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Arbeitszeugnis bei Nebentätigkeit


06.12.2010 09:47 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking



Guten Tag,
ich habe soeben mein Arbeitszeugnis erhalten. Und ich befürchte, dass es insgesamt kein sehr gutes ist. Ich bin der Meinung, dass ich auf jeden Fall mindestens Note 1-2 verdient habe.
Das Zeugnis erhält einen langen Abschnitt, in der sich der Arbeitgeber vorstellt.
Dann einen kleinen Absatz darüber, was meine Tätigkeit war, jedoch ganz ohne eine Bewertung darüber, wie ich diese Tätigkeiten ausgeführt habe.
Der letzte Absatz beschreibt mein Verhalten. Ich befürchte, dass die Note, die daraus ersichtlich ist, viel zu schlecht und nicht gerechtfertigt ist. Hier die Formulierung:
„Das Verhalten von Frau XY war tadellos. Dank ihrer Umsicht, kollegialer Hilfsbereitschaft und ihrer stets freundlichen und offenen Art war Frau XY sowohl bei Patientinnen als auch bei ihren Kollegen und der Ärzteschaft geschätzt.
Wir wünschen ihr auf ihrem weiteren Lebensweg alles Gute."
Zum Schluss der Anstellung (es handelte sich um einen Nebenjob) gab es mit der Chefin Differenzen. Ich befürchte, dass sie mir deshalb ein schlechtes Zeugnis ausgestellt hat. Obwohl sie mir in den 12 Monaten der Anstellung immer wieder mündlich mitgeteilt hat, wie zufrieden sie mit mir und meiner Arbeit ist und dass sie mich sehr schätzt etc.
Meine Fragen:
1. Habe ich, trotzdem es sich nur um einen Nebenjob handelt, Anrecht auf Bewertung meiner Arbeitsleistung? Welcher Satz/welche Sätze würden hier kurz und knapp eine 1 beschreiben?
2. Welche Note beschreibt das Verhalten? Und wie müsste man es umformulieren um eine 1-2 daraus zu machen?
3. Sollte sie sich als Vorgesetzte nicht auch erwähnen? (Nicht nur Patientinnen, Kollegen und Ärzte)
4. Sollte nicht auch neben dem Lebensweg noch der berufliche Weg genannt werden?
Vielen Dank vorab für Ihre Hilfe!

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Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes wie folgt:

zu 1.

Nach § 630 BGB, § 109 GewO hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses ein Zeugnis über Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses sowie über Führung und Leistung zu erteilen. Dies gilt auch bei einem Nebenjob. Arbeitnehmer haben selbst bei nur kurzfristiger Tätigkeit Anspruch auf ein Arbeitszeugnis, das den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Der Arbeitgeber kann auch bei kurzer Beschäftigungsdauer kein qualifiziertes Zeugnis verweigern (Urteil des LAG Köln vom 30.03.2001, Az: 4 Sa 1485/00).

Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis besteht in der Regel aus sechs Abschnitten:

Die Einführung:
"Frau/Herr Mustermann trat am (..) in unser Unternehmen ein."

Die berufliche Entwicklung im Unternehmen:
"Frau/Herr Mustermann wurde im Laufe ihrer/seiner beruflichen Entwicklung als (..) und (..) eingesetzt."

Die Stellenbeschreibung der zuletzt ausgeführten Tätigkeit.

Die Leistungsbeurteilung mit Angaben zu Arbeitsbereitschaft, Arbeitsbefähigung, Wissen und Weiterbildung, Arbeitsweise, Arbeitserfolgen sowie der für die Note entscheidenden Leistungszusammenfassung

Das persönliche (soziale) Verhalten
Die Schlussformulierung mit der Angabe von Gründen für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses, sowie mit einer Dankens- und Bedauernsformel sowie Zukunftswünschen.

Eine gängige Formulierung für eine sehr gute Leistung wäre: „Sie erledigte ihre Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit." Wichtig ist die Kombination aus „stets" und „vollsten".


zu 2. und 3.

In den gängigen Formulierungen für die Noten 1 und 2 taucht der Begriff „tadellos" nicht auf. Vielmehr deutet der Begriff darauf hin, dass die Arbeit zwar ohne Tadel, aber auch nicht lobenswert war, daher dürfte die Bewertung allgemein eher dem ausreichenden oder mangelhaften Bereich zugeordnet werden. Ebenso sollten unbedingt die Vorgesetzten erwähnt werden, und zwar an erster Stelle. Denn die Reihenfolge ist bedeutsam, die wichtigsten Personen zuerst, also Vorgesetzte, Kunden/Patienten (wenn sich die Stelle durch regelmäßigen Kundenkontakt auszeichnet) usw. .

Gängige Formulierung für eine sehr gute Leistung: „Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Patientinnen, Kollegen und der Ärzteschaft war stets vorbildlich." Den zweiten Satz könnten Sie wie folgt ergänzen: „Dank ihrer Umsicht, kollegialer Hilfsbereitschaft und ihrer stets freundlichen und offenen Art war Frau XY sowohl bei Vorgesetzten, Patientinnen als auch bei ihren Kollegen und der Ärzteschaft gleichermaßen sehr geschätzt und beliebt."

Ich gehe davon aus, dass Sie nur Kontakt zu weiblichen Patienten hatten, ansonsten sollte die Formulierung besser geschlechtsneutral ausfallen


zu 4.

Schlussformeln werden in Zeugnissen zwar vielfach verwendet. Ein Anspruch hierauf besteht aber nicht. Das Zeugnis ist so zu formulieren, dass es aus sich heraus verständlich ist. Es darf deshalb keine "Geheimzeichen" enthalten, aus denen sich eine Distanzierung des Arbeitgebers vom Zeugnistext ergibt. Das Fehlen einer Schlussformel ist kein solches "Geheimzeichen". Sie gehört nicht zu dem gesetzlich bestimmten Mindestinhalt eines Zeugnisses, vgl. Bundesarbeitsgericht Urteil vom 20. Februar 2001 - 9 AZR 44/00

Wenn allerdings, wie in Ihrem Fall, der Arbeitgeber eine Schlussformel einfügt, sollte diese auch der Gesamtbewertung des Zeugnisses angemessen sein. Gängige Formulierung bei einem sehr guten Zeugnis wäre z.B. „Wir bedauern, dass wir mit Frau XY eine sehr gute Mitarbeiterin verlieren. Wir bedanken uns bei ihr für ihre stets wertvolle Arbeit und wünschen ihr beruflich wie privat alles Gute und weiterhin viel Erfolg."


Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Unklarheiten benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bedenken Sie bitte, dass ich Ihnen hier im Rahmen einer Erstberatung ohne Kenntnis aller Umstände keinen abschließenden Rat geben kann. Sofern Sie eine abschließende Beurteilung des Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem bei Einsicht in sämtliche Unterlagen konkret zu erörtern.

Mit freundlichen Grüßen
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