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Artikel angeblich zerstört - Schadensersatz?

04.02.2009 15:54 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Sehr geehrte Danen und Herren Anwälte,

ich habe bei ebay eine Dunstabzugshaube zu einem sehr günstigen Preis ersteigert (271 statt ca. 1700 Euro Normalpreis) und auch den Zuschlag erhalten.

Der Account des Verkäufers läuft zwar bei ebay als "privat", jedoch ist der Vertragspartner Geschäftsführer und Inhaber einer "Schreinerei & Küchenstudio GmbH" aus deren Ausstellung die Dunstabzugshaube auch stammt.
Die Haube wurde als neu angeboten mit dem Zusatz " Gerät wird aus der Ausstellung genommmen und hat 2 Jahre Garantie".

Etwa zwei Stunden nach Auktionsende erhielt ich vom Verkäufer eine Email wie folgt :
"mein Arbeiter ist die Haube heute bei der Demontage aus der Hand gerutscht und auf die Arbeitsplatte gefalle , jetzt ist der untere Glaskörper kaput, was soll ich jetzt machen ?".

Da ich davon ausgehe, dass die Haube sehr wohl noch in einem Stück vorhanden ist und nicht kaputt ging schrieb ich ihm zurück:

".....Damit ist ein rechtsverbindlicher Vertrag geschlossen worden, auf dessen Erfüllung ich bestehen muss. Sollten Sie die Haube doch noch in einem Stück (d.h. unversehrt) haben, dann werde ich sie zum Gebotspreis von 271 Euro bei Ihnen abholen.
Sollten Sie die Haube nicht mehr liefern können steht mir rechtlich Schadenersatz zu, diesen werde ich gegebenenfalls auch gerichtlich geltend machen. Bitte teilen Sie mir doch mit ob ihnen die Haube doch noch zur Verfügung steht damit ich mein weiteres Vorgehen darauf abstimmen kann."

Als Antwort erhielt ich: "Ich habe nur diese Haube noch von der Ausstellung und ich habe ihnen geschrieben das das Glas kaput gegangen ist bei der Abmontage, aber ansonsten ist sie vervügbar.".

Soll heißen "kaputt könnte er sie mir ja liefern".

Ich antwortete darauf: "...ich möchte Sie noch einmal darauf hinweisen, dass was mit der Dunstabzugshaube passiert ist für mich nicht erheblich ist.
Fakt ist, dass mit Ablauf der Auktion ein rechtsverbindlicher Kaufvertrag zwischen Ihnen und mir zustande gekommen ist. Danach haben Sie den Artikel Sach- und Rechtsmängelfrei zu liefern.
Sollten Sie nicht in der Lage sein den versteigerten Artikel zu liefern, ist Ihnen, gerade als gewerblichem Händler (was sie ja zweifelsfrei sind, macht aber rechtlich auch keinen Unterschied), durchaus eine Ersatzlieferung zuzumuten (die Haube wird ja noch überall frei gehandelt). Sollten Sie dazu nicht gewillt oder in der Lage sein, werde ich nicht zögern und auf Schadenersatz in Höhe der Differenz zwischen marktüblichem Verkaufspreis der Dunstabzugshaube (wobei der günstigste Preis den ich finden konnte bei 1679 Euro liegt) und Auktionsbetrag (sog. Nichterfüllungsschaden) klagen....

....somit werde ich ihnen, um dem rechtlichen Prozedere genüge zu tun, noch schriftlich eine entsprechende Aufforderung mit Fristsetzung zukommen lassen".

Soviel also als Information.

Für mich interessant sind die folgenden Fragen:

1. Liege ich richtig damit, dass, selbst wenn der Artikel tatsächlich zerstört wurde, ich trotzdem Anrecht auf Schadensersatz habe?

2. Macht es in dem Fall etwas aus, dass nicht der Verkäufer selbst, sondern einer seiner Arbeiter die Haube fallen ließ?

3. In der Artikelbeschreibung wurden "Überweisung und Nachname" als Zahlungsmöglichkeiten angegeben. Da der Verkäufer mir ja gleich mitteilte, dass der Artikel defekt ist, und er mir auch keine Kontoverbindung genannt hat, habe ich natürlich auch noch nichts überwiesen. Hat das Auswirkungen auf meine Ansprüche - sollte ich eine Zahlung explizit anbieten?"

Eine abschließende Bemerkung hinsichtlich der Aussichten bei einer Auseinandersetzung vor Gericht würde mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen




Sehr geehrter Fragesteller,

gerne benatworte ich Ihnen ihre Frage auf der Grundlage des von Ihnen angegebenen Sachverhalts wie folgt:

Richtigerweise haben Sie einen Anspruch auf Lieferung des Kaufgegenstands Zug um Zug gegen Zahlung des Kaufpreises.
Liefert der Verkäufer nicht, haben Sie einen Anspruch auf Schadensersatz. Dieser Schadensersatzanspruch erstreckt sich ggf. auch auf die Mehrkosten, welche nun anfallen, um die vergleichbare Ware anderweitig zu erwerben. Es ist vorliegend unerheblich, dass die Ware angeblich von einem Arbeiter des Verkäufers beschädigt worden ist, da dies dem Verkäufer zuzurechnen ist.

Sie sollten dem Verkäufer - wie angekündigt - eine Frist zur Lieferung der Ware, Zug umd Zug gegen Bezahlung des Kaufpreises, setzten. Nach fruchtlosem Fristablauf sollten Sie von dem Kaufvertrag zurücktreten. Neben dem Rücktritt kann Schadensersatz geltend gemacht werden.
Im Rahmen des Schadensersatzes ist ihre immer bestehende Schadensminderungspflicht zu beachten, d.h. Sie sind ggf. verpflichtet, sofern Sie die Möglichkeit haben die Ware anderweitig ebenfalls günstig einzukaufen, dies auch zu tun.

In der Sache selbst haben Sie grundsätzlich gute Chancen.
Aus wirtschaftlicher Sicht empfiehlt es sich bei diesem Streitwert in der Regel, eine außergerrichltliche Lösung anzustreben.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Günthner
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 04.02.2009 | 17:59

Sehr geehrter Herr Günthner,

ihre Antwort wirft bei mir zwei Fragen auf:

1. Sie schreiben: "...Dieser Schadensersatzanspruch erstreckt sich ggf. auch auf die Mehrkosten, welche nun anfallen, um die vergleichbare Ware anderweitig zu erwerben."

und

"...Neben dem Rücktritt kann Schadensersatz geltend gemacht werden.
Im Rahmen des Schadensersatzes ist ihre immer bestehende Schadensminderungspflicht zu beachten, d.h. Sie sind ggf. verpflichtet, sofern Sie die Möglichkeit haben die Ware anderweitig ebenfalls günstig einzukaufen, dies auch zu tun."

Meine Frage hierzu ist, ob ich, wenn ich vom Kaufvertrag zurücktrete und Schadenersatz fordere, tatsächlich noch versuchen muss die Haube zu besorgen, oder direkt den geldwerten Ersatz fordern kann?

2. Da abzusehen ist, dass der Verkäufer nicht einlenken wird, sollte ich dann nach dem Verstreichen der gesetzten Frist die Schadensersatzforderung durch einen Anwalt einfordern lassen? Muss der Verkäufer die daraus entstehenden Kosten auch tragen?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.02.2009 | 19:01

Sehr geehrter Fragesteller,

der Schadensersatz ist grundsätzlich konkret zu ermitteln. Eine mögliche abstrakte Schadensberechnung ist eine Beweiserleichterung und gilt nicht für Privatpersonen, sondern nur für Kaufleute und Gewerbetreibende.
Eine weiterer Fall ist in § 249 II BGB geregelt; hier kann bei Beschädigung einer Sache ( z.B. KfZ) statt der Herstellung der Sache, der ensprechende Geldbetrag gefordert werden.

In dem hier vorliegenden Fall ist es daher nicht möglich, als Schadensersatz die Differenz zwischen Kaufpreis und Marktwert zu fordern ohne tatsächlich eine neue Sache zu kaufen.

Da sich der Verkäufer in Verzug befindet, sind die Rechtsanwaltskosten als Verugsschaden zu erstatten. Allerdings sind zunächst Sie gegenüber dem Anwalt Kostenschuldner, so dass Sie hier in Vorleistung gehen müssen.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Günthner
Rechtsanwalt

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