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Architektenleistung


| 26.10.2007 10:30 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Zur Renovierung (Wärmedämmung, zeitgemäßes Aussehen) unseres Einfamilienhauses (Baujahr 1978, Wert ca. 180 000€) wurde zur Vermeidung teurer Fehlinvestitionen ein Architekturbüro beauftragt und ein 3-stufiger Leistungskatalog vereinbart. Stufe 1: Bestandsaufnahme mit Anforderungskatalog, Stufe 2 Entwurf von 3 Gestaltungsentwürfen mit anschließender Detailplanung des favorisierten Entwurfs, Stufe 3 Kostenermittlung mit detailliertem Umsetzungsplan.

Im Anforderungskatalog der Leistungsstufe 1 wurde der Umfang der Baumaßnahmen umrissen, unsere Vorstellungen definiert und das Gesamtbudget auf 100 000€ brutto limitiert.

Leistungsblock 1 wurde auch erbracht und bezahlt. Die Umsetzung des Leistungsblocks 2 zog sich dann über 4 Monate hin, bis 3 Ideen vorgestellt wurden. Meine mehrmalige Frage nach den ungefähren Kosten wurde seitens des Architekten mehrmals mit der sinngemäßen Bemerkung, dass man sich mit solchen Überlegungen in der gestalterischen Kreativität einschränken würde und dies nicht üblich sei, beschieden.

Nach Favorisierung einer Variante (vom Aufwand und der Grundidee waren alle 3 vergleichbar, nämlich Dachgeschossausbau) wurde auf mein Drängen hin dann doch eine (Vorab-)Kostenschätzung vorgenommen: 204 000€ ohne Genehmigungskosten, ohne Statik, ohne Heizungsumbau etc, so dass die Maßnahme letztendlich ca. 250 000€ kosten würde.

Dies wurde von mir sofort mit dem Verhältnis von derzeitigem Immobilienwert, Wertsteigerung und Wert der renovierten Immobile abgelehnt.

Seitens des Architekten kam nun das Statement, dass man ja solange weglassen könnte, bis die ursprünglich anvisierten 100 000€ erreicht seien, d.h. kein Dachausbau sondern nur neue Fenster, Außenputz und Dacheindeckung. Da wiederum brauche ich keinen Architekten für, denn hier fehlt jedes gestalterische Element und einen 1:1 Austausch kann mir jeder Handwerksbetrieb durchführen.

Nachdem dann weitere 4 Wochen nichts passiert ist, habe ich letzte Woche dem Büro mitgeteilt, dass ich auf weitere Leistungen verzichte und die Zusammenarbeit als beendet betrachte.

Die Reaktion kam ziemlich schnell mit der Forderung nun die Leistungsblöcke 2 und 3 zu bezahlen, weil nach Meinung des Architekten ja alle Leistungen erbracht seien.

Ich sehe das etwas anders, da einerseits am Ziel vorbei und andererseits alle bereits geleisteten Arbeiten für mich absolut wertlos sind und möchte nun überhaupt nichts mehr zahlen.

Wie sind hier meine Aussichten in einem juristischen Nachspiel?

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

1. Zunächst ist zu beachten, dass auch bei einer vorzeitiger Beendigung des Architektenvertrages durch Kündigung es für die Honorarforderung eine prüfbare Schlussrechnung des Architektenbüros bedarf. (BGH 28.10.1999, VII ZR 326/98, NJW 2000, 653). Soweit das Architektenbüro eine Honorarforderung geltend macht, muß es zunächst eine Schlussrechnung erstellen.

2. Als Auftraggeber haben Sie jederzeit die Möglichkeit den Architektenvertrag zu kündigen. Der Auftragnehmer/Architekt kann jedoch die vereinbarte Vergütung abzgl. der kündigungsbedingt ersparten Aufwendungen und der anderweitige Verwendung seiner Arbeitskraft abrechnen. Bezüglich der Abrechnung kann der Abzug der ersparten Leistungen auch nicht einem pauschalen Prozentsatz in Abzug gebracht werden. Der Architekt hat konkrete Abrechnung auf der Grundlage der vertraglichen Vereinbarungen zu erstellen, die dem Informations- und Kontrollinteresse des Auftraggebers sowohl hinsichtlich des Vergütungsanspruchs als auch bezüglich der ersparten Aufwendungen und der anderweitigen Verwendung der Arbeitskraft. Dabei gilt das Prinzip, dass keine Partei durch die Kündigung hinsichtlich der Abrechnung schlechter oder besser gestellt werden darf, als sie bei der Durchführung des Vertrages stünde

3. Im Falle einer fristlosen bzw. Kündigung aus wichtigem Grund entfällt ein entsprechender Honoraranspruch für die nicht erbrachten Leistungen. Jedoch muß der wichtige Grund so gravierend sein, dass das vertragliche Vertrauensverhältnis derart gestört ist, dass eine Fortsetzung des Vertrages unmöglich ist. Da die Ermittlung des wichtigen Grundes eine Wertungsfrage ist, bedarf es hierfür der Prüfung des Architektenvertrages sowie aller weiteren Umstände. Hierzu empfehle ich einen Kollegen vor Ort zu beauftragen, falls mit dem Architekturbüro keine Einigung zu erzielen ist.

Ich hoffe Ihnen einen ersten hilfreichen Überblick verschafft zu haben.

Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die Nachfragefunktion.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt & Immobilienökonom

Nachfrage vom Fragesteller 29.10.2007 | 15:36

Sehr geehrter Herr Schröter,

vielen Dank für Ihre Antwort, zu der ich folgende Nachfrage stellen möchte:

Kann ich die vertraglich vereinbarte Leistung aus Leistungsblock 2 als nicht erbracht ansehen, wenn der vereinbarte Kostenrahmen der Sanierung um mehr als das Doppelte überschritten würde. Demnach wäre der Architekt dann in der Pflicht, solange weitere Vorschläge zu machen, bis der Kostenrahmen getroffen wird und uns der Entwurf gefällt und erst dann kann ein Leistungsblock 3 (Kostenermittlung) in Rechnung gestellt werden. Denn grundsätzlich bin ich ja an einem brauchbaren Konzept und nicht an wertlosen Entwürfen oder gar juristischen Auseinandersetzungen interessiert.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Fragesteller

Ergänzung vom Anwalt 29.10.2007 | 21:43

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich bitte um Verständnis, daß ich einzelne Problemkreise aufgrund der kurzen Sachverhaltsdarstellung nicht abschließend beantworten kann.

Sicherlich ist bei einer Überschreitung des Kostenrahmens mit einem Faktor 2 eine Verwertbarkeit in Frage gestellt. Ob allerdings der Vorschlag für die Sanierung komplett unbrauchbar ist, ist nur anhand des Auftrages und des dann erbrachten Ergebnisses zu ermitteln. Es spricht einiges dafür, daß bei einer derartigen Überschreitung (des vorgegebenen Kostenrahmens?) die Verwertbarkeit des Vorschlages zu verneinen ist. Eine zuverlässige Wertung kann jedoch erst nach Sichtung der Unterlagen erfolgen.

Ich bitte um Verständnis, daß ich aufgrund der Sachlage keine abschließende Einschätzung geben kann. Jedoch wäre eine Einschätzung auf Grundlage der Informationen auch nicht in Ihrem Interesse, da diese mit zu vielen Unwägbarkeiten behaftet ist

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt & Immobilienökonom
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