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Außerordentliche Kündigung Fitnessstudio Vertrag

05.08.2015 16:06 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


09:41
Sehr geehrte Damen und Herren,

ich benötige eine Einschätzung von Ihnen ob in meinem Fall eine außerordentliche Kündigung möglich ist. Nach dem unten geschilderten Vorfall möchte ich unbedingt so schnell wie möglich aus dem Vertrag austretten. Leider ist der Mitgliedsvertag mit einer Mindestlaufzeit von 12 Monaten angesetzt.
Wenn ihre Einschätzung positiv ist, was wäre dann Ihre Handlungsempfehlung?


Folgendes habe ich an das Fitnessstudio geschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren,
nach reichlicher Überlegung empfinde ich das Kundenverhältnis zwischen Ihnen und mir als nachträglich beschädigt.

Am 27.07.15 betratt ich Ihr Fitnessstudio um dort zu trainieren. Allerdings verweigerte mir der Trainer das benutzen der Trainingsfläche. Er wies mich darauf hin, dass er von seinem Hausrecht Gebrauch macht und mich mit „Flip Flops" nicht trainieren lässt. Auf meine mehrmalige Nachfrage ob er mir den Passus in der Hausordnung zeigen kann in dem explizit auf die nicht Benutzung von „Flip Flops" hingewiesen wird, konnte er mir keine Antwort geben. In der Hausordnung wird lediglich auf das trainieren mit Sportsachen hingewiesen. Für mich gehören schon seit Jahren „Flip Flops" zur Sportausrüstung, da sie meiner Meinung nach den Fuß am wenigsten in seinem natürlichen Bewegungsablauf behindern. Aus diesem Grund ist für mich dieser Passus eine reine Auslegungssache und sollte in keinem Fall zu einem Rauswurf führen und insbesondere, wenn man das erste Mal diesbezüglich angesprochen wird.

Ich habe die Hausordnung unterschrieben und halte mich auch daran, wenn es wie in diesem Fall zu Unstimmigkeiten kommt bin ich gern bereit mich an eine „erweiterte" Hausordnung zu halten. Ich warte aber als Kunde in ihrem Haus, dass man auf eine vernünftigen Art weise darauf hingewiesen wird, ein Rauswurf steht in keinem vernünftigen Verhältnis. Ich bezahle im Monat xx€ Mitgliedsbeitrag für die Benutzung der Trainingsfläche und ich bin nicht bereit, durch solch eine Willkür, mich von dieser ausschließen zu lassen.

Aufgrund dieser ausführlichen Schilderung möchte ich, dass mein Mitgliedsvertrag mit sofortiger Wirkung beendet wird.


Heute am 05.08.15 habe ich folgende Antwort von dem Fitnessstudio bekommen:

Sehr geehrter Herr XXXX,
vielen Dank für Ihre E-Mail.

Den Sachverhalt haben wir prüfen lassen und teilen Ihnen mit, dass eine fristlose oder vorzeitige Kündigung nicht möglich ist.
Das frühestmögliche Vertragsende entsprechend der Allgemeinen Geschäftsbedingungen ist der 07. April 2016. Wir bestätigen Ihren Austritt daher zu diesem Datum.
Vorsorglich weisen wir Sie darauf hin, dass der Vertrag bis zum oben genannten Termin zu den bekannten Bedingungen weiterläuft.
Falls Sie das Training zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufnehmen möchten, bitten wir Sie, die MemberCard aufzubewahren, da die Kartengebühr bei einer erneuten Anmeldung entfällt.
Unser Bezirksleiter Herr XXXX ist gern für ein Gespräch mit Ihnen und dem besagten Trainer bereit, um die Angelegenheit zu klären.

Bitte geben Sie uns hierzu nochmal Bescheid.

Für weitere Fragen oder Anliegen stehen wir Ihnen gern wieder zur Verfügung.



05.08.2015 | 16:36

Antwort

von


(266)
Hopfengartenweg 6
90451 Nürnberg
Tel: 091138433062
Web: http://www.frischhut-recht.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Eine außerordentliche Kündigung dürfte auf Grundlage Ihrer Schilderung hier nicht gerechtfertigt sein.

Der von Ihnen geschilderte Vorfall dürfte insoweit keinen wichtigen Grund zur Rechtfertigung einer fristlosen Kündigung darstellen. Der genaue Wortlaut der Hausordnung ist mir zwar nicht bekannt, eine dahingehende Klausel wäre jedoch rechtlich nicht zu beanstanden.

Die meisten Fitness-Studios untersagen in ihren allgemeinen Nutzungsbedingungen das Training mit Sandalen oder Flip-flops. Hintergrund sind sicherheitsrelevante Erwägungen zu Ihrem eigenen Schutz wegen der Gefahr von Fußverletzungen durch Quetschungen oder herabfallenden Gewichten.

Der von Ihnen geschilderte Vorfall dürfte daher nicht ausreichen um ein weiteres Festhalten am Vertrag für Sie unzumutbar zu machen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Mikio Frischhut

Nachfrage vom Fragesteller 05.08.2015 | 21:43

Sehr geehrter Herr Frischhut,

vielen Dank für Ihre schnelle Rückmeldung.

Wie in meiner Schilderung erwähnt, wird in den AGBs auf die Hausordnung verwiesen und in dieser steht nicht das Flip Flops nicht erlaubt sind.

Auszug aus der Hausordnung:
TRAININGSKLEIDUNG
Das Betreten der Trainingsräume ist nur in Sportbekleidung und mit sauberen Sportschuhen gestattet. Aus hygienischen Gründen ist die Nutzung der Trainingsgeräte nur mit Handtuch erlaubt.

Ich habe über viele Jahre Vollkontakt-Kampfsportarten traniert und diese werden meistens Barfuß ausgeübt (auch Gerätetraining), hier dient das Barfußtraining zur Stabilisierung der Muskeln. Wenn mir eine 20 KG Hantel auf meinen Trainingschuh oder Fuß fällt, macht das nach meiner Auffassung keinen Unterschied. Mir ist völlig bewußt, dass Flip Flops nicht für das Laufband oder das trainieren mit sehr hohen Gewichten geeignet sind. Soviel Intelligenz sollte man seinen Kunden auch zumuten und wenn nicht sollte man dies in der Hausordnung klarstellen.

Ich denke nach wievor, dass ein Rauswurf nicht gerechtfertigt ist und in keinem Verhältnis steht. Zumahl in der Hausordnung nicht explizit darauf verwiesen wird und ich schon mehrfach in dem Studio trainiert hatte, ohne das mich ein Trainer diesbezüglich aufmerksam gemacht oder verwarnt hat.

Mit freundlichen Grüßen


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.08.2015 | 09:41

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ausweislich der von Ihnen zitierten Hausordnung werden zumindest auch Sportschuhe als Voraussetzung für das Betreten der Trainingsräume gemacht. Ich bleibe daher dabei, dass der Verweis auf die Hausordnung vorliegend eine außerordentliche Kündigung nicht rechtfertigen dürfte.

Bedenken Sie, dass eine außerordentliche Kündigung nur berechtigt ist, wenn für eine Vertragspartei das Festhalten am Vertrag bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist schlichtweg unzumutbar ist. Genau dies dürfte vorliegend jedoch nicht der Fall sein. Sicher kann ich Ihren Unmut über die Entscheidung des Trainers nachempfinden doch steht es Ihnen auch frei Ihr Training jederzeit mit geeignetem Schuhwerk fortzusetzen. Ich gehe davon aus, dies wäre auch am selben Tag noch der Fall gewesen.

Wäre die Kündigung Gegenstand einer gerichtlichen Auseinandersetzung, so würde das Gericht, nach meiner Einschätzung, die außerordentliche Kündigung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit für unwirksam erachten.

Ich hoffe, Ihre Nachfrage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Dipl.iur. Mikio Frischhut, Rechtsanwalt

ANTWORT VON

(266)

Hopfengartenweg 6
90451 Nürnberg
Tel: 091138433062
Web: http://www.frischhut-recht.de
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