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Artikel aus Ebay, aber ohne Ebay gekauft

10.04.2008 10:10 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Guido Matthes


Hallo!

Folgender Sachverhalt:

Meine Freundin hat freitags bei Ebay ein Kostüm gesehen, was sie gerne haben wollte für eine Kommunion die am folgenden Sonntag stattfinden sollte.
Sie hat die Verkäuferin angeschrieben und diese war bereit die Auktion zu beenden und hat das Ganze per Express geschickt, also ohne Ebay, sondern als Privat. Meine Freundin sicherte ihr zu, dass die Mehrkosten für den Versand natürlich erstattet werden.
Das Kostüm kam tatsächlich freitags an, aber die Hosenlänge stimmte nicht.
Es war 110 cm anstatt 101 wie sie in der Ebay Beschreibung geschrieben hatte ( der Ebay Link kann man noch sehen ).

Samstag war niemand mehr zu erreichen um die Hose ändern zu lassen und darum sind wir abends noch mal los und haben ein neues Kostüm gekauft. Darum war das Ebay Kostüm für uns nicht zu gebrauchen und wenn man die Änderungskosten dazu rechnet ist es kein echtes Schnäppchen mehr.

Meine Freundin schrieb ihr eine ganz höffliche Email und hat erklärt, dass sie sich da wohl vertippt hat und sie darum das Kostüm bzw. den Anzug nicht gebrauchen konnte mit der Bitte für einen Vorschlag für eine Einigung.

Darauf kam eine sehr unverschämte Mail zurück:
„> Hallo Frau ****,
>
> Bitte überweisen Sie mir trotzdem das Geld, da der Kauf über Ebay
> zustande
> gekommen ist und Sie den Anzug aufgrund der Angaben bei Ebay gekauft
> haben. Für eventuelle Messabweichungen usw. werden keine Haftungen
> übernommen. Es geht aus der Beschreibung auch nicht hervor, von wo bis wo
> ich gemessen habe.
> Eine andere Lösung gibt es nicht. Sie haben den Anzug gekauft und müssen
> nun bezahlen. Sie haben leider keine rechtlichen Möglichkeiten, nicht zu
> zahlen.
> Sie können den Anzug nur kürzen. Außerdem haben Sie schon zugesagt, dass
> Sie das Geld am Freitag bereits überweisen wollten, anscheinend war das
> eine Lüge.
> Bitte überweisen Sie das Geld umgehend, sonst muss ich das bei Ebay melden
> und rechtliche Schritte einleiten.

1: Wo soll sie denn gemessen haben? Bei 110 cm muss sie mehr als die reine Hose gemessen haben, was mir ziemlich merkwürdig erscheint.

2: Ja meine Freundin hat geschrieben, dass sie den Betrag umgehend überweist. Aber ist ja wohl logisch, dass damit gemeint ist nach Wareneingang und Samstags haben eben die Banken nicht auf

3: Die Aussage: Kauf über Ebay ist ja falsch. Grundlage war zwar diese Auktion, aber es lief per Mail und ohne die Ebay Funktionen.

Wir haben darauf noch nicht reagiert und heute kam diese Mail noch mal:
„Hallo Frau ***,

haben Sie schon den Beitrag in Höhe von *** Euro überwiesen?

Sie wollten den Artikel schnell bekommen und haben ihn erhalten. Mit Ihrer Email-Bestätigung ist der Kaufvertrag zustande gekommen und für die erhaltene Leistung müssen Sie auch bezahlen.
Ich habe Ihre Emails, in denen Sie dem Kauf zustimmen und auch sagen, dass Sie umgehend überweisen. Leider haben Sie dies noch nicht getan und somit Ihren Vertragsanteil noch nicht erfüllt. Zudem haben Sie mir auch betätigt, dass die Ware pünktlich eingetroffen ist. Also habe ich genügend Beweise, wenn Sie einen Rechtsstreit daraus machen wollen.

Ich bitte Sie ein letztes Mal, mir das Geld bis zum 12. April zu überweisen. Ansonsten werde ich den Fall meinem Anwalt übergeben, da ich Ihr Vorgehen äußerst unverschämt finde. „


Fakt ist wir konnten den Anzug nicht für den gedachten Zweck wegen der Falschangabe nutzen. Wer haftet denn sonst für eine falsch angegebene Größe? Wir etwa?

Wie können wir reagieren?
Am liebsten würde ich den Anzug unfrei zurück schicken, aber dann wären wir auch nicht besser.
Wie können wir vorgehen? Müssen wir zahlen?

Vielen Dank!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage beantworte ich wie folgt:

Es ist tatsächlich ein wirksamer Kaufvertrag zwischen Ihrer Freundin und der Verkäuferin geschlossen worden, so dass Ihre Freundin zur Zahlung des Kaufpreises verpflichtet ist.

Frage ist, ob Ihre Freundin wegen der nicht passenden Hose Mängelansprüche geltend machen kann. Dies richtet sich nach der vertraglichen Vereinbarung und insbesondere nach dem Umstand, ob die Verkäuferin tatsächlich falsch gemessen hat. Grundsätzlich trägt der Verkäufer von Kleidungsstücke keine Gewähr dafür, dass diese dem Käufer auch passen. Anders kann es aber sein, wenn die gelieferten Kleidungsstücke erheblich von der Artikelbeschreibung abweichen; dann fehlt u.U. eine zugesicherte Eigenschaft des Kleidungsstückes.

Sie sollten mit der Verkäuferin klären, wo und wie diese gemessen hat. Erst dadurch wird sich m.E. klären lassen, ob hier tatsächlich eine falsche Artikelbeschreibung oder ein Missverständnis vorliegt. Weiter sollte geklärt werden, ob es sich um einen privaten oder gewerblichen Verkäufer handelt, da dann zusätzliche Rechte bestehen. Zuletzt rate ich dazu, die vertraglichen Grundlagen ergänzend prüfen zu lassen; anhand Ihrer Angaben ist hier leider keine abschließende Bewertung möglich.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten hilfreichen Überblick in der Sache verschafft zu haben. Ich weise darauf hin, dass die Beantwortung Ihrer Frage ausschließlich auf Grundlage Ihrer Schilderung erfolgt. Die Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Einschätzung, die eine persönliche und ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in den seltensten Fällen ersetzen kann. Das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben kann möglicherweise zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt

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