Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Arbeitszimmer - Abendstudium

| 11.04.2008 18:53 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


16:47

Hallo,

meine Freundin absolviert seit einigen Jahren ein Abendstudium und für 2006 haben wir die anteiligen Kosten für das Arbeitszimmer abgesetzt.

Können Sie mir bitte mitteilen, wie für 2007 die aktuelle Regelung aussieht. Kann sie weiterhin die Kosten des Arbeitszimmers anteilig geltend machen oder ist das nicht mehr möglich ?

Vielen Dank für Ihre Hilfe !

11.04.2008 | 20:14

Antwort

von


(139)
Nördliche Auffahrtsallee 65
80638 München
Tel: 089 / 550 559 45
Web: http://www.ra-manfredbinder.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Angaben und der Höhe Ihres Einsatzes wie folgt beantworte.

§ 4 EStG: Gewinnbegriff im Allgemeinen hat sich dahingehend geändert, dass nur mehr Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer und die Kosten der Ausstattung im Rahmen der Werbungskosten bzw. im Rahmen von Sonderausgaben abzugsfähig sind, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet.
Der Mittelpunkt bestimmt sich nach dem inhaltlichen (qualitativen) Schwerpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung des Steuerpflichtigen. Qualitativ liegt der Schwerpunkt einer Betätigung dort, wo der Steuerpflichtige die Handlungen vornimmt und Leistungen erbringt, die für den konkret ausgeübten Beruf (bzw. die konkret ausgeübte selbständige Tätigkeit) wesentlich und prägend sind.
Da bei einem Abendstudium, das nicht als Fernstudium betrieben wird, regelmäßig die Betätigung einerseits im häuslichen Arbeitszimmer (Lernen, Vorbereitung auf Prüfungen, Vorlesungen...) und andererseits auswärts (Institut) ausgeübt wird, hängt es für die Abzugsfähigkeit der Aufwendungen für das Arbeitszimmer davon ab, wo die wesentliche und das Berufsbild prägende Tätigkeit ausgeübt wird. Dies ist nach den Umständen des Einzelfalls festzustellen.
Dem zeitlichen (quantitativen) Umfang der Nutzung des häusl. Arbeitszimmers kommt lediglich indizielle Bedeutung zu.
Da üblicherweise die Prüfungen und Vorlesungen, die wohl die wesentliche und das Berufsbild prägende Tätigkeit darstellen, auswärts stattfindet, nämlich an der Schule oder Universität, ist von einer Abzugsfähigkeit der Aufwendungen für das Arbeitszimmer nicht mehr auszugehen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in Ihrer Angelegenheit weiterhelfen konnte. Bei Unklarheiten verweise ich auf die kostenlose Nachfrageoption.


Mit freundlichen Grüßen

Manfred A. Binder
Rechtsanwalt


info@ra-manfredbinder.de

Ich darf schließlich noch auf Folgendes hinweisen:
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.



Rückfrage vom Fragesteller 14.04.2008 | 12:10

vielen Dank für die umfängliche Antwort !

Würde ich das nun daraus richtig entnehmen, daß im Falle der Diplomarbeit (welche von zu Hause aus geschrieben wird) das Arbeitszimmer absetzbär wäre, da es der primäre Bezug der Tätigkeit ist ?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 14.04.2008 | 16:47

Ihre Annahme ist richtig, soweit keiner anderen beruflichen Tätigkeit nachgegangen wird. Denn grundsätzlich gilt, dass das häusliche Arbeitszimmer eines Steuerpflichtigen, der mehreren Erwerbstätigkeiten nachgeht, auch dann den Betätigungsmittelpunkt im Sinne des § 4 EStG: Gewinnbegriff im Allgemeinen bildet, wenn der qualitative Schwerpunkt einzelner Tätigkeiten nicht im häuslichen Arbeitszimmer liegt, wobei als Haupttätigkeit jede Vollzeitbeschäftigung eines Steuerpflichtigen aufgrund eines privatrechtlichen Arbeits-/Angestellten- oder öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnisses anzusehen ist. Die gesamte Betätigung ist nur dann abgebildet, wenn alle betrieblichen und beruflichen Tätigkeiten in den Blick genommen werden. Die entspricht auch der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs, wonach, wenn der Steuerpflichtige mehreren Tätigkeit nachgeht, der Mittelpunkt an Hand einer Gesamtbetrachtung aller von ihm ausgeübten Tätigkeiten zu bestimmen ist, wobei sich eine Einzelbetrachtung der jeweiligen Betätigungen verbietet. Wenn das häusliche Arbeitszimmer den qualitativen Mittelpunkt lediglich einer Einzeltätigkeit bildet, nicht jedoch im Hinblick auf die übrigen, so muss das Finanzgericht an Hand der konkreten Umstände des Einzelfalles wertend entscheiden, ob die Gesamttätigkeit gleichwohl einem einzelnen qualitativen Schwerpunkt zugeordnet werden kann und ob dieser im häuslichen Arbeitszimmer liegt. Abzustellen ist dabei auf das Gesamtbild der Verhältnisse und auf die Verkehrsanschauung, nicht auf die Vorstellung des betroffenen Steuerpflichtigen.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred A. Binder
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers |

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"

vielen Dank !!!!

"
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Manfred A. Binder »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER
5/5,0

vielen Dank !!!!


ANTWORT VON

(139)

Nördliche Auffahrtsallee 65
80638 München
Tel: 089 / 550 559 45
Web: http://www.ra-manfredbinder.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Gesellschaftsrecht, Gewerblicher Rechtsschutz, Steuerrecht, Vertragsrecht