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Arbeitszeugnis Beurteilung - Werkstudentenstelle

30.10.2017 14:40 |
Preis: 55,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Saeger


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich war als Werkstudent in einem Unternehmen für mehr ein halbes Jahr tätig, der Arbeitsvertrag lief fristgerecht zum erfolgreichen Abschluss meines Semesters/Studiums aus. Es erfolgte hier also keine Kündigung meinerseits. Können Sie dem entsprechend vor allem eine Bewertung der einzelnen Beurteilungen vornehmen und ggf. einen Verbesserungsvorschlag geben (z.B. Abschlussformulierung für Grund des Ausscheidens). Muss das Austellungsdatum dem Datum des letzten Arbeitstages entsprechen, fehlen wichtige Beurteilungen etc?

Wie bereits erwähnt sind mir die Bewertungen der Aussagen aber am Wichtigsten.

Das Arbeitszeugnis:
"Herr XY zeigte eine gute Auffassungsgabe und dachte jederzeit umfassend mit. Komplexe Sachverhalte konnte er sich gut erschließen und immer nachvollziehbar darstellen. Zudem beherrschte er sein Aufgabengebiet gut und setzte sein fundiertes Fachwissen adäquat und ergebnisorientiert im Tagesgeschäft um.

Auch in Stresssituationen erzielte er gute Leistungen in qualitativer und quantitativer Hinsicht und war dem alltäglichen Arbeitsanfall stets gut gewachsen. Er kam mit Mitarbeitern aller Hierarchieebenen jederzeit sehr gut zurecht. Herr XY fügte sich sehr gut ins Team ein. Die ihm übertragenen Aufgaben erledigte er stets zu unserer vollen Zufriedenheit.

Das Arbeitsverhältnis endet auf Wunsch von Herrn XY zum 31. August 2017. Wir bedauern sein Ausscheiden, bedanken uns für seine stets sehr gute Arbeit und wünschen ihm für seine berufliche und private Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

Unterschrift,
07. September 2017"


Danke im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrter Fragensteller,

1) "Muss das Austellungsdatum dem Datum des letzten Arbeitstages entsprechen"

Das wäre grds. zu empfehlen. Siehe auch § 109 GewO ( "bei Ende" ).

Früher oder spätere Ausstellungsdaten können Probleme im Arbeitsverhältnis andeuten und sollten nicht hingenommen werden.

2) "zeigte eine gute Auffassungsgabe und dachte jederzeit umfassend mit" = Analysefähigkeit mit ca. 2 minus bewertet

3) "Komplexe Sachverhalte konnte er sich gut erschließen und immer nachvollziehbar darstellen."

Klingt ein wenig so, als wenn Sie die Probleme erkennen, aber keine Lösungen entwickeln.

Ich würde den Satz streichen lassen und einfach "Zudem beherrschte er sein Aufgabengebiet gut und setzte sein fundiertes Fachwissen adäquat und ergebnisorientiert im Tagesgeschäft um. "

stehen lassen, was einer 2-3 entspricht. Es fehlen aber schon "Verstärker" wie äußerst, sehr, jederzeit oder ähnliches.

4) "Auch in Stresssituationen erzielte er gute Leistungen in qualitativer und quantitativer Hinsicht und war dem alltäglichen Arbeitsanfall stets gut gewachsen. "

Arbeitswiese und -ergebnisse = gut. Würde aber die Reihenfolge umkehren!

5) Sozialverhalten und Gesamtnote müssen getauscht werden. Die Reihenfolge ist falsch.

Derzeit ist die Gesamtnote ein gut ("stets zu unserer vollen Zufriedenheit").

Ein wenig irritierend ist meines Erachtens die Aufteilung des Sozialverhaltens gegenüber Vorgesetzen und Team. Erbsenzähler könnte die auch noch gute Teamnote so deuten, dass Sie eher mit den Vorgesetzten kooperieren. UU benutzt man einfach den Klassiker:

"Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war einwandfrei." Wenn es noch Kunden gab, muss es heißen: ""Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war einwandfrei."

6) Nicht ganz stimmig ist, dass für die stets sehr gute Arbeit in der Abschlussformel gedankt wird, wobei die Note doch eine 2 ist.

Ansonsten ist die Formel positiv. Den Grund des Ausscheidens muss und kann man dann anpassen.

Fazit: wenigstens ein wenig "tollpatschig" formuliert. Man sollte auch die Arbeitsbereitschaft noch erwähnen.

( Z.B.: "XY war stets gut motiviert und verfügte über eine in jeder Hinsicht gute Arbeitsbefähigung." ).

Etwaige gerichtlich durchzusetzende Ansprüche auf Änderung verjähren ca. 5 Monate ab Erstellung des Zeugnisses, wenn sich nicht in Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag wirksame kürzere Fristen finden.

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Saeger
- Rechtsanwalt -



Nachfrage vom Fragesteller 02.11.2017 | 02:27

Ich habe noch leider eine kleine Frage:

Fehlt in diesem Zeugnis nicht auch eine Art Einleitung zum "Werdegang" (,,Wir lernten Herrn Schiller als.... kennen) sowie zur Arbeitsbereitschaft?

Gilt dies in diesem Falle als beredtes Schweigen und ist somit negativ auszulegen?

Und: ist der Satz ,,Auch in Stresssituationen erzielte er gute Leistungen in qualitativer und quantitativer Hinsicht und war dem alltäglichen Arbeitsanfall stets gut gewachsen" nicht in gewisser Hinsicht gegensätzlich? ,,In Stressituationen" und ,,alltäglichem Arbeitsanfall".

Kommt die Aussage ,,war dem alltäglichen (üblichen) Arbeitsanfall gut gewachsen" nicht eher einer Bewertung "ausreichend" gleich? Sollte die abschließende Formulierung ggf. umformuliert werden, damit die Aussage "wir bedanken uns für die stets sehr gute Arbeit" (Note 1) nicht widersprüchlich zum restlichen Zeugnis (Note gut bis gar befriedigend) steht?

Vielen Dank im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.11.2017 | 08:01

Sehr geehrter Fragensteller,

1) "Fehlt in diesem Zeugnis nicht auch eine Art Einleitung zum "Werdegang" (,,Wir lernten Herrn Schiller als.... kennen) sowie zur Arbeitsbereitschaft? "

Die Arbeitsbereitschaft fehlt. Siehe bereits meine Anmerkung dazu ( Man sollte auch die Arbeitsbereitschaft noch erwähnen.

( Z.B.: "XY war stets gut motiviert und verfügte über eine in jeder Hinsicht gute Arbeitsbefähigung." ).

Man kann dies sicher als beredtes Schweigen versuchen zu deuten. Es wirkt aber einfach auch so, als ob der Ersteller einfach kein richtiges Zeugnis erstellen könnte.

Ansonsten hatte ich gedacht, dass Sie nur Teile des Zeugnisses zitieren. Wenn dies nicht der Fall sein sollte, fehlt in der Tat die Einleitung, die Beschreibung des Unternehmens sowie die Aufgabenbeschreibung.

2) "Und: ist der Satz ,,Auch in Stresssituationen erzielte er gute Leistungen in qualitativer und quantitativer Hinsicht und war dem alltäglichen Arbeitsanfall stets gut gewachsen" nicht in gewisser Hinsicht gegensätzlich? ,,In Stressituationen" und ,,alltäglichem Arbeitsanfall". "

Die Reihenfolge sollte ausgetauscht werden. Siehe bereits oben.

3) Nein. "Arbeitsanfall gut gewachsen" heißt gut. Widersprüchlich ist aber in der Tat die Schlussformel, in der ein sehr gut steht.

Sicher ist das Zeugnis überaus unglücklich formuliert und bedarf der Veränderung. Zu allen Punkten siehe aber bereits oben.

MfG
D. Saeger
- RA -


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