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Arthrose durch Huffehlstellung bei Ankaufsuntersuchung nicht erwähnt

27.10.2005 11:49 |
Preis: ***,00 € |

Tierrecht, Tierkaufrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe am 04.02.2005 eine 7jährige Stute gekauft. Da sie immer wieder lahmte, habe ich jetzt Röntgenbilder machen lassen und es wurde festgestellt, dass sie Arthrose hat aufgrund einer Huffehlstellung. Es gab beim Kauf keine Einkaufsuntersuchung.
Kann ich das Pferd zurückgeben?
fragt
Steffilac

27.10.2005 | 12:29

Antwort

von


(108)
Friedrich-Ebert-Straße 33
14469 Potsdam
Tel: +49 331 281 290 060
Web: http://www.digitales-recht.com
E-Mail:

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt summarisch beantworten will:

Es stehen Ihnen die Gewährleistungsrechte (Nacherfüllung, Rücktritt und Schadensersatz) dann zu, wenn das Pferd bei Übergabe einen Mangel aufwies. Wobei dem Verkäufer vor dem Rücktritt die Gelegenheit zur Nachbesserung (hierzu sollten Sie ihn schriftlich auffordern und eine angemessener Frist setzten, ca. 3 Wochen) gegeben werden muss. Nur in Fällen, in denen eine Nachbesserung nicht möglich ist, kann hierauf verzichtet werden. Ob das bei Ihnen der Fall ist, hängt davon ab, ob die Huffehlstellung behoben werden kann. Erst nach Ablauf der Frist bzw. bei Weigerung des Verkäufers können Sie unter den obigen Voraussetzungen zurücktreten (Sie erhalten dann den Kaufpreis gegen Rückgabe der Stute).

Die Arthrose stellt einen Mangel dar. Dass dieser Mangel bei Übergabe bereits vorgelegen hat, muss in einem Gerichtsprozess grundsätzlich von Ihnen bewiesen werden (Ausnahme s.u.). Ist die Huffehltstellung (im Gegensatz zur Hufrollenveränderung) ein Geburtsfehler, so wird dieser Beweis gut zu erbringen sein. Ansonsten kann nur ein Sachverständigengutachten Aufschluss bringen.

Sollten Sie das Pferd als Privatperson von einem Unternehmer (jede Person oder Gesellschaft, die am Markt planmäßige und dauerhaft gegen Entgelt Leistungen anbietet; z. B. Pferdehändler, gewerbl. Züchter, Reitlehrer, etc.) gekauft haben, so gilt für Mängel, die sich innerhalb von 6 Monaten seit der Übergabe des Pferdes gezeigt haben, eine Beweislastumkehr. Das heißt, der Verkäufer müsste Beweisen, dass das Pferd bei Übergabe keinen Mangel gehabt hätte.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Auskunft weiter geholfen zu haben. Selbstverständlich stehe ich Ihnen im Rahmen der Nachfragefunktion und bei einer Vertretung gegenüber dem Verkäufer gerne zur Verfügung.

Mit freundlichem Gruß

Markus A. Timm
-Rechtsanwalt-
www.Rae-Linden.de


ANTWORT VON

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