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Außerordentliche Kündigung der Ausbildung möglich???

28.11.2008 10:53 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin derzeit im 2. Ausbildungsjahr an einer privaten, aber staatlich anerkannten Schule für Physiotherapie. Ich zahle monatlich eine Ausbildungsgebühr von 398 Euro.

Ich habe vor ca. 6 Wochen erfahren das ich schwanger bin, was zu diesem Zeitpunkt nicht geplant war. Der Schule habe ich die Schwangerschaft kurz darauf mitgeteilt. Eine einjährige Babypause währe ohne weiteres möglich.

Jetzt habe ich mich aber dazu entschlossen die Ausbildung abzubrechen und den Berufswunsch Physiotherapeutin ganz aufzugeben.

Im Ausbildungsvertrag steht: Nach der Probezeit gilt eine Kündigungsfrist von 6 Wochen zum Ende von drei Lehrgangsmonaten.(Ausbildungsbeginn war 1. September 2007) --> bedeutet ich könnte fristgerecht erst zum 28.02.2009 kündigen oder?

Meine Frage:
Besteht aufgrund der Aufgabe des Berufswunsches oder aufgrund der Schwangerschaft die Möglichkeit fristlos in Form einer außerordentlichen Kündigung zu kündigen?
Was muss ich bei der Kündigung beachten oder angeben?

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Zunächst möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass dieses Forum eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern vor allem dafür gedacht ist, eine erste rechtliche Einschätzung zu ermöglichen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen könnte die rechtliche Beurteilung Ihres Anliegens anders ausfallen.

Nun aber zu Ihrer Frage, welche ich auf Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworte:

Nach allgemeinen Vorschriften im Berufsbildungsgesetz darf ein Ausbildungsverhältnis nach der Probezeit grundsätzlich überhaupt nicht mehr ordentlich gekündigt werden. Der Auszubildende hat jedoch die Möglichkeit, mit einer Frist von vier Wochen das Ausbildungsverhältnis zu kündigen, wenn er den Beruf aufgeben möchte.

Ob das Berufsbildungsgesetz hier anwendbar ist, kann von mir leider nicht abschließend beurteilt werden, da hierfür genaue Kenntnisse über Ihre Schule erforderlich wären. Das Berufsbildungsgesetz ist nämlich nicht anwendbar, wenn es landesrechtlichen Vorschriften gibt, welche dann vorrangig für diese spezielle Schule gelten. Ich empfehle Ihnen, bei der für Sie zuständigen Ausbildungsbehörde nachzufragen, ob es örtliche Vorschriften für Ihre Schule gibt, welche abweichend vom Berufsbildungsgesetz Kündigungsmöglichkeiten regeln.

Sofern dies nicht der Fall ist, können Sie die Kündigung mit einer Frist von vier Wochen erklären. Ich empfehle Ihnen jedoch, sich dies genau zu überlegen, da Sie in der Zukunft eine abgebrochene Ausbildung sehr bereuen könnten.

Ich hoffe, ich konnte eine hilfreiche erste Einschätzung geben und wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen



S. Schorn
Rechtsanwältin

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