlich Wohnflächenvereinbarung von Ihnen unterzeichnet. Einen Anspruch auf einen Nachtrag zum Mietvertrag haben Sie gegen den Vermieter nicht.

Bei etwaigen Mängeln (z.B. Kühlschrank defekt) können Sie vom Vermieter unter Fristsetzung die Instandsetzung verlangen und die Miete mindern. Aber auch ein defekter Kühlschrank, ein feuchter Keller oder nicht ausreichende Lärmdämmung begründen keinen fristlosen Kündigungsgrund.

Ich empfehle Ihnen stattdessen über eine ordentliche Kündigung mit dreimonatiger Frist nachzudenken - für eine solche Kündigung benötigen Sie keine schwerwiegende Vertragsverletzung des Vermieters, sondern sie kann ohne Angabe eines Grundes erfolgen, sofern im Mietvertrag kein Kündigungsverzicht vereinbart wurde oder ein Zeitmietvertrag geschlossen wurde.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben und stehe Ihnen für eine weitergehende Beratung und Vertretung Ihrer Interessen gerne zur Verfügung.

Bitte kontaktieren Sie mich dazu über die unten genannte Rufnummer bzw. E-Mail-Adresse.


Mit freundlichen Grüßen

Andreas Schwartmann
Rechtsanwalt





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