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Arbeitszeugnis für Ausbildung bewerten


24.11.2010 15:13 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Dratwa



Sehr geehrte Damen und Herren,

unten stehend mein Arbeitszeugnis mit der Bitte um eine Bewertung von diesem (evtl. in Schulnoten) insbesondere von Belastbarkeit, Arbeitsweise und- erfolg, Wissen, Verhalten, Gesamturteil.

Ich war inkl. Ausbildung 4 Jahre in dem Unternehmen tätig.


Frau XXX geboren am xx in xx, erlernte in der Zeit vom xx bis xx in unserem Unternehmen den Beruf Bankkauffrau-Finanzassistentin. Wir haben hierüber am xx ein Ausbildungszeugnis ausgestellt.

Im Anschluss daran übernahmen wir sie ins Angestelltenverhältnis und setzten sie als Privatkundenberaterin/Serviceberaterin in unserer Filiale XX ein.

Um ihre Kenntnisse zu vertiefen, absolvierte sie den Studiengang zur „Bankfachwirtin (SWB) an der Sparkassenakademie Baden-Württemberg und legte ihre Abschlussprüfung am xx erfolgreich ab.

Am xx wechselte Frau XXX in unsere Hauptstelle in xx, wo sie als Juniorfinanzberaterin/Serviceberaterin schwerpunktmäßig folgende Aufgaben erledigte:
- Beratung und Bedienung der Kunden in allen Service- und Girogeschäften sowie standardisierten Geldanlagen
- Überleitung der Kunden an die zuständigen Fachberater
- Betreuung des Teamreferates

Im Weiteren betreute sie unsere Auszubildenden innerhalb der Filiale.

Frau XXX zeigte stets Eigeninitiative, großen Fleiß und Eifer. Aufgrund ihrer guten Auffassungsgabe arbeitete sie sich schnell und erfolgreich in neue Sachverhalte ein. Sie behielt immer eine gute Übersicht, vor allem auch in Situationen mit erheblicher Arbeitsbelastung. Frau XXX besitzt ein breites, detailliertes und aktuelles Fachwissen, das sie jederzeit wirksam in der Praxis anwandte. Ihre Aufgaben erledigte sie permanent sicher und vollkommen selbstständig. Durch ihre zielstrebige und umsichtige Arbeit erzielte sie konstant gute Ergebnisse. Ihre Arbeitsmenge sowie ihr Arbeitstempo lagen weit über unseren Erwartungen. Ihre Aufgaben erfüllte sie stets zu unserer vollen Zufriedenheit.

Unseren Kunden gegenüber verhielt sich Frau XXX einwandfrei. Wegen ihrer sachlichen und zuvorkommenden Art war sie bei Vorgesetzten und Kollegen sehr geschätzt und beliebt. Dadurch trug sie zu einer guten und effizienten Teamarbeit bei. Sie war absolut vertrauenswürdig.

Frau XXX verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch zum xx. Wir bedauern ihr Ausscheiden sehr und danken ihr für die gute Mitarbeit. Für ihre Berufliche und persönliche Zukunft wünschen wir Frau XXX alles Gute.

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Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst bedanke ich mich für Ihre Frage.

Typische Merkmale der Aufgabenstellung des Arbeitsplatzes müssen so vollständig und präzise beschrieben sein, dass sich ein fachkundiger Dritter einen genauen Eindruck vom Aufgabengebiet des zu Beurteilenden machen kann. Ich nehme an, dass Ihr Aufgabengebiet ausreichend im Zeugnis dargestellt wurde, andernfalls sollten sie Ihren Arbeitgeber, falls ein wesentliches Aufgabengebiet fehlen sollte, noch bitten, dies im Zeugnis nachzutragen.

Gerade ein detaillierter Tätigkeitsbericht ist wesentlich für ein späteres Weiterkommen im Beruf. Positiv an der Aufgabenbeschreibung ist jedenfalls, dass sogenannte passive Formulierungen, wie z.B. „oblag" oder „zu den Aufgaben gehörte", fehlen, die eher eine negative Tendenz hinsichtlich mangelnder Leistung / mangelhaftem Erfolg andeuten könnten. Bei ihnen jedoch ist eine „aktive" Formulierung gegeben, nämlich „sie erledigte folgende Aufgaben".

Die Leistungsbeurteilung, zu denen die Arbeitsweise, die Belastbarkeit, der Arbeitserfolg und ihr Wissen gehört, wird in Ihrem Zeugnis mit dem Vermerk „ihre Aufgaben erfüllte sie stets zu unserer vollen Zufriedenheit" abgeschlossen. Diese Beurteilung entspricht in der Notenskala einem „gut". Die vorhergehenden Passage, die ihre Arbeitsweise, die Belastbarkeit, den Erfolg sowie ihr Wissen beurteilen, sind mit der abschließenden Leistungsbeurteilung "gut" stimmig und nicht zu beanstanden.

Problematisch in dem Zeugnis ist allerdings die Verhaltensbeurteilung im Kundenbereich „Unseren Kunden gegenüber verhielt sich Frau X einwandfrei". Hier fehlt das Adverb „stets", das auf ein gutes Verhalten gegenüber den Kunden schließen würde; insofern ist lediglich ein „befriedigend" zu geben.

Dahingehend fällt die deutlich ausführlichere Verhaltensbeurteilung gegenüber Vorgesetzten und Kollegen durch mit „sehr geschätzt und beliebt" mit einem glatten „gut" aus.

Auffällig ist damit auch, dass letztere äußerst positive Formulierungen („sehr geschätzt und beliebt") in der Verhaltensbeurteilung gegenüber Kunden fehlen. Hier sollten Sie auf eine positivere Beurteilung bei ihrem Arbeitgeber hinwirken. Der Umgang mit Kunden im Banksektor ist eine wichtige Zeugniskomponente, die eigentlich schon in den Leistungsbereich gehört. Ein Weglassen könnte den Verdacht nahelegen, dass der Arbeitgeber gezielt etwas „zwischen den Zeilen" vermitteln will. Das Verhalten gegenüber den Kunden ist ein wenig zu knapp formuliert. Jedenfalls sollten sie Ihren Arbeitgeber unbedingt hierauf ansprechen, damit nicht das an sich gute Zeugnis durch diese Komponente getrübt wird. Allerdings würde es letztlich schon ausreichen, wenn „stets einwandfrei" bei der Beurteilung im Kundenbereich verwandt würde.Hierauf sollte Sie auf jeden Fall drängen.

Die Abschlussformel im Zeugnis „wir bedauern ihr Ausscheiden sehr und danken für die gute Mitarbeit" liegt im guten Bereich und lässt tatsächlich einen neuen Arbeitgeber darauf schließen, dass ihre Arbeitsleistungen im gehobenen guten Bereich lagen und ihr Ausscheiden bedauert wird. Fehlt nämlich eine derartige bei Ihnen gegebene gute Abschlussklausel, lässt dies einen neuen Arbeitgeber darauf schließen, dass der „alte" Arbeitgeber nicht ganz unglücklich war, den Arbeitnehmer zu verlieren.

Insgesamt gesehen ist das Zeugnis im wirklich guten Bereich einzuordnen. Lediglich etwas störend finde ich, insoweit sollten sie. wie bereits ausgeführt,nochmal einmal bei ihrem Arbeitgeber vorstellig werden, dass bei der Verhaltensbeurteilung gegenüber den Kunden das Adjektiv „stets" fehlt und somit für ein „gut" auch in diesem Bereich die Formulierung „stets einwandfrei" zu fordern wäre.

Ich hoffe, Ihnen im Rahmen einer ersten rechtlichen Orientierung weitergeholfen zu haben und stehe gerne bei Unklarheiten für eine Nachfrage zur Verfügung.

Mit freundlichem Gruß
Rechtanwalt

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