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Arztkosten im Ausland doppelt abrechnen Betrug???

| 26.03.2011 16:39 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Mir sind bei einem Urlaub im Ausland Arztkosten in Höhe von 4000€ entstanden. Die habe ich jetzt bei meiner PKV eingereicht bei einem Selbstbehalt von 700€. Ergebnis steht noch aus.
Mir ist jetzt aufgefallen, dass ich noch 3 weitere Auslands Krankenversicherungen habe.

1. Mastercard Gold,

2. Versicherung des Arbeitgebers.

3. Alte Zusatzversicherung als ich noch GKV war die ich immer vergesse zu kündigen da sie auch nur 15€/J kostet.

Rechnungen haben mir die Ärzte mehrere Expl. ausgestellt. Kann ich nicht die Kosten bei allen einreichen oder wäre das Betrug. (Als Laie würde ich denken man kann ja auch 3 Lottoscheine kaufen und 3X gewinnen)
Gibt es eine Reihenfolge der Versicherung auch bzgl Beitragsrückerstattung und Selbstbehalt der PKV.

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne nehme ich zu Ihrer Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Angaben und Ihres Einsatzes wie folgt Stellung:

Das funktioniert so leider nicht, wie Sie sich das vorstellen. Wenn Sie den Schaden von einer Versicherung ersetzt bekommen haben, können Sie denselben Schaden nicht auch noch von einer anderen Versicherung ersetzt verlangen, da Ihnen der Anspruch dann nicht mehr zusteht. Das folgt aus § 78 VVG: Haftung bei Mehrfachversicherung :

„Ist bei mehreren Versicherern ein Interesse gegen dieselbe Gefahr versichert und übersteigen die Versicherungssummen zusammen den Versicherungswert oder übersteigt aus anderen Gründen die Summe der Entschädigungen, die von jedem Versicherer ohne Bestehen der anderen Versicherung zu zahlen wären, den Gesamtschaden (Mehrfachversicherung), haften die Versicherer in der Weise als Gesamtschuldner, dass jeder Versicherer den von ihm nach dem Vertrag zu leistenden Betrag zu zahlen hat, DER VERSICHERUNGSNEHMER ABER INSGESAMT NICHT MEHR ALS DEN BETRAG DES SCHADENS VERLANGEN KANN."

Sie können sich aber grundsätzlich aussuchen, bei welcher Versicherung Sie den Schaden einfordern. In der Regel sind Sie aber verpflichtet, der Versicherung, die Sie in Anspruch nehmen, mitzuteilen, bei welchen anderen Versicherungsunternehmen Sie das betroffene Risiko zusätzlich abgesichert haben.

Etwas anderes würde nur gelten, wenn es eine abweichende Regelung im Versicherungsvertrag/in den allgemeinen Versicherungsbedingungen gäbe.

Denn die leistende Versicherung hat gegen die anderen Versicherer möglicherweise einen Ausgleichsanspruch.

Was Sie aber grundsätzlich tun können, ist Folgendes: Sie reichen die Rechnung bei Ihrer PKV ein. Diese dürfte Ihnen die Summe ja abzüglich eines SB von 700 Euro ersetzen. Diesen SB verlangen Sie dann von einer der anderen Versicherungen. Beachten Sie dabei die der jeweiligen Versicherung zugrunde liegenden Versicherungsbedingungen.

Von der GKV-Zusatzversicherung dürften Sie allerdings nichts bekommen, da diese regelmäßig eine bestehende GKV voraussetzt. Aber auch hier gilt, dass Sie für eine abschließende Klärung die entsprechenden Vertragsbedingungen heranziehen müssen.

Ich hoffe, Ihnen hiermit einen ersten Überblick über die Rechtslage verschafft zu haben, und wünsche Ihnen für das weitere Vorgehen viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen

Felix M. Safadi
Rechtsanwalt

_________
Allgemeine Hinweise:

Bitte erlauben Sie mir noch den obligatorischen Hinweis, dass es sich bei dieser Antwort lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des allein auf Ihren Angaben basierenden Sachverhalts handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen weiterer Angaben kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Rückfrage vom Fragesteller 26.03.2011 | 19:00

Schade, also würde ich mich strafbar machen oder?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 26.03.2011 | 20:22

Leider ja, wegen Versicherungsbetruges. Ich kann davon also nur abraten. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Betrug früher oder später auffliegen würde, wäre in diesem Fall auch sehr hoch.

Bewertung des Fragestellers 28.03.2011 | 09:26

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