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Asbestfund nach Wohnungskauf


01.02.2018 16:00 |
Preis: 40,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Wir haben eine Eigentumswohnung gekauft und nun mit den Sanierungsarbeiten begonnen. Dabei haben wir in allen 4 Zimmern unter den vom bisherigen Eigentümer verlegten Böden PVC-Fliesen, vermutlich noch aus dem Baujahr 1968, vorgefunden. In einem der Zimmer hatte der Vorbesitzer auf dem PVC Teppichboden verlegt, der festgeklebt war. Beim Ablösen des Teppichbodens ist der PVC an einigen Stellen gerissen und es sind handgroße Stücke herausgebrochen. Unter dem PVC liegt eine Matte mit grauer Unterschicht, die sehr stark nach Asbestmatte aussieht. Die Laboranalyse läuft.

Mal angenommen, es handelt sich wie vermutet um Asbest: Wir hätten natürlich niemals eine Wohnung mit Asbestmaterialien gekauft! Wir haben allerdings nicht danach gefragt. Der Vorbesitzer hat die Wohnung erst Anfang der 90er erworben und instand gesetzt, daher war der sichtbare Zustand der Wohnung an allen Stellen mindestens 90er-Jahre-Stand, teilweise neuer, da der Verkäufer immer mal wieder Renovierungen durchgeführt hat. In den 90ern waren die Gefahren ja bekannt und es wurde kein Asbest mehr verbaut.

Nun habe ich recherchiert und gefunden, dass der Verkäufer von sich aus auf Asbestbelastung aufmerksam machen muss. Da ja aber gilt "Gekauft wie gesehen" und der Grundsatz gilt, dass er nur das mitteilen kann, was er selbst weiß, läge nun die Last zu beweisen, dass das Asbestvorkommen ihm bekannt war, bei mir. Das stelle ich mir sehr schwer vor.

Habe ich Chancen auf Rückabwicklung des Vertrags oder Schadenersatzanspruch in Höhe der nun auf mich zukommenden hohen Asbestrückbaukosten?

Einsatz editiert am 01.02.2018 18:57:34

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Sehr geehrte Ratsuchende,


Sie hätten nach § 444 BGB dann trotz möglichem Haftungsausschluss Ihre gesetzlichen Gewährleistungsansprüche nach §§ 434 , 437 BGB , wenn der Verkäufer arglistig die Existenz der Asbestplatten (wenn es denn welche sind) verschwiegen hätte.


Voraussetzung ist aber eben, dass Sie dieses arglistige Verhalten nachweisen können, Sie also beweisen können, dass der Verkäufer davon gewusst hat. Möglicherweise kann der vorherige Verkäufer etwas dazu sagen, vielleicht auch ein Nachbar.


Können Sie dieses Beweis allerdings nicht führen, haben Sie keine Chance, die Kostenerstattung einseitig durchzusetzen.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg


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