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Arbeitszeugnis Beurteilung, halbseitig

| 03.05.2016 11:11 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Brigitte Draudt


Sehr geehrte Damen und Herren,

bitte überprüfen Sie nachfolgendes Arbeitszeugnis insbesondere auf die Formulierung zur Abwertung von Aussagen. Auch, ob 1 Seite Beurteilung für den im Unternehmen verbrachten Zeitraum adäquat ist. Auch sind keine Absätze in diesem Schreiben.
In führender Position erfolgte meine Kündigung nicht problemlos.
Tätigkeitsbeschreibung erfolgte zuerst in einem 10 Zeiler.


Frau .... setzte seine sehr guten und fundierten Fachkenntnisse laufend mit großem Erfolg in ihrem Arbeitsgebiet ein. Sie überzeugte jederzeit durch ein hohes Maß an Eigeninitiative und grosses Engagement, wobei ihre stets gute Arbeitsbereitschaft hohe Belastbarkeit und die zielstrebige Realisierung der gesetzten Ziele hervorzuheben sind.
Frau ... zeichnete sich stets durch grosses Verantwortungsbewusstsein und hohe Zuverlässigkeit aus. Sie erbrachte stets eine überdurchschnittliche Arbeitsqualität.
Arbeitsmenge und Arbeitsintensität lagen weit über unseren Anforderungen und Erwartungen. Aufgrund ihrer umsichtigen und effizienten Arbeitsweise erbrachte sie auch in Ausnahmesituationen stets gute Ergebnisse. Frau ... arbeitete durchgängig systematisch, zielorientiert und effektiv. Dabei verstand es Frau .... gut, den jeweiligen Anforderungen angemessene Prioritäten zu setzen und Arbeitsprozesse sinnvoll zu strukturieren. Sie trat selbstsicher auf und überzeugte durch nachvollziehbare Argumentation. Frau .... handelte stets qualitätsorientiert durch sorgfältiges Abwegen von Unternehmens- und Kundeninteressen, Sie führte zielsicher adäquate Entscheidungen herbei und verantwortete diese. Frau ... ging aktiv auf die Interessen ihrer Gesprächspartner ein, erarbeitete individuelle Lösungen und brachte dabei sowohl Unternehmens- als auch Kundeninteressen erfolgreich in Einklang. Deshalb genoss sie
hohes Vertrauen ihrer Kunden. Mit ihren Leistungen stellte sie uns stets voll zufrieden.
Sie war für uns eine wertvolle Mitarbeiterin.

Ihre Führung war stets gut. Frau ... verhielt sich stets korrekt und fügte sich gut in die Arbeitsgemeinschaft ein.

Auf eigenen Wunsch scheidet Frau ... mit dem heutigen Tag bei uns aus. Wir bedauern, diese gute Mitarbeiterin zu verlieren. Wir danken ihr für die gute Mitarbeit und wünschen ihr beruflich und persönlich weiterhin viel Erfolg und alles Gute.

Sehr geehrte Fragestellerin,

ich habe Ihr Zeugnis geprüft und teile dazu gerne folgendes mit:

Die äußere Form eines Zeugnisses muss so sein, dass Absätze darin enthalten sein müssen. Ist dies nicht der Fall, so soll das ein Hinweis an den Leser sein, dass man Sie für eine unliebsame Mitarbeiterin hielt, für die man sich mit dem Erstellen des Zeugnisses keine große Mühe machen wollte.

Die Tätigkeitsbeschreibung fehlt hier. Es ist genau aufzuführen, was alles von Ihrem Tätigkeitsbereich umfasst war. Dies ist eingangs des Zeugnisses aufzuführen.

Im ersten Satz fällt ein grammatikalischer Fehler auf, es müsste "ihre sehr guten... Fachkenntnisse" heißen, nicht seine. Auch ist im nächsten Satz ein Rechtschreibfehler enthalten, es muss "große" heißen, nicht "grosse." Auch muss es "Abwägen" heißen, nicht "Abwegen." ( Mitte). Im gleichen Satz ist "Sie" unzutreffend groß geschrieben.
Sowohl grammatikalische als auch Rechtschreibfehler darf ein Zeugnis nicht enthalten. Hier haben Sie Anspruch auf einwandfreie Grammatik und Rechtschreibung.

Insgesamt ist hier festzustellen, dass in überhöhtem Maße auf die Kundeninteressen abgehoben wird. Das kann darauf hindeuten, dass aus Sicht des AG die Interessen des Unternehmens zu wenig beachtet worden sind.

Auch findet sich die Formulierung, Sie hätten "individuelle Lösungen" erarbeitet. Das bedeutet, dass Sie eigene Lösungen entwickelt haben, die nicht im Einklang mit dem Willen des Unternehmens gestanden haben.

Die Formulierung, sie hätten sich stets korrekt verhalten, heißt, dass es eben "nur" korrekt war, aber, dass Sie nicht beliebt waren.

"Wir bedauern, diese gute Mitarbeiterin zu verlieren" bedeutet, dass sich das Bedauern in Grenzen hält.

Insgesamt haben Sie die Note gut erhalten. Das ist insoweit in Ordnung. Sie haben Anspruch auf ein wohlwollendes qualifiziertes Arbeitszeugnis frei von den o.g. Fehlern. Bezüglich der o.g. Formulierungen empfehle ich, den Arbeitgeber zur Korrektur aufzufordern.
Als Hinweis teile ich noch mit, dass das Zeugnis ohne Adressfeld auf dem Geschäftsbriefbogen zu erstellen ist, das Datum des Ausscheidens enthalten muss, ordentlich unterschrieben sein muss sowie auch ungeknickt etc. sein muss.
Eine halbe Seite ist tatsächlich etwas kurz. Das wäre ja aber bei Einsetzen angemessener Absätze und der Tätigkeitsbeschreibung wohl behoben.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben. Falls Sie eine anwaltliche Vertretung wünschen, so können Sie mich gerne beauftragen oder jeden anderen Kollegen/ jede andere Kollegin.

Mit freundlichen Grüßen

Draudt
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 03.05.2016 | 16:10

Sehr geehrte Frau Draudt,

könnten Sie mir freundlicherweise die korrekte Schreibweise anstelle der
abgewerteten aufzeigen und kann ich darauf bestehen, das bestandene Assessementcenter für Manager und Teilnahme an Führungskräfteseminaren und Mitgliedschaften in Frauennetzwerken in die Beurteilung aufgenommen werden?

Vielen Dank.
Freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.05.2016 | 16:51

Sehr geehrte Fragestellerin,

ich beantworte Ihre Nachfrage gerne wie folgt:

Ich habe Ihnen jeweils die korrekte Schreibweise bereits dazu geschrieben. Ich verweise auf meine obigen Ausführungen.

Sie haben Anspruch darauf, dass Ihre Fortbildungsmaßnahmen genannt werden.

Mit freundlichen Grüßen
Draudt
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 05.05.2016 | 07:32

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 05.05.2016 4,8/5,0
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