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Arztbericht unvollständig und falsch

| 28.03.2009 13:13 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht


Beantwortet von



gestern wurde mein Mann aus einem stationären Aufenthalt entlassen.
Der uns mitgegebene Kurzarztbericht ist unvollständig, teils falsch (in der Beschreibung des Unfalls), und stellt eine völlig andere Diagnose in den Vordergrund als die vorangegangen Ärzte. Eine Diagnose, die ALLE anderen Ärzte gestellt hatten, wurde nicht erwähnt und auch gar nicht angesprochen im Bericht. Wir haben den Bericht erst heute mit Hilfe des Internets vollständig prüfen können und sind entrüstet.

Die Ärztin sagte, das ein ausführlicher Bericht an den behandelnden Arzt folgen würde. Wenn aber dieser Kurzarztbericht schon haarsträubend ist, wie soll dann der ausführliche Bericht erst aussehen?

Dieser Bericht wird für alle Instanzen (es besteht noch eine Klage auf Anerkennung als Arbeitsunfall) zugänglich sein. Bei diesem Schriftstück sind wir jedoch nicht einverstanden,das es zugänglich gemacht wird.

Nun meine Frage: Wie kann ich es anstellen, das dieser Bericht korrigiert wird? Soll der behandelnde Arzt das Krankenhaus kontaktieren oder wir selber? Wir durften den Bericht gestern im Krankenhaus einmal überfliegen... die Ärztin fragte ob alles ok ist und ließ uns dann gehen. Nur mit Hilfe des Internets war es möglich diesen genau unter die Lupe zu nehmen. Welche Rechte haben wir???

Für eine Antwort eines sich im Medizinrecht auskennenden Anwalts bedanke ich mich im Voraus.

Beste Grüsse
28.03.2009 | 18:13

Antwort

von


(243)
Wilhelmsstr. 3
55128 Mainz
Tel: 0 61 31 / 333 16 70
Web: http://www.ra-freisler.de
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

aufgrund Ihrer Schilderungen beantworte ich Ihre Frage in einer ersten rechtlichen Einschätzung wie folgt:

Die Korrektur eines ärztlichen Berichtes ist problematisch. Dabei ist insbesondere zu unterscheiden zwischen - in Ihrem Fall - den Schilderungen zum Unfallhergang und den ärztlichen Feststellungen.

Hinsichtlich der ersten Punkte sollten Sie den Arzt auf die Fehler ausdrücklich hinweisen. Der Arzt wird sich grundsätzlich nicht gegen eine Korrektur stellen, da diese Punkte nicht auf seiner Wahrnehmung beruhen.

Entscheidender ist zumeist der zweite Punkt. Im Rahmen der medizinischen Diagnose, Befund bzw. des sonstigen medizinischen Behandlungsgeschehens etc. ist der Arzt verpflichtet, seine Einschätzung bzw. Ergebnisse zu dokumentieren. Wenn Sie daher mit diesen Punkten oder dieser Einschätzung nicht einverstanden sind, sehe ich keine Möglichkeit der Korrektur. In diesem Fall haben Sie vielmehr durch einen dritten Arzt ein Ihrer Meinung nach „zutreffendes“ Untersuchungsergebnis feststellen zu lassen und dies unbedingt in die laufenden Verfahren einzuführen. Zugleich ist den „nicht zutreffenden“ Feststellungen ausdrücklich und substantiiert entgegen zu treten, insbesondere die Nachbehandler ausdrücklich aufzufordern, diese Widersprüche bei der Behandlung zu beachten. Denn insoweit besteht die Gefahr, dass eine ggf. tatsächlich nicht zutreffende Diagnose unterstellt und in der Folge behandelt wird.

Ein Arzt ist sodann grundsätzlich nicht berechtigt, Auskünfte über ärztliche Behandlungen und Untersuchungsergebnisse ohne die Einwilligung des Patienten weiterzuleiten. Denn insoweit unterliegt er der ärztlichen Schweigepflicht. Ein Mittel besteht daher auch insoweit, dem Arzt die Weiterleitung ausdrücklich zu untersagen, in dem die Schweigepflichtentbindung nicht erteilt oder widerrufen wird. Insoweit sollte aber beachtet werden, unter welchen Umständen und zu welchem Zweck die Behandlungen und ärztlichen Feststellungen erfolgten. Denn so eine Weigerung kann im Einzelfall auch nicht (mehr) möglich sein oder negative Folgen nach sich ziehen.


Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung geben zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass eine abschließende rechtliche Bewertung Ihres Problems die Kenntnis des vollständigen Sachverhaltes erfordert. Im Rahmen dieses Forums können sich die Ausführungen aber ausschließlich auf Ihre Schilderungen stützen, und somit nur eine erste anwaltliche Einschätzung darstellen.

Ich empfehle Ihnen daher, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu beauftragen, sofern Sie eine abschließende Beurteilung erhalten möchten. Bitten beachten Sie, dass dabei weitere Kosten anfallen.

Gerne stehe auch ich Ihnen bei der weiteren Durchsetzung Ihrer Interessen zur Verfügung. Sollten Sie dies wünschen, können Sie sich jederzeit - gerne auch per eMail - mit mir in Verbindung setzen.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen


Martin P. Freisler
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Medizinrecht




Rechtsanwalt Martin P. Freisler
Fachanwalt für Medizinrecht, Fachanwalt für Versicherungsrecht

Bewertung des Fragestellers 05.04.2009 | 12:38

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