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Architekt verweigert Auftragsausführung

1. Dezember 2005 21:52 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Wir haben vor kurzem eine Doppelhaushälfte gebaut. Der Kaufpreis, wurde vollständig bezahlt ohne Abzüge. Zur Doppelhaushälfte gehört ein Carport.Der Sonderwunsch wurde als Mehrung in den Werksvertrag aufgenommen und vom Architekt unterschrieben und mit 12000.-- Euro beziffert. Die ersten zwei Raten zu je 3000.-- habe ich schon gezahlt und die Plasterarbeiten, wurden schon vollendet.
Im Werkvertrag steht " Der Auftragnehmer (Architekt) entscheidet auch, ob er die Sonderwünsche selbst ausführt".
Der Carport ist wie gesagt ein Sonderwunsch.
Meine Frage, darf der Architekt den Auftrag einfach so ablehnen, obwohl ich den Carport schon angezahlt habe und die Arbeiten schon angefangen wurden????

Vielen Dank !

1. Dezember 2005 | 22:30

Antwort

von


(1495)
Hochwaldstraße 16
61231 Bad Nauheim
Tel: 0176/61732353
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Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Anfrage beantworte ich wie folgt.

Laut Werkvertrag ist der Architekt in seiner Entscheidung frei, ob er den Sonderwunsch ausführt oder nicht.

Allerdings ist diese Entscheidungsfreiheit nicht unbegrenzt. Sobald die Arbeiten begonnen wurden – unter Aufsicht oder Anleitung des Architekten - kann er sein Wahlrecht hinsichtlich der Ausführung nicht mehr ausüben, da er durch tatsächliches Handeln sein Wahlrecht ausgeübt hat und so zu erkennen gegeben hat, daß ER den Auftrag ausführt.

Sollte der Architekt zudem die 2. Raten von je € 3.000,- empfangen haben gilt dies umso mehr.

Sollte er bei seiner Verweigerung bleiben, so setzen Sie Ihm eine Frist unter Ablehnungsandrohung, dass er die begonnenen Arbeit bzw. seine Aufsichtspflicht und Bauleitung aufnehmen soll. Weiterhin drohen Sie im Schadensersatzansprüche an, wenn er seiner Verpflichtung nicht nachkommt, in dem Sie dann einen anderen Architekten beauftragen und die Mehrkosten – auch gerichtlich - bei ihm einfordern.

Sollte er die gesetzte Frist verstreichen lassen, fordern Sie ihn zur Herausgabe der vereinnahmten Raten unter Fristsetzung auf. Auf hier sollte die gerichtliche Durchsetzung angedroht werden. Möglicherweise könnte auch eine Strafanzeige erwogen werden.

Sollte dies alles keine Wirkung zeigen, sollten Sie die weitere Vorgehensweise mit einem Kollegen vor Ort abstimmen.

Der Architekt kann den Auftrag zwar so einfach ablehnen, da ihn keiner zur Auftragsausführung zwingen kann, allerdings hat der dann auch die mit seiner Weigerung verbunden Mehrkosten, Schaden, Verzugszinsen etc. zu tragen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen und habe den dargestellten Sachverhalt richtig erfasst. Bei Rückfragen stehe ich Ihnen im Rahmen der Nachfragefunktion gerne zur Verfügung.

Mit besten abendlichen Grüßen

RA Schröter


Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA

ANTWORT VON

(1495)

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