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Artikel verkauft auf Internetplattform; Käufer erhält das Paket und zahlt nicht.

22.07.2013 12:11 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Sonja Richter


Ausgangslage:

ich verkaufe ein Produkt im Wert von über 500.- Euro auf einer Internetplattform (nennen wir sie Ama). Ama bestätigt mir den Kauf und schreibt mir den Kaufbetrag gut.

Der Käufer schreibt mich an und teilt mir eine andere Versandtadresse (Poststation) mit, da er gerade auf Reisen ist. Die Versandtadresse weicht natürlich von der Adresse, die bei Ama hinterlegt ist ab.

Ich versende das Paket umgehend und erhalte es nach ein paar Tagen zurück mit einer Fehlermeldung, dass der Emfpängername für die Poststation nicht richtig wäre.

Ich wende mich erneut an den Kunden und er teilt mir mit, ich soll seinen Namen austauschen und den einer Freundin verwenden.

Ich versdende das Paket erneut umgehend und kann anhand der Sendungsverfolgung erkennen, dass es in der Poststation eingelagert wurde und auch abgeholgt werden.

Kaufdatum war 06.04.2013. Am 08.07.2013 erhalte ich eine Nachricht von Ama, dass der Kunde seinem Kreditkarteninstitut mitgeteilt habe, er möchte die Transaktion rückabwickeln und den Kaufbetrag wiederhaben, da er das Paket nicht erhalten hat.

Ama hat von mir den Versendungsbeleg gefordert, den ich geliefert habe. Ama teilte mir dann mit, dass ich die Vertragsbedingungen gebrochen habe, indem ich eine andere Lieferanschrift verwendet habe, als bei Ama hinterlegt. Sie werden den Kaufbetrag von meinem Kundenkonto einziehen. Ich habe den Käufer schon längst kontaktiert, doch deer meldet sich nicht. Für mich scheint es sich um ein abgekartertes Spiel vom Kunden zu handeln.

Nun habe ich also keine Ware mehr und Ama wird demnächst den vollen Kaufpreis des Artikels bei mir einziehen. Die Adresse des Käufers liegt mir vor und ebenso die Adresse und den Inhaber der Packstation, die das Paket abgeholt hat.

Welche Chancen habe ich mein Geld vom Kunden wieder zu bekommen oder den Artikel wieder zu bekommen? Ich möchte jemanden mit dem Fall beauftragen, der meine Interessen vertritt, hat Jemand Interesse?

mfg

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage auf Grundlage der mir vorliegenden Informationen und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt:

Sie haben mit dem Käufer einen wirksamen Kaufvertrag abgeschlossen. Es ist dabei nahezu unerheblich, dass die Abwicklung des Vertrages über die von Ihnen genannte Internetplattform läuft. Entscheidend ist, dass Sie aus dem Kaufvertrag verpflichtet sind, dem Käufer die Ware zu übergeben, während dieser Ihnen den Kaufpreis schuldet (§ 433 BGB). Diese beiden Verpflichtungen stehen im Gegenseitigkeitsverhältnis. Das bedeutet, dass Sie nur dann Anspruch auf den Kaufpreis haben, wenn Sie auch die Ware übergeben haben.

Bei Verkäufen über Internetplattformen liegt regelmäßig ein sog. Versendungskauf im Sinne des § 447 BGB vor. Danach geht die Gefahr des zufälligen Untergangs auf den Käufer über, sobald der Verkäufer die Ware an die für die Versendung bestimmte Person übergeben hat. Das bedeutet, dass Sie Ihre Pflichten aus dem Kaufvertrag dann erfüllt haben, sobald Sie die Ware an die Post übergeben haben.

Das setzt natürlich voraus, dass Sie die Ware an die richtige Adresse senden. Hier wurde die Adresse und der Empfängername auf Wunsch des Käufers geändert. Wenn Sie diesen Anweisungen folgen, haben Sie Ihre Pflichten nach wie vor ordnungsgemäß erfüllt.

Sie haben somit im Ergebnis das Recht, den Kaufpreis von dem Käufer zu verlangen. Fraglich ist, wie sich Ihre Beweissituation darstellt. Ich kann Ihrer Darstellung derzeit nicht entnehmen, ob Sie auch den Wechsel der Adresse und des Empfängernamens dokumentieren können. Sollte dies der Fall sein, sind Ihre Chancen nach einer ersten vorläufigen Einschätzung recht gut.

Gerne bin ich Ihnen bei der weiteren Vertretung in dieser Angelegenheit behilflich.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben, und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Sonja Richter
- Rechtsanwältin -

Nachfrage vom Fragesteller 22.07.2013 | 13:27

Hallo Frau Richtiger,

vielen Dank, für Ihre kompetente Antwort. Ich habe alles dokumentiert. Mir liegt das folgende vor:

- die eigentliche Bestellung des Kunden
- Kommunikation und Anweisung des Käufers, die Lieferadresse zu ändern
- Sendungsbeleg der ersten Sendung, die zurück geschickt wurde
- Sendungsbeleg der zweiten Bestellung, die angekommen ist
- Aufforderung von Ama die Lieferung an die richtige Adresse zu bestätigen und dann den Hinweis, dass Ama den Betrag von meinem Kundenkonto einziehen wird.

Gerne würde ich Sie mit dem Fall beauftragen. Soll ich jedoch noch warten, bis mir der Betrag tatsächlich belastet wurde?

mfg

Michael

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.07.2013 | 14:06

Sehr geehrter Fragesteller,

das wäre sinnvoll, denn erst mit der Belastung fehlt Ihnen tatsächlich der Kaufpreis, auf den Sie Anspruch haben.

Mit freundlichen Grüßen

Richter
- Rechtsanwältin -

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