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Artikel defekt-VK weiß von nichts


| 06.08.2007 21:42 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe folgendes Problem:

Am 23.07.2007 habe ich bei ebay ein Trio von Sammlerfiguren bei einer "privaten" Verkäuferin ersteigert. (Auktionsnr. ist hinterlegt) In der Beschreibung war ein Schaden an einer der drei Figuren aufgeführt. Da diese einen hohen Sammlerwert besitzen, ich sie schon lange haben möchte und dieser aufgeführte Schaden gering war, habe ich geboten.

Nun kam das Paket an. Gleich beim auspacken ist uns (Ehemann und Tochter waren dabei-Ferienzeit) aufgefallen, dass eine weitere dieser 3 Figuren massive Beschädigungen aufweist. Sie war an mehreren Stellen gebrochen und wurde mit sehr viel Kleber zusammengeleimt, es fehlen kleine Stückchen und diese Klebestellen sind von Vorder-u. Rückseite deutlich zu sehen.

Wir haben diese 2-te beschädigte Figur detailliert fotografiert und ich habe der VK eine freundliche Mail geschickt um sie nach dem Schaden zu befragen.
Fazit: Sie weiß von nichts, hat nichts bemerkt, meint es könne ja nur ein Versandschaden sein (Antwort meinerseits:seit wann öffnet die Post Paket und klebt den Inhalt?) und außerdem schließt sie ja jegliche Garantie und Umtausch aus. An Fotos hat sie kein Interesse gezeigt. Es herrschte dann Funkstille.

Auf eine neutrale Bewertung meinerseits und die Information an Ebay wurde der Ton dann heftiger. Sie beschuldigt mich nun indirekt, dass "Man ja nicht wisse, was ich mit den Figuren angestellt hätte, ich solle ruhig einen Anwalt einschalten" u.s.w.
Eine sachliche Kommunikation ist völlig unmöglich.

Wie kann ich nun weiter vorgehen?
Wer muss hier eigentlich etwas beweisen? Und wer von uns müsste die Kosten für eine evtl. Begutachtung der Figuren in diesem Fall zahlen? Wie soll ich nachweisen, dass die Figuren nicht von mir geklebt wurden?

Für eine erste Einschätzung bin ich sehr dankbar!
06.08.2007 | 22:32

Antwort

von


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Tel: 08153 8875319
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Sehr geehrter Ratsuchender,

1.Zunächst kann ein Privatverkäufer die gesetzliche Gewährleistung ausschließen.
2.Jedoch greift der Ausschluss dann nicht, wenn der Verkäufer arglistig einen Mangel verschwiegen hat, § 444 BGB.
3.Sie müssen also im Angebot nachsehen, ob die Gewährleistung tatsächlich ausgeschlossen wurde. Ist das der Fall, müssen Sie nachweisen, dass die Verkäuferin Kenntnis des Mangels hatte. Auf Ihrer Seite stehen Ihnen nach Ihrer Schilderung Ihr Ehemann und Tochter zur Verfügung. Wenn beide bezeugen können, dass die Figur geklebt angekommen ist, liegt die Vermutung nahe, dass die Verkäuferin sie geklebt hat.
4.Sie können entweder auf Rückabwicklung klagen oder auf Minderung des Kaufpreises. In diesem Fall müssen Sie die Kosten für das Verfahren vorstrecken und erhalten die Kosten von der Gegenseite, wenn Sie gewinnen.
5.Grundsätzlich müssen Sie alle Punkte beweisen, die Ihren Anspruch stützen. Ich halte ein Gutachten der Figur hier nicht für aussichtsreich, da der Gutachter kaum sagen kann, wer die Figur geklebt hat.



Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen.
Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Nina Heussen
Rechtsanwältin
Diep, Rösch & Collegen
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Tel: (089) 89 33 73 11 / (089) 45 75 89 50

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Abschließend darf ich mir erlauben, noch auf Folgendes hinzuweisen:

Meine Auskunft bezieht sich nur auf die Informationen, die mir zur Verfügung stehen. Eine umfassende Sachverhaltsermittlung ist für eine verbindliche Einschätzung unerlässlich. Diese Leistung kann im Rahmen der Online-Beratung nicht erbracht werden.
Darüber hinaus können eine Reihe weiterer Tatsachen von Bedeutung sein, die zu einem anderen Ergebnis führen. Bestimmte Rechtsfragen wie z. B. die Frage der Verjährung oder von Rückgriffsansprüchen gegenüber Dritten etc., können mit dieser Auskunft nicht abschließend geklärt werden, da es hier auf die Details im Einzelfall ankommt. Ferner sind verbindliche Empfehlungen darüber, wie Sie Ihre Rechte durchsetzen können, nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich.


Nachfrage vom Fragesteller 06.08.2007 | 22:54

Sehr geehrte Frau Heussen,
danke für Ihre schnelle Antwort. Ja, die Verkäuferin hat Gewährleistung ausgeschlossen, aber greift hier nicht die Sachmängelhaftung-bzw. gilt diese nicht für Privatverkäufer? Die Verkäuferin hat mit dieser Art und Weise bereits einige Geschäfte getätigt-ersichtlich an ihrem Bewertungprofil, außerdem setze ich deren Sachkenntnis voraus, da sie m. E. schon an der gewerbl. Grenze mit den Figuren handelt. Könnte dieser Punkt nicht auch relevant sein?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.08.2007 | 23:17

Wenn die Verkäuferin tatsächlich nicht privat sondern bereits gewerblich handelt, kann sie die Gewährleistung nicht ausschließen.

Das LG Hanau hat Gewerblichkeit bei 25 Verkäufen innerhalb von 2 Monaten sowie vorherigem Ankauf zum Zwecke des Verkaufs angenommen (LG Hanau vom 28.09.2006, AZ 5 O 51/06).
DAs OLG Frankfurt sah eine gewerbliche Tätigkeit bei 484 (bewertete) Geschäfte innerhalb eines Jahres, wobei der Beklagte ausschließlich als Verkäufer aufgetreten ist, OLG Frankfurt, 6 W 27/07.

In einem Verfahren müssen Sie zumindest Anhaltspunkte für die gewerbliche Tätigkeit nachweisen.

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