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Arbeitszeugnis für gesamte Betriebszugehörigkeit trotz Wechsel des Vorgesetzten?

10.06.2019 16:33 |
Preis: 75,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


08:35
Sehr geehrtes Team,

guten Tag. Ich habe in den letzten 7+ Jahren für ein IT Unternehmen (GmbH) in der Nähe von Frankfurt am Main (Hessen) als SW Ingenieur in Vollzeit gearbeitet (unbefristeter Arbeitsvertrag). Im April dieses Jahres habe ich um mich beruflich weiter zu entwickeln zum Ende Juli gekündigt. Meine Frage betrifft den Zeitraum der durch das zu erstellende Arbeitszeugnis abgedeckt sein muss.

Meine Frage:

Anderen Einträgen in diesem Forum entnehme ich, dass nach deutschem Arbeitsrecht immer ein (qualifiziertes?) Zeugnis, das alle Tätigkeiten für die gesamte Betriebszugehörigkeit beschreibt, durch den Arbeitgeber erstellt werden muss. Ist das korrekt?

Falls dem so ist würde, könnten Sie mir bitte zunächst eine Auswahl von eindeutigen Paragraphen/Gerichtsurteilen zukommen lassen? Ich möchte die Personalabteilung (die sich zur Zeit weigert für die gesamte Dauer ein Zeugnis zu erstellen, genaue Beschreibung siehe unten) darauf hinweisen, sollte eine Vermittlung über den Betriebsrat (die ich zunächst anstreben werde) scheitern.

Mein Ziel ist die vollständige Dokumentation meiner Aufgaben während der gesamten Betriebszugehörigkeit. Ich habe der Personalabteilung bereits eine sehr detaillierte Tätigkeitsbeschreibung für meine gesamte Betriebszugehörigkeit zukommen lassen, inklusive der Namens meiner Vorgesetzten für alle Teilzeiträume.

Sollten Hinweise auf die Paragraphen/Urteile erfolglos bleiben, würde ich erwägen einen Anwalt einzuschalten, dies jedoch nur als allerletzten Ausweg, da ich sehr an einem friedlichen Auseinandergehen interessiert bin. Jedoch wäre deshalb eine Antwort aus der Rhein - Main Region wünschenswert (ist jedoch nicht zwingend).

Mein Problem im Detail:

Als ich während des Kündigungsgesprächs mit der Personalabteilung das Arbeitszeugnis angesprochen habe, wurde mir erklärt dass das Zeugnis nur für den Zeitraum ausgestellt werden könne während dem mein jetziger direkter Vorgesetzter (der auch die letzte jährliche Leistungsbesprechung mit mir geführt hat) direkt für mich zuständig war.

Dies deckt allerdings nur einige Monate ab. Davor hat mein direkter Vorgesetzter (durch häufige Umorganisationen) mehrere Male gewechselt. Den größten Zeitraum meiner Anstellung (die ersten 5 Jahre) habe ich in einem Team mit von meinem jetzigen Team völlig verschiedener Produktausrichtung/Kundenstamm gearbeitet, das dann aufgelöst wurde. Während dieses Zeitraums war ich durchgehend einem einzigen Vorgesetzten unterstellt. Alle meine ehemaligen Vorgesetzten (bis auf einen, dem ich jedoch nur für etwa 9 Monate unterstellt war) arbeiten noch für das Unternehmen (auch der Vorgesetzte für die ersten 5 Jahre), jedoch teilweise an anderen Standorten.

Mit freundlichen Grüßen
10.06.2019 | 17:06

Antwort

von


(721)
Hallestr. 101
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Sehr geehrter Fragensteller,

an sich ist es eine Selbstverständlichkeit, das ein Arbeitszeugnis alle wesentlichen Aufgaben vollständig wiedergeben muss. Egal, ob es zu einem Vorgesetztenwechsel gekommen ist oder nicht.

An sich kann man dies schon § 109 GewO entnehmen. Zum Inhalt sei nur auszugsweise GewO § 109 Zeugnis, Roth, Baumbach/Hopt, Handelsgesetzbuch
38. Auflage 2018 Rn. 9-14 zitiert:

"Das einfache Zeugnis muss außer genauer Bezeichnung des Arbeitnehmers und Arbeitgebers die Art und Dauer (Kalenderdatum des Beginns und der Beendigung) der Beschäftigung angeben; vollständig, auf welchem Gebiet bzw Sondergebiet, mit welchen besonderen Aufgaben der Arbeitnehmer gearbeitet hat, vgl LAG Brem BB 54, 227."

Beachten Sie bitte, dass Korrekturansprüche ca. binnen 3 Monaten ab Aushändigung verjähren. Wenn Sie in der Angelegenheit einen Anwalt benötigen sollten, kontaktieren Sie mich gerne per email um weiteren Verlauf des Falles. Ansonsten freue ich mich schlicht über eine Bewertung mit 5,0.

Mit freundlichen Grüßen
RA Saeger


Nachfrage vom Fragesteller 11.06.2019 | 08:04

Sehr geehrter Herr Saeger

vielen Dank für ihre schnelle Antwort.
Nur um ganz sicher zu gehen dass ich auch richtig verstanden wurde:

Der von Ihnen genannte Paragraph besagt, das auch bei Wechsel des Vorgesetzten während der Betriebszugehörigkeit das Arbeitszeugnis für jeden Teilzeitraum sowohl eine Tätigkeitsbeschreibung als auch, falls durch den Arbeitnehmer gewünscht (und das ist mir eben wichtig), eine qualitative Bewertung durch den jeweiligen Vorgesetzten enthalten muss, richtig?

Mir geht es wie gesagt darum dass die ersten 5 Jahre meiner Tätigkeit (während dieser Zeit habe ich vornehmlich im Außendienst direkt beim Kunden gearbeitet) genauso im Arbeitszeugnis detailliert beschrieben und eben auch qualitativ bewertet werden wie die letzten 2 Jahre, wo ich innerhalb eines anderen Teams unter anderen Vorgesetzten auf den Innendienst konzentriert war.
Der Vorgesetzte für die ersten 5 Jahre ist zur Zeit in einer anderen Zweigstelle tätig, jedoch für die Personalabteilung erreichbar.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.06.2019 | 08:35

Sehr geehrter Fragensteller,

das kann man an sich schon der Norm ableiten. Vor allem aber dem Zitat und es ist schlicht total unstreitig, dass ein Zeugnis vollständig sein muss. Selbst wenn der Vorgesetzte ausgeschieden wäre, müsste man diesen vorrangig kontaktieren und nötigerweise bezahlen, um das Zeugnis zu erstellen. Nachrangig muss der Arbeitgeber dann die Aufgaben basierend auf der Schilderung seines Arbeitnehmers ergänzen, wenn er keine anderen Quellen mehr haben.

Fazit: der AG muss ein vollständiges Zeugnis erstellen. Gerade auch in dem von Ihnen gewünschten Punkt.

MfG RA Saeger

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