Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.567
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Arglistige Täuschung beim Hauskauf Wassereinbruch


10.12.2015 19:49 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von

Rechtsanwalt Raphael Fork



Wir haben im August `15 eine Immobilie Bj. 1930 erworben die außen und innen einen guten 1. Eindruck machte. Die Kellerwände zeigen "Ausblühungen" von Salpeter, wie uns die Maklerin sagte. Auf die Frage nach Nässe im Keller wurde mit NEIN geantwortet. Der Keller ist trocken. Selbst bei der Begehung nach der Vertragsunterzeichnung in Anwesenheit des Verkäufers, wurde unsere Frage wiederum verneint, aber eine Drainage habe das Haus nicht, wohl aber einen Sickerschacht der mittels Pumpe eventuell eindringendes Wasser per Schlauch durch Kellerfenster hinausbefördert.

Bei einem verregneten Wochenende im Sept. /Oktober 2015 liefen alle am Hause befindlichen Regenrinnen in Sturzbächen über. Das Wasser gelangte nicht in die dafür vorgesehen Schächte für die Regenwasserentsorgung.
Nach Sichtung der Regenfallrohre stellte ich fest, das ALLE Fallrohre absolut dicht waren und das Wasser an besagten Rohren entlang ins Erdreich direkt am Haus eindrang.
An der Nordostecke des Hauses entfernte ich mehrere Lagen Morast der letzten Jahre, 4 - 5 Schichten 4 cm dicke Scheiben Morast übereinander angehäuft! Dies erklärt auch das geplatzte Regenfallrohr in ca. 2 bis 3 m Höhe an der Hauswand. Welches vermutlich in einem Winter dem gefrorenen Wasser im Fallrohr nicht standhalten konnte.
Auch wenn der Eigentümer nicht Hausbewohner war, sondern sein Vater, fällt es doch unter seine Sorgfaltspflicht als Eigentümer.
Nachdem ich nun als Hobby Handwerker aus Zugzwang die Fallrohre wieder gangbar gemacht habe und die Kellerwände vom bröselig gewordenen Putz befreit, getrocknet und wieder angeputzt habe bat ich den Verkäufer um Beteiligung an den entstandenen Kosten von 2000 € und um eventuelle Beteiligung an Abdichtung der Außenwände. Fotos der Schäden sind vorhanden!
Nach § 437 BGB könnte ich eine Kaufpreisminderung erwirken oder aber vom Kauf zurücktreten oder Schadenersatz fordern!??
Mit freundlichen Grüßen

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,




Frage 1:
"Nach § 437 BGB könnte ich eine Kaufpreisminderung erwirken oder aber vom Kauf zurücktreten oder Schadenersatz fordern!?"


Das hängt davon ab, ob in dem notariellen Kaufvertrag die gesetzliche Gewährleistung für unerkannte Mängel des Hauses wirksam ausgeschlossen worden sind.


Sollte dies nicht der Fall sein, hätte Ihre Forderung grundsätzlich gute Aussicht auf Erfolg, wenn die Abwasserversorgung zum Zeitpunkt des Besitzüberganges bereits seit 4-5 Jahren funktionsuntüchtig war und dieses Ihnen nicht mitgeteilt wurde. Hier hätte der Verkäufer dann auch eine Pflicht gehabt, Ihnen dies unaufgefordert mitzuteilen.

Sie sind diesbezüglich ja offenbar auch schon gegenüber dem Verkäufer tätig geworden. Den korrekten Behandlung eines nachträglich auftauchenden Mangels können Sie z.B. unter https://openjur.de/u/590123.html exemplarisch nachlesen.


Problematisch wird die Sache dann, wenn im Notarvertrag die Haftung für im Zeitpunkt des Besitzübergangs vorhandene Mängel wirksam ausgeschlossen wurde. Dann nämlich müssten Sie dem Verkäufer nachweisen, dass er Sie bewusst getäuscht hat und ihm die Mängel bekannt waren.

Dies dürfte praktisch problematisch werden, denn


-) Sie haben gezwungenermaßen die Schäden selbst beseitigt

-) ob die Fotos allein zur Darlegung der aufgezählten Mängel reichen ist fraglich

-) kann die Gegenseite behaupten, die Verstopfung sei erst im Herbst 2015 aufgetreten, man selbst habe solche Überflutungen nicht erlebt

-) der Verkäufer hat nicht selbst im Haus gewohnt

-) er hat über die Maklerin weithin wahrheitsgemäße Angaben gemacht, die sicher auch im Kaufvertrag festgehalten wurden


Da Sie dann die sog. Beweislast träfe, würden Sie einen möglichen Prozess allein aus Gründen der Nichtbeweisbarkeit einer für Sie günstigen Tatsache verlieren.

Aus diesem Grunde sollten Sie im Fall der Ablehnung Ihrer Ansprüche durch eine Kanzlei vor Ort die Beweislage prüfen lassen und ob diese für einen Prozess ausreichend wäre.






Mit freundlichen Grüßen


Raphael Fork
-Rechtsanwalt-
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER