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Arbeitszeugnis beinhaltet nicht volle Betriebszugehörigkeit, was tun?

15.02.2009 10:33 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth


Mir wurde betriebsbedingt gekündigt und ich habe ein Arbeitszeugnis erhalten welches von 38 Betriebsjahren nur die letzten 13 Jahre als Analyst/Programmierer enthält.
Die restlichen 25 Jahre wurden mit dem Satz "hatte verschiedene Aufgaben in unserem Haus" abgetan.
Mir ist bekannt dass die Fa. einen Teil meiner Unterlagen verschlampt hat da ich 10 Jahre in England war, davon 5 Jahre unter deutschem Vertrag und 5 Jahre unter englischem (der gleiche Konzern). Danach war ich wieder 20 Jahre in Deutschland, somit auch keine Erwähnung der Tätigkeit der ersten 7 Jahre meines Zurückkommens. Nachdem ich rechtlich nur 5 Jahre nicht unter deutschem Vertrag war trifft auch die 10 jährige Verjährungsfrist nicht zu.
Bin 63 und habe mich arbeitslos gemeldet und sollte lt. Arbeitsagentur einen Job suchen. Habe eine Abfindung in Höhe meines Gehalts bis zur Rente erhalten, entsprechend Sozialplan.

Mein Lebenslauf stimmt mit dem Zeugnis natürlich nicht überein. Ebenfalls ist meine Bewerbungsmöglichkeit durch das Zeugnis stark eingeschränkt.

Soll ich die Firma auf Schadenersatz verklagen, oder wie soll ich weiter vorgehen?

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Dies vorausgeschickt wird das Folgende ausgeführt:

Sie haben zunächst einen Anspruch auf ein qualifiziertes Zeugnis, d.h. Sie können verlangen, dass sich die Angaben über die Art und Dauer der Tätigkeit auch auf Leistung und Verhalten im Arbeitsverhältnis erstrecken.

Da Ihr Arbeitszeugnis nicht diesen Vorgaben entspricht, haben Sie einen Zeugnisberichtigungsanspruch.
Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit das erteilte Zeugnis zu widerrufen. Dieser Weg ist insbesondere dann einzuschlagen, wenn das Zeugnis unrichtige Tatsachen oder Beurteilungen enthält.

Bei Verletzung der Zeugnispflicht Ihres Arbeitgebers kommt ein Schadensersatzanspruch in Betracht. Dieser Anspruch ist dann geltend zu machen, wenn Ihr Arbeitgeber nicht ordnungsgemäß das Zeugnis ausgestellt hat.

Bei der Geltendmachung Ihrer Ansprüche empfehle ich Ihnen in jedem Fall, sich durch einen Kollegen vertreten zu lassen, damit Ihrem Arbeitgeber unmissverständlich vor Augen geführt wird, dass Sie Ihre Ansprüche notfalls auch gerichtlich durchsetzen werden.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.
Für eine kostenlose Rückfrage stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Die moderne Kommunikation ermöglicht insoweit auch die Überbrückung größerer Entfernungen.


Nachfrage vom Fragesteller 15.02.2009 | 11:12

Muss die Fa. die Anwaltskosten übernehmen oder muss ich die Firma mehrmals schriftlich anmahnen bevor ich einen Anwalt einschalte?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.02.2009 | 12:32

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Sie sollten Ihren Arbeitgeber - nachweisbar - unter Fristsetzung auffordern, Ihnen ein qualifiziertes Zeugnis auszustellen.

Für den Fall, dass die Frist fruchtlos verstreichen sollte, müssten Sie Ihren Anspruch gerichtlich durchsetzen. Hierfür ist die Mandatierung eines Kollegen zu empfehlen.

Vor dem Arbeitsgericht ergibt sich die Kostentragungspflicht aus § 12 a ArbGG.
Danach besteht in Urteilsverfahren des ersten Rechtszugs kein Anspruch der obsiegenden Partei auf Entschädigung wegen Zeitversäumnis und auf Erstattung der Kosten für die Zuziehung eines Prozessbevollmächtigten oder Beistands.
Vor Abschluss der Vereinbarung über die Vertretung ist der Mandant über diese Kostentragungsfolge nach § 12 a Abs. 1 Satz 2 ArbGG von dem Prozessbevollmächtigten zu belehren.


Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt -

info@kanzlei-roth.de
www.kanzlei-roth.de

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