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Arzthaftung - Quälen bei einer Untersuchung

14.01.2013 22:20 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Als Patient willigte ich in eine Schluck-Ultraschall-Untersuchung des Herzens mit Betäubung (Schlafbetäubung) ein.

Am Tag der Untersuchung wurde ein Zugang zum Einspritzen des Schlafmittels unmittelbar und im Behandlungsraum einer Universitätsklinik gelegt.

Der behandelnde Professor war hierbei anwesend.

Zur Krankenschwester sagte er: "Hier bestimme ich, was gemacht wird."

Er sagte, so Herr... das machen wir ohne Betäubung, Sie schaffen das.

Ich mußte das Rachenbetäubungsmittel aufsprühen lassen.

Es folgte das Schlucken des Ultraschallgerätes mit dickem Schlauch.

Ich hatte während der Untersuchung und noch 24 Stunden danach erhebliche Schmerzen.

Seine Schwestern sagten zum Prof: Dass Du so gemein bist.

Als ich meine Schmerzen kundtat, murmelte der Prof. in seinen "Bart" ja ja wir sollen Dich ein bißchen quälen.

Kann strafrechtlich oder dienstrechtlich gegen den behandelnden Prof. etwas unternommen werden?

Sehr geehrter Fragensteller,

sie bekommen hier eine Erstberatung, die sich allein auf Ihre Angaben in der Frage bezieht und dazu dient, Ihnen eine erste rechtliche Einschätzung zu geben.

Grundsätzlich gilt, dass eine medizinsiche Behandlung eine Körperverletzung, vorsätzlich oder fahrlässig, darstellt, wenn ein Patient nicht wirksam in die Behandlung eingewilligt hat.

Bei der Untersuchung, die bei Ihnen gemacht wurde, ist es allgemein üblich, dass nur ein Rachenbetäubungsmittel lokal aufgesprüht wird. Auch treten häufig Halsschmerzen durch die Untersuchung auf, die relativ kurzfristig wieder verschwinden.

Grundsätzlich erscheint mir also die Behandlung nach dem, wie Sie es schildern als wahrscheinlich korrekt durchgeführt. Auf einen Behandlungsfehler deutet insoweit bezüglich der Durchführung erst einmal nichts hin.

Falls Sie jedoch nur unter der Voraussetzung eingewilligt haben, dass eine Schlafbetäubung durchgeführt wird, kommt aber eine Strafbarkeit des Arztes auch dann in Betracht, wenn er die Behandlung selbst nach den Regeln der ärztlichen Kunst fehlerfrei durchgeführt hat.

Sollten Sie nicht wirksam eigewilligt haben, so kommen auch Ansprüche auf Schadenersatz, insbesondere Schmerzensgeld in Betracht.

Sollte der Arzt wirklich vorgehabt haben, sie vorsätzlich zu quälen, wäre eine vorsätzliche Körperverletzung gegeben.
Der von Ihnen geschilderte Sachverhalt indes deutet noch nicht darauf hin. Ärzte sagen häufig so etwas wie "So, nun müssen wir Sie ein wenig Quälen.", um auszudrücken, dass das, was gemacht wird unangenehm sein wird.
Solche Aussagen sind meist als Vorwarnung gedacht und haben nichts damit zu tun, dass ein Arzt jemandem vermeidbaren Schmerz zufügen will.

Man müste nun mittels Einsicht in die Behandlungsakten und gegebenenfalls Sachverständigengutachten überprüfen, ob Sie wirklich nur unter der Voraussetzung der Schlafbetäubung eingewilligt haben.
Das kann ich Ihren Angaben nicht genau entnehmen. Eventuell haben sie lediglich zugestimmt, nötigenfalls eine solche Betäubung durchführen zu lassen?
Im Zivilprozess wegen Schadenersatz müssten Sie nachweisen, dass Sie in die Behandlung ohne die Schlafbetäubung tatsächlich nicht wirksam eingewilligt haben.

Auch im Strafprozess könnte es nur zu einer Verurteilung kommen, wenn nachgewiesen wird, und zwar in diesem Falle frei von vernünftigen Zweifeln, dass Sie in die Behandlung nicht wirksam eingewilligt haben.

Körperverletzung ist auch als fahrlässige Tat strafbar, so dass eine Strafbarkeit noch nicht ausgeschlossen ist, wenn dem Arzt ein Vorsatz nicht nachgewiesen werden kann.

Nach Ihren Schilderungen kann ich nicht ausschließen, dass hier strafbares Verhalten vorgelegen hat, auch wenn es mir nach Ihren Schilderungen erst einmal eher unwahrscheinlich erscheint.

Sollten Sie tatsächlich NACHWEISLICH nur unter der Voraussetzung der Schlafbetäubung in die Behandlung eingewilligt haben, so können Sie, falls es Ihnen das Wert ist, mit anwaltlicher Hilfe Einsicht in Ihre Behandlungsakten nehmen und ihr Anwalt wird dann beurteilen, ob es sich lohnt, hier weiter vorzugehen, strafrechtlich oder zivilrechtlich, eventuell mit einem medizinischen Gutachten.

Ich hoffe, Ihnen weiter geholfen zu haben und wünsche Ihnen eine gute Nacht und alles Gute!

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Luisa Milazzo, Rechtsanwältin

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