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Artikel nicht Lieferbar

21.07.2014 20:44 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Hallo,
ich habe folgendes Problem:
Vor einem Monat habe ich einen Artikel ( Motorradjacke ) Neuwertig aber von Privat bei Ebay eingestellt, die Jacke wurde nicht versteigert und ich habe sie im Anschluss bei Ebay Kleinanzeigen verkauft.
Durch eine unbewusstes anwählen der Funktion "Artikel erneut einstellen" wurde die Jacke erneut eingestellt und vekauft. Nach dem ich den Fehler bemerkte überwies ich dem Käufer die Summe von knapp 250,-€ per PayPal zurück + 5,-€ wegen dem Aufwand welchen er hatte.
Der Käufer besteht nun auf die Jacke oder auf die Zahlung der Differenz zu einer neuen Jacke... und hat auch bereits einen Anwalt eingeschaltet welcher mich nun auffordert die Differenz zu überweisen.

Was kann/soll ich tun ?

Vielen Dank schonmal vorab.

Viele Grüße

Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund der von Ihnen gegebenen Angaben möchte ich die Frage folgendermaßen beantworten:

Grundsätzlich ist es so, dass Verträge so wie sie geschlossen werden auch eingehalten werden müssen. Geschieht dies nicht, kann der andere Vertragspartner entsprechenden Schadensersatz verlangen. Hier ist es so, dass sie mit dem Anklicken von „Artikel neu einstellen" objektiv ein verbindliches Angebot zum Abschluss eines entsprechenden Vertrages abgegeben haben, das der Käufer auch angenommen hat. Dementsprechend hat der Käufer einen Anspruch gegen Sie auf Übereignung und Übergabe der Jacke erworben (§ 433 Abs. 1 BGB ).

Durch den anderen Verkauf haben Sie sich aber gegenüber jemand anderem zu demselben Verhalten verpflichtet. Da im deutschen Recht der Kaufvertrag unabhängig von der Übereignung ist, ist dies auch möglich. Sollten Sie dem anderen Käufer die Jacke bereits zugesendet haben (wovon ich ausgehe), sind Sie zwar von Ihrer Pflicht zur Übereignung gegenüber dem ersten Käufer nach § 275 I BGB befreit, sind diesem aber im Gegenzug zum Schadensersatz verpflichtet.

Die Höhe des Schadensersatzes liegt hier im „positiven Interesse", was heißt, dass Sie den Käufer wertmäßig so stellen müssen wie er stehen würde, wenn Sie die Jacke geliefert hätten. Auf Deutsch: Sie müssen den Wert der Jacke ersetzen. War der Preis, den Sie für die Jacke festgesetzt hatten (250 €) angemessen und haben Sie auch dem anderen Käufer die Jacke zu diesem Preis verkauft, so hat der Käufer keinen hierüber hinausgehenden Anspruch mehr.

Sie hätten auch die Möglichkeit den Vertrag aus der Welt zu schaffen, indem Sie ihn einfach wegen des Irrtums mit der Taste anfechten. Hier sehe ich allerdings zum einen das Problem der Beweisbarkeit, zum anderen bekommen Sie hiermit zwar den Vertrag aus der Welt, ein Schadensersatzanspruch entsteht aber auch hierdurch (§ 122 BGB ).

Letztlich kommt es, wie oben dargestellt, darauf an ob der Preis in Höhe von 250 € dem Wert der Jacke entsprach. War der Wert höher und lässt sich das auch von der Gegenseite nachweisen, würde ich raten dem Verlangen nachzugeben. Entsprach der Preis aber in etwa dem Wert der Jacke, so würde ich dem gegnerischen Anwalt dies anzeigen und eine weitere Regulierung verweigern.

Ich hoffe ich konnte die etwas komplizierte rechtliche Lage einigermaßen anschaulich darstellen und Ihnen bei Ihrem Anliegen behilflich sein.


Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrter Herr Vestweber, vielen Dank für Ihre Ausführungen. Ich denke damit habe ich einen ersten Anhaltspunkt wie ich im BEM vorzugehen habe bzw. wie ich mich vorbereiten sollte. ...
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