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Arbeitszimmer und Vorsteuerabzug

| 10.12.2019 18:18 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,
nach meinem Kenntnisstand kann man das Arbeitszimmer einerseits ertragsteuerrechtlich geltend machen. Andererseits - bei Vorsteuerabzug - auch in der Umsatzsteuer . Gelten für beide Steuerarten dieselben Voraussetzungen an das Arbeitszimmer?
Dieses wurde 2018 geplant und neu errichtet. Zunächst wurde es für einige Monate (wenig) privat mitbenutzt durch Lagerung von Möbeln und einem kleinen TV. Fraglich, ob die Anerkennung für 1250 durchgeht. Ab 2019 nur noch für Selbständigkeit (Nebenerwerb nur). Keine privaten Sachen mehr drin.
Ich würde aber die Herstellung auch für 2018 gerne dem Vorsteuerabzug unterwerfen, denn da gibt es viel zu holen.
„Benutzt" wurde das Arbeitszimmer nur nicht privat, durch Webinar, Schriftsteller.
Gelten für die Umsatzsteuer dieselben Voraussetzungen oder kann da das so geplante Büro abgesetzt werden?
10.12.2019 | 19:59

Antwort

von


(292)
Frankenstraße 10
56626 Andernach
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Es fehlen leider wichtige Informationen. So etwa der Hinweis, ob Sie das Arbeitszimmer im Jahre 2018 als Angestellter oder als Freiberufler genutzt haben.

Anerkannt wird ein Arbeitszimmer nur dann, wenn entweder der Mittelpunkt Ihrer beruflichen Tätigkeiten im Arbeitszimmer liegt (Freiberufler/Selbständiger) oder aber für die im Arbeitszimmer ausgeübte berufliche Tätigkeit steht kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung (z. B. bei Lehrern). In diesem Fall ist der Abzug der Aufwendungen begrenzt auf maximal 1.250 EUR.

Für das Jahr 2018 sehe ich aber ohnehin keine Möglichkeit des Werbungskostenabzuges, da die Privatnutzung mehr als 10 % ausgemacht haben dürfte. Die Rechtsprechung sieht nur einen ganz marginalen Anteil an privater Mitnutzung als unschädlich an. Wenn Sie das Arbeitszimmer steuerlich geltend machen wollen, werden Sie einen umfangreichen Fragebogen auszufüllen haben, natürlich wahrheitsgemäß.

Für das laufende Jahr gilt, da Sie nun als Selbständiger arbeiten:

Das Arbeitszimmer muss den Mittelpunkt Ihrer gesamten beruflichen Betätigung ausmachen. In diesem Fall ist der Abzug der tatsächlichen Aufwendungen als Betriebsausgaben unbegrenzt möglich.

Soweit Kosten ausschließlich für das Arbeitszimmer anfallen (z.B. bei einer Renovierung), können sie in vollem Umfang abgesetzt werden. Ansonsten werden die auf das Arbeitszimmer entfallenden Kosten anteilig nach dem Verhältnis der Fläche des Arbeitszimmers zur gesamten Wohnfläche errechnet.

Aufwendungen für Einrichtungsgegenstände, die ausschließlich beruflich genutzt werden (z. B. Schreibtisch, Stuhl, Regal, Computer), sind als Werbungskosten auch dann abziehbar, wenn die Kosten für den Raum steuerlich nicht abziehbar sind.

Zu beachten ist, dass ein betriebliches Arbeitszimmer stets, unabhängig vom Betriebsausgabenabzug, notwendiges Betriebsvermögen wird mit der Folge der Besteuerung des vollen Veräußerungsgewinns (unter Kürzung der Buchwerte um nicht absetzbare Abschreibungsbeträge), wenn Sie die Immobilie einmal verkaufen wollen.

Jedenfalls gilt, dass das Arbeitszimmer ein separates, räumlich von den übrigen Zimmern abgetrenntes Zimmer sein muss. Zusätzlich muss dieses Zimmer auch nahezu ausschließlich beruflich genutzt werden, damit ein Werbungskostenabzug für die auf das Arbeitszimmer entfallenden Kosten infrage kommt.

Es spielt im Zweifel keine Rolle, ob die freiberufliche Tätigkeit Ihre Haupttätigkeit oder eine nebenberufliche Tätigkeit ist.

Aber was heißt schon "im Zweifel" - die Rechtsprechung zum Arbeitszimmer ist vielfältig und nicht immer einheitlich oder vorhersehbar. Man muss sagen, dass man unter'm Strich mehr gewinnt, wenn man auf die Geltendmachung verzichtet, besonders wenn man die Steuerfalle Betriebsvermögen berücksichtigt. Da entstehen allein durch die Rückabwicklung der AfA (wenn Sie nicht nur Betriebskosten wie Strom etc. geltend machen wollen) , zu versteuernde "Gewinne", mit denen Sie dann gewiss nicht rechnen, die aber durch die steuerliche Entnahme bei Veräußerung entstehen. Die Eigenschaft als Betriebsvermögen führt immer zu diesen Folgen, selbst wenn die Kosten des Arbeitszimmer aus den genannten Gründen gar nicht steuerlich absetzbar gewesen waren.

Die Frage des Vorsteuerabzuges hat damit aber erst einmal nichts zu tun. Vorsteuer kann unabhängig von der steuerlichen Absetzbarkeit des Arbeitszimmer geltend gemacht werden - aber nur vom Unternehmer, der Umsatzsteuer ausweist und abführt, also durch die Höhe der Umsätze umsatzsteuerpflichtig ist oder als sog. Kleinunternehmer (<a href="http://dejure.org/gesetze/UStG/19.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 19 UStG: Besteuerung der Kleinunternehmer">§ 19 UStG</a> ) zur Umsatzsteuer optiert. Kleinunternehmer sind Sie, wenn Sie im Jahr nicht mehr als 17.500 € umsetzen.

Ich hoffe, Ihnen weitergeführt holden zu haben, und verbleibe mit freundlichen Grüßen.

Rechtsanwältin Elisabeth v. Dorrien <!--dejureok-->


Rückfrage vom Fragesteller 10.12.2019 | 20:17

Vielen Dank.
Der Abzug vom Gewinn bei der Ertragsteuer ist mir nicht so wichtig. Den kann ich - wenn ich Sie richtig verstanden habe- auch noch in den Folgejahren abschreiben. Wichtig ist der Vorsteuerabzug. Ich arbeite seit jeher, also auch 2018, angestellt normal und daneben übe ich eine selbständige Nebentätigkeit (Schriftsteller, Referent) aus, die ich nur im Arbeitszimmer bewerkstelligen kann. Hier steht mir kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung. Ich bin umsatzsteuerpflichtig - auch 2018- und würde gerne die Baukosten von anteilig ca. 10 Prozent über Vorsteuer zurückholen. Das Zimmer erfüllt ansonsten die Voraussetzungen.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 10.12.2019 | 20:41

Es tut mir leid, aber ich verstehe Ihre Nachfrage nicht wirklich. Wenn Sie umsatzsteuerpflichtig sind, dann können Sie Vorsteuer aus Rechnungen geltend machen, sofern Sie die Baukosten Ihrer umsatzsteuerlichen Einkunftsart zuordnen können. Ob das im Falle des Arbeitszimmers zutrifft, hängt von der fast ausschließlich betrieblichen Nutzung ab, wie gesagt.

Ergänzung vom Anwalt 10.12.2019 | 21:26

Bitte folgen Sie diesem Link:

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Einkommensteuer/2017-10-06-einkommensteuerliche-behandlung-der-aufwendungen-fuer-ein-haeusliches-arbeitszimmer.html

Dort finden Sie ein BMF-Schreiben, das (hoffentlich) alle Ihre Fragen beantwortet.

Nochmals freundliche Grüße!

Bewertung des Fragestellers 10.12.2019 | 20:38

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