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Architekt stellt Rechnung für Hausentwurf, trotz anderer mdl. Absprache


20.11.2006 11:44 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht



Sehr geehrte Damen und Herren
wir möchten nächstes Jahr unser EFH in Reutlingen bauen und haben im Vorfeld einen Architekten aufgesucht. Wir sagten ihm, dass uns einige seiner bereits gebauten Häuser sehr gut gefallen und ob er sich vorstellen könnte, unser EFH zu bauen. Weil wir die Entscheidung für einen Architekten aber nicht einfach "blind" treffen wollen, fragten wir ihn, ob es möglich wäre, dass er uns als Entscheidungshilfe einen 1. groben Entwurf anfertigen könnte. Er fertigte diesen Entwurf an und wir besprachen ihn mit seinem Sohn. Allerdings war das Haus viel größer, als gewünscht und überschritt bei Weitem unseren Kostenrahmen. Da wir zudem das Gefühl hatten, es würde zwischenmenschlich nicht optimal funktionieren, zogen wir uns erst einmal zurück, um nochmals die Lage zu besprechen, unser Finanzvolumen zu überprüfen und auch die Konkurrenz miteinzubeziehen.
Mittlerweile ist uns klar, dass wir mit diesem Architekten nicht bauen wollen. Allerdings habe ich ihm die Entscheidung noch nicht mitgeteilt, da wir erst in dieser Woche eine endgültige Entscheidung für einen anderen Architekten treffen wollen. Als er vor einigen Monaten anrief, hielt ich die Antwort noch offen. Heute traf plötzlich eine Rechnung ein. Wir sollen bis Ende Nov. 1500.- Euro bezahlen, dies sei ein Entgegenkommen um weitere Auseinandersetzung zu vermeiden. Falls wir nicht pünktlich zahlen, möchte der Architekt nach HOAI Honorarzone III (Wohnhäuser mit durchschnittlicher Ausstattung, unser angegebener Kostenrahmen lag damals bei 380.000 Euro) abrechnen und verlangt 2419,17 Euro(seine Leistung umfasst laut seiner Re:
§15 HOAI Wohnhäuser mit durchschnittlicher Ausstattung, Leistungsbild für Objektplanung der mündl. Vereinbarung als Vorplanung (wir hatten ihn noch nicht als Architekt ausgewählt!): Erarbeitung eines Planungskonzeptes; Untersuchung über Genehmigungsfähigkeit (haben wir nicht in Auftrag gegeben) und notwendige Verhandlugnen mit Behören (hat er unaufgefordert gemacht), mitbehinhaltet ist eine Kostenschätzung nach Din 276 sowie die Durcharbeitung mit CAD)
Ich betone nochmals, wir haben nur mündlich vereinbart, dass er einen EINFACHEN Vorentwurf als Entscheidungshilfe macht und wir dann entscheiden, ob eine Zusammenarbeit in Frage kommt.
Wie sieht die rechtliche Lage aus? Müssen wir die Rechnung zahlen? Ich bitte um eine baldige aussagekräftige Antwort. Im Voraus vielen Dank.
MfG, G. Hermann

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Sehr geehrter Herr, sehr geehrte Dame,

auf Grundlage der geschilderten Details erlaube ich mir, Ihre Frage wie nachfolgend summarisch zu beantworten. Bitte beachten Sie, dass bedingungsgemäß eine Erstberatung geboten wird, die eine genaue und abschließende weiterführende Beratung nicht ersetzt!

Es ist hier in der Tat die Frage, was vertraglich vereinbart wurde. Grundsätzlich ist § 15 HOAI schon einschlägig. Vor dem Hintergrund, dass nur mündliche Vereinbarungen mit dem Architekten vorliegen, kann ich seinen Gebührenanspruch, dergestalt er ihnen vorliegt, aber nicht positiv erkennen. Da Sie nur einen späteren Vertrag in Aussicht gestellt haben, fehlt Ihnen her der entsprechende Rechtsbindungswille für die Durchführung einer umfassenden Vorplanung bzw. Entwurfsplanung. Die genaue Rechtslage wird aber genau von den Vorgesprächen abhängen.

Auf jeden Fall wäre eine entsprechende vertragliche Vereinbarung vom Architekten zu beweisen. Dabei wird es vor allem genau zu prüfen sein, inwieweit bei den Verhandlungen über eine Kostentragung bzw. eine verbindliche Planung gesprochen wurde oder ob es sich noch um eine unverbindliche Angebotsphase handelte. Dann hängt es (eine vertragliche Einigung unterstellt) davon ab, wie weit ein erster Entwurf nach der Vereinbarung gehen sollte. Dabei ist für die Gebühren dann auch ausschlaggebend, welchen Aufwand der Architekt überhaupt hatte. Allerdings ist eine abschließende Betrachtung ohne genaue Einsicht in die Korrespondenz und die vorliegende Planung nicht möglich.

Sie sollten sich nicht unter Druck setzen lassen und die Gebühren bestreiten und dann eine ordentliche Rechnung durch einen Anwalt Ihres Vertrauens abschließend prüfen lassen. Auf keinen Fall sollten Sie unter Druck nicht gerechtfertigte Gebühren bezahlen. Die Tatsache, dass der Architekt offenbar selbst seine „richtige Rechnung“ nicht ernst nimmt, deutet darauf hin, dass diese nicht ordnungsgemäß ist.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung. Für eine weitere Vertretung schreiben Sie mich bitte ausschließlich über die untenstehende email an, ich rufe dann gerne zurück!

Hochachtungsvoll

Rechtsanwalt Hinrichs

rahinrichs@gmx.de
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